Der Punktabzug als neue Strafe

Pyrotechnik im Block der Waldhof-Mannheim-Fans

Ausschreitungen im Fußball

Der Punktabzug als neue Strafe

Das DFB-Bundesgericht hat den Punktabzug gegen den Fußball-Regionalligisten Waldhof Mannheim wegen Zuschauerausschreitungen bestätigt. Das Urteil ist ein Novum - das weitreichende Folgen haben kann.

Denn erstmals wurden Ausschreitungen von Fans mit einem Punktabzug bestraft. Die Entscheidung des DFB-Bundesgerichts könnte auch anderen Vereinen Probleme bereiten - und den Konflikt zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und Fans weiter anheizen.

DFB-Richter: "Mussten neue Wege gehen"

Das Ausmaß der Vorfälle beim Relegationsrückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am 27. Mai sei aber so exorbitant gewesen, "dass in der Ahndung neue Wege beschritten werden müssen", sagte Achim Späth, Vorsitzender des DFB-Bundesgerichts, zur Urteilsbegründung. Er lobte zwar die Mannheimer Maßnahmen gegen künftige Ausschreitungen, der Punktabzug hat aber Bestand.

Waldhof Mannheim zeigte sich weiterhin nicht einverstanden mit der Art der Strafe. "Wir haben das zur Kenntnis genommen, dass wir gelobt, gelobt, gelobt wurden für unsere Arbeit", sagte Waldhofs Geschäftsführer Markus Kompp. "Das war aber glaube ich ein bisschen ein Kampf gegen Windmühlen, da mit Inhalten gegen den Punktabzug vorzugehen." Er halte es weiter für falsch, die Spieler für ein Fehlverhalten der Fans zu bestrafen und prüfe auf Grundlage eines Formfehlers, "ob wir vor das ständige Schiedsgericht gehen müssen oder vor das Landgericht Frankfurt können".

Greift der DFB jetzt häufiger in den Wettbewerb ein?

Tatsächlich ist die Maßnahme wohl die härteste gegen einen Verein seit langem, wenn sich Fans eines Fehlverhaltens schuldig gemacht haben. Alleine der Ausschluss von Dynamo Dresden aus dem DFB-Pokal in der Saison 2013/14 mag dort mithalten können. Punktabzüge gab es in der Vergangenheit meist nur für Verfehlungen im Lizenzierungsverfahren.

Waldhof Mannheim bleibt zwar trotz der drei Punkte Abzug Tabellenführer der Regionalliga Südwest. Doch angesichts des Urteils lautet die große Frage nun, ob die DFB-Sportgerichtsbarkeit häufiger in den sportlichen Wettbewerb eingreifen wird. Hintergrund der harten Strafe könnte der durch die aktiven Fanszenen aufgekündigte Dialog mit dem Verband sein. Der Konflikt dürfte sich allerdings verschärfen, wenn solche Strafen zur Regel werden.

DFB-Vize Rainer Koch teilte jüngst unter der Bezugnahme auf einen Beschluss des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) mit, dass in der Regionalliga Bayern nun unter Umständen auch Punktabzüge beim Zünden von Feuerwerk erfolgen können.

Zunächst waren neun Punkte Abzug vorgesehen

Mannheimer Anhänger hatten bei dem Spiel Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen, mehrere Menschen wurde im Rahmen des Spieles verletzt. Die Partie war in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für Uerdingen unter- und schließlich abgebrochen worden.

Der DFB-Kontrollausschuss forderte im Juni 2018 in einem Strafantrag einen Abzug von neun Punkten, was der SV Waldhof ablehnte. Das DFB-Sportgericht reduzierte die Strafe auf drei Punkte Abzug, die Berufung vor dem DFB-Bundesgericht scheiterte nun.

Stand: 26.09.2018, 15:45

Darstellung: