Haarscharf vorbei - der verpasste Traum vom Fußballprofi

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Wenn es doch nichts wird mit der Karriere als Profifußballer

Haarscharf vorbei - der verpasste Traum vom Fußballprofi

Nur wenige können sich den Traum vom Fußballprofi erfüllen. Woran liegt es, wenn der Sprung vom Leistungszentrum in die Bundesliga nicht funktioniert? Wir haben fünf ehemalige Top-Talente porträtiert, die beispielhaft für den verpassten Traum vom Fußballprofi stehen.

Die Faustregel lautet: Nur einer von zehn Jugendlichen aus einem Bundesliga-Nachwuchsleistungszentrum wird später auch Profi. Selbst, wer es in seinem Jahrgang in die deutschen Top 20 geschafft hat und beispielsweise U15-Nationalspieler wird, ist noch keinen Schritt weiter. Auch hier gilt: Nur zehn Prozent werden Profi.

Selbst kurz vor dem Ziel ist das Scheitern realistisch: 55 Prozent der deutschen U18-Nationalspieler schaffen den Sprung in die deutsche Eliteliga nicht. Die meisten Spieler landen in der 3. Liga oder sogar darunter.

Die Gründe sind vielschichtig. Die massive körperliche Belastung, Druck, ein harter Konkurrenzkampf, absolute Disziplin auch bei der Ernährung. Zeitknappheit, wegbrechende Freundschaften und unzählige Entbehrungen erfordern mehr als nur den unbedingten Willen, Profi zu werden.

Wir haben fünf einstmals große Talente porträtiert, die ihn aus unterschiedlichen Gründen trotz bester Prognosen knapp verpasst haben: den Traum von einer Karriere als Fußballprofi.

Fehlende Härte: Patrick Falk
Falk galt in den neunziger Jahren als das größte deutsche Fußballtalent. Als kreativer, torgefährlicher Offensivspieler machte er sich ab der U15 weltweit einen Namen. Sogar der FC Barcelona wollte ihn.

Rebellisch: Jonas Wendt
Als B-Jugendlicher hatte Wendt beim 1. FC Köln seinen großen Durchbruch. "Solch einen Torriecher gibt es in Deutschland wahrscheinlich nur einmal", urteilte Deutschlands damaliger Co-Nationaltrainer Michael Skibbe im Jahr 2000.

Frühentwickelt: Fabio Dell’Era
Fabio war als D-Jugendlicher schneller, größer und kräftiger als seine Altersgenossen. Der Offensivspieler war nicht nur Herz und Torgarant seiner Teams beim SC Freiburg, er war auch Schlüsselspieler in den DFB-Jugend-Nationalteams, in denen er unter anderem die späteren Weltmeister Özil, Boateng und Höwedes führte.

Zu hohe Erwartungen: Lucas Scholl
Von Pep Guardiola wurde er einst als "Juwel" bezeichnet, gleich nach der A-Jugend schien Lucas Scholl, der Sohn von Mehmet, auf dem Weg, beim FC Bayern wie einst sein Vater durchzustarten. Doch Scholl junior konnte die großen Erwartungen nicht erfüllen.

Keine Frustrationstoleranz: Manuel Fischer
Fischer galt mit 18 beim VfB Stuttgart als der kommende Mittelstürmer. Schnell, durchsetzungsstark und mit brandgefährlichem Abschluss spielte er 2007 mit 18 schon beim VfB in der Champions League mit – im Nou Camp durfte er sogar gegen den FC Barcelona ran.

Stand: 13.08.2020, 09:32

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