Finaltag der Amateure - alle Spiele kurz erklärt

 Spielszene

Landespokal-Endspiele im Ersten

Finaltag der Amateure - alle Spiele kurz erklärt

Der 25. Mai ist der Finaltag der Amateure - das Erste zeigt drei große Konferenzen mit insgesamt 19 Landespokal-Endspielen. Hier gibt es es alle wichtigen Infos dazu.


ANSTOSSZEIT 14.15 Uhr

Bayern: Viktoria Aschaffenburg - Würzburger Kickers (Regionalliga - 3. Liga)

Die Viktoria sorgte schon im Halbfinale für eine kleine Sensation, als sie den TSV 1860 München aus dem Wettbewerb kegelte. Die Vorfreude auf das Finale ist riesig. So hatte Viktorias Trainer Jochen Seitz schon vor dem Duell mit den "Löwen" vom "Spiel des Jahrzehnts" gesprochen. Die Kickers setzen sich allerdings ihrerseits klar gegen den Drittliga-Konkurrenten Unterhaching durch. "Jetzt wollen wir das Ding auch gewinnen", sagte Trainer Michael Schiele. Sollte das gelingen, könnten die Kickers ihr Erstrundenspiel auch im heimischen Stadion austragen. Beim bisher letzten Auftritt im DFB-Pokal 2017 mussten sie gegen Werder Bremen nach Offenbach ausweichen.

Brandenburg: Optik Rathenow - Energie Cottbus (Regionalliga - 3. Liga)

Es ist das Duell zweier Trainer-Urgesteine. Ingo Kahlisch trainiert Optik Rathenow seit 1988, also schon seit mehr als 30 Jahren. Schon zwei Mal führte er den Klub in den DFB-Pokal: 2013/14 und 2014/15. Claus-Dieter "Pele" Wollitz ist zwar nicht annähernd so lange in Cottbus, gilt dort aber als "Kult-Trainer". Leider ist es auch das Duell zweier Enttäuschter. Rathenow musste als Neuling die Regionalliga Nordost gleich wieder verlassen, und auch Cottbus musste als Drittliga-Aufsteiger gleich wieder absteigen. Sollte Rathenow gewinnen, hoffen die Brandenburger in der ersten DFB-Pokal-Runde endlich mal auf einen richtigen Kracher. Bei den beiden ersten Auftritten bekamen sie mit dem FSV Frankfurt und dem FC St. Pauli "nur" Zweitligisten zugelost.

Niedersachsen: TuS Bersenbrück - Atlas Delmenhorst (Oberliga - Oberliga)

Niedersachsen hat eine Ausnahmestellung: Dort werden zwei Landespokale ausgespielt, zwei Teams sichern sich einen Platz in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde. Im ersten Wettbewerb sind Mannschaften aus der 3. Liga und der Regionalliga mit dabei, dort hat Drochtersen/Assel überraschend den SV Meppen mit 1:0 bezwungen und steht in der Hauptrunde. In Wettbewerb Nummer zwei treten alle Amateurteams unterhalb der Regionalliga gegeneinander an. Da spielt Bersenbrück gegen Atlas Delmenhorst. Mit diesem Spiel ist der Niedersächsische Fußballverband am Finaltag der Amateure dabei. Zum bisher letzten Mal war Delmenhorst in der Saison 1980/81 im DFB-Pokal am Start und schaffte es sogar bis ins Achtelfinale, wo es eine 1:6-Niederlage gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gab. Bersenbrück war 1990/91 dabei und scheiterte an Hannover 96.

Rheinland: FSV Salmrohr - TuS Koblenz (Verbandsliga - Oberliga)

Koblenz ist der klare Favorit, doch dass sie auch einen klassenhöheren Kontrahenten ausschalten können, bewiesen die Salmrohrer im Viertelfinale. Dort kam der Gegner kurioserweise auch aus Koblenz. TuS-Stadtrivale Rot-Weiß ist sogar Spitzenreiter der Oberliga und wurde mit 6:5 im Elfmeterschießen bezwungen. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte übrigens Nico Toppmöller. Der setzt die Familientradition fort. Schon Vater Heinz, Bruder Marco, die Cousins Dino und Tommy sowie Onkel Klaus spielten beim FSV.

Sachsen: Chemnitzer FC - FSV Zwickau (Regionalliga - 3. Liga)

Geht es für den FSV Zwickau im Sachsenpokal gegen den Chemnitzer FC, so ist stets Endstation. Fünf Mal standen sich beide Teams im Landespokal gegenüber, immer setzte sich am Ende der CFC durch. In diesem Jahr ist Drittligist Zwickau allerdings Favorit gegen den Regionalligisten aus Chemnitz, auch wenn der zuletzt in der Staffel Nordost die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die dritte Liga perfekt gemacht hat. Ins Finale kam Chemnitz erst nach einem Pokal-Krimi. Im Halbfinale setzte sich das Team gegen Lokomotive Leipzig mit 13:12 nach Elfmeterschießen durch.

Württemberg: TSV Essingen - SSV Ulm (Verbandsliga - Regionalliga)

Im August vergangenen Jahres sorgte der SSV Ulm für Furore, als er Titelverteidiger Eintracht Frankfurt in Runde eins des DFB-Pokals ausschaltete. Die Ulmer wissen also, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat und gehen die Aufgabe beim Verbandsligisten Essingen demütig an. Das Team aus der 6.000-Seelen-Gemeinde war seinerseits aber auch schon Favoritenschreck. Das bekam Drittligist Sonnenhof-Goßaspach im Achtelfinale des Landespokals zu spüren. Der Einzug ins Endspiel ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, im DFB-Pokal stand Essingen noch nie.

Westfalen: SV Rödinghausen - SC Wiedenbrück (Regionalliga - Regionalliga)

Der FC Bayern München steht gegen Leipzig im Finale des DFB-Pokals. Fast schon vergessen: In der zweiten Runde hatte der Rekordsieger ganz viel Mühe bei einem Regionalligisten, und das war der SV Rödinghausen. 1:2 hieß es am Ende aus Sicht des Außenseiters, der in der ersten Runde Dynamo Dresden aus dem Wettbewerb gekegelt hatte. Nicht nur deshalb ist das Team gegen Wiedenbrück Favorit. Rödinghausen spielte in der Weststaffel um den Aufstieg mit, Wiedenbrück stieg ab.


ANSTOSSZEIT 16.15 UHR

Mittelrhein: Alemannia Aachen - Fortuna Köln (Regionalliga - 3. Liga)

Für den Traditionsklub aus Aachen wäre es nach langer Abstinenz im DFB-Pokal, zweier Insolvenzen und dem Abstieg in die Regionalliga-West die Rückkehr auf die große Bühne. 2012 war der ehemalige UEFA-Cup-Teilnehmer aus Aachen zum bisher letzten Mal im Pokal dabei. Im vergangenen Jahr gab es im Landespokalfinale eine Niederlage gegen Viktoria Köln. Nun soll es gegen die Fortuna besser laufen. Für die Kölner wäre der Sieg nach einer verkorksten Drittligasaison, die mit dem Abstieg endete, ein Trostpflaster.

Niederrhein: KFC Uerdingen - Wuppertaler SV (3. Liga - Regionalliga)

Das Landespokalfinale gegen den Drittligisten Uerdingen kommt dem Wuppertaler SV gerade recht. Denn die finanzielle Situation des Regionalligisten ist prekär. Der Klub hofft nicht nur auf eine gute Kulisse, sondern auch auf den ersten Einzug in den DFB-Pokal seit 2007. Die Gäste aus Krefeld können ein bisher katastrophales Jahr 2019 durch einen Sieg im Landespokalfinale halbwegs retten. Der aktuelle Trainer Heiko Vogel ist schon der vierte Coach in dieser Saison.

Saarland: SV Elversberg - 1. FC Saarbrücken (Regionalliga - Regionalliga)

Vor dem Saarland-Derby haben die Verantwortlichen einen großen Wunsch: dass es ruhig bleibt auf den Rängen. Denn im vergangenen Jahr war es am Finaltag der Amateure zu Ausschreitungen gekommen, die Partie musste sogar für 15 Minuten unterbrochen worden. Damals setzte sich Elversberg durch. Vielmehr hoffen alle auf ein friedliches Spektakel wie im jüngsten Ligaspiel. Das gewann Elversberg mit 4:3. Saarbrücken hofft also jetzt auf eine Revanche. Das Spiel ist auch das Duell zweier prominenter Ex-Bundesligaspieler. Saarbrücken wird von Dirk Lottner trainiert, in Elversberg steht Horst Steffen an der Linie.

Sachsen-Anhalt: Germania Halberstadt - Hallescher FC (Regionalliga - 3. Liga)

Egal, wie das Endspiel ausgeht: Beide Klubs können sich schon vor dem Anpfiff über den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals freuen. Der Grund: Der Hallesche FC ist in der 3. Liga auf Platz vier gelandet. Dieser berechtigt automatisch zur Teilnahme am DFB-Pokal, und deshalb ist auch der unterlegene Finalist dabei. Dennoch wird es im Halberstädter Friedensstadion wohl kein Freundschaftsspiel geben. Es geht ums Prestige, für die Germania wäre es der erste Erfolg im Landespokal. Das Team geht allerdings als klarer Außenseiter ins Rennen. Trainer Maximilian Dentz ist dennoch kampfeslustig: "Das Endspiel gegen den Halleschen FC werden wir keinesfalls vorher abschenken."

Schleswig-Holstein: VfB Lübeck - Weiche Flensburg (Regionalliga - Regionalliga)

Die Fans beider Klubs hoffen, dass es im Landespokal-Finale spektakulärer wird als beim jüngsten Regionalliga-Duell. Das endete Mitte Mai nämlich 0:0. Lübeck spielte in der Nord-Staffel bis zuletzt um die Meisterschaft, musste dann aber doch dem VfL Wolfsburg II den Vortritt lassen - genau wie der entthronte Meister Weiche Flensburg. Lübeck ist besonders motiviert, nicht nur weil sich der VfB für die Pokalpleite im vergangenen Jahr revanchieren will. Am 28. August 2019 feiern die Grün-Weißen ihren 100. Geburtstag. Ein Auftritt in der ersten Runde des DFB-Pokals soll der Höhepunkt der Feierlichkeiten werden.

Südbaden: FC 08 Villingen - 1. FC Rielasingen-Arlen (Oberliga - Verbandsliga)

Der 1. FC Rielasingen-Arlen ist einer von drei Sechstligisten, die sich für den DFB-Pokal qualifizieren können. Schon 2017 war der Underdog dabei. Das Spiel gegen Borussia Dortmund ist das bis heute größte der Vereinsgeschichte, auch wenn es 0:4 verlorenging. Dennoch will der Klub natürlich unbedingt wieder in den DFB-Pokal. Auch das "Antrittsgeld" könnte man dringend gebrauchen, denn der 1. FC klopft gerade an das Tor zur Oberliga. Dort spielt der FC 08 Villingen schon. Für Coach Jago Maric ist es seit 2002 die siebte Finalteilnahme als Spieler und Trainer. Vier Endspiele hat er gewonnen, zwei verloren. Zuletzt stand er 2016 mit seinem Team im DFB-Pokal. Damals gab es ein 1:4 gegen den FC Schalke.

Südwest: 1. FC Kaiserslautern - Wormatia Worms (3. Liga - Regionalliga)

Der Gewinn des Verbandspokals ist für den FCK nicht nur aus Prestigegründen wichtig. Aus finanzieller Sicht ist der Traditionsverein zum Siegen verdammt, die Einnahmen aus der ersten DFB-Pokalhauptrunde braucht der FCK dringend. Dass der FC Bayern München zwei Tage nach dem Spiel gegen Worms zum "Retterspiel" bei den "Roten Teufeln" aufläuft, zeigt, wie prekär die Lage ist. Wormatia hat ebenfalls Sorgen. Der Klub ist aus der Regionalliga abgestiegen. Eine Pokalüberraschung gegen Lautern wäre da ein willkommenes Trostpflaster.

Thüringen: Preußen Langensalza - Wacker Nordhausen (Verbandsliga - Regionalliga)

Langensalza, aktuell Drittletzter der Thüringenliga, ist vielleicht der größte Underdog am Finaltag der Amateure. Denn das Team aus der Kur- und Rosenstadt im Unstrut-Hainich-Kreis steht zum ersten Mal überhaupt im Landespokalfinale. "Ich denke, ein Landespokal-Endspiel im Männerbereich erlebst du nur einmal im Leben. Es sei denn, irgendwann kommt ein Ölscheich und schlägt in Bad Langensalza seine neue Fußball-Filiale auf", sagte Preußens Präsident Benno Harbauer der "Thüringer Allgemeinen". Im Finale gegen das um zwei Klassen bessere Wacker Nordhausen will man sich nun so teuer wie möglich verkaufen. Das Team aus Südharz war der Favoritenschreck des thüringischen Pokals und schaltete nacheinander Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena aus.

red/vdv | Stand: 23.05.2019, 08:00

Darstellung: