Corona - Fußballklubs und Reisen in Risikogebiete

Münchner Fans beim Supercup in Budapest

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Corona - Fußballklubs und Reisen in Risikogebiete

Von Marcus Bark

Für deutsche Fußballmannschaften stehen im Oktober höchstwahrscheinlich mehrere Reisen zu Spielen in Corona-Riskogebiete an. Die Einreisebedingungen für die Rückkehr werden verschärft. Es wird wohl Ausnahmeregelungen bedürfen, um nach Partien im Europapokal am Wochenende wieder in der Bundesliga spielen zu dürfen.

Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft müssen nach der Rückkehr vom nächsten Nations-League-Spiel in der Ukraine keine Quarantäne befürchten. Das haben die zuständigen Behörden dem Deutschen Fußball-Bund bestätigt. Zwar zählt der Spielort Kiew zu den Corona-Risikogebieten. Doch die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen sieht vor, dass bei beruflich unaufschiebbaren Reisen unter fünf Tagen in die Ukraine bei Nachweis einer Corona-Testreihe die Quarantänepflicht entfällt. Das Löw-Team hält sich ab kommenden Montag (05.10.2020) in Köln auf, wird von dort nach Kiew reisen und am 10. Oktober gegen die Ukraine spielen.

Löw kann dann am Dienstag (13.10.2020) auf denselben Kader zurückgreifen kann, wenn es in Köln zu einem weiteren Spiel in der Nations League gegen die Schweiz geht.

Verschärfte Bedingungen

Weitaus komplizierter dürfte es für die deutschen Teilnehmer im Europapokal werden, denn die Einreisebedingungen bezüglich der Pandemie werden verschärft. "Vorgesehen ist, dass künftig die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen mit einem Negativtest aufgehoben werden können soll. Ab wann die neuen Quarantäne-Regelungen gelten sollen, steht noch nicht fest", heißt es auf der Internetseite der Bundesregierung.

Nach Informationen der Sportschau sollen die überarbeiteten Bestimmungen ab dem 15. Oktober gelten. Ab dem 20. Oktober wird die Gruppenphase der Champions League ausgetragen, zwei Tage später geht es in der Europa League los. Angenommen, Borussia Dortmund müsste mit einem Auswärtsspiel bei Ferencvaros starten, könnte der Verein nach strenger Auslegung am darauf folgenden Samstag nicht zum Derby gegen den FC Schalke 04 in der Bundesliga antreten, zumindest nicht mit dem Kader, der in der Champions League spielte.

Wie bei Ferencvaros in der ungarischen Hauptstadt Budapest, sind auch die Heimstadien von 15 anderen Teilnehmern, die bisher für die europäische Eliteliga feststehen, in einem derzeitigen Risikogebiet gebaut.

Die Teilnehmer an der Champions League 2020/21
LandVereinRisikogebiet?
EnglandFC Liverpoolnein
Manchester Citynein
Manchester Unitednein
FC Chelseanein
SpanienReal Madridja
Atletico Madridja
FC Barcelonaja
FC Sevillaja
ItalienJuventus Turinnein
Inter Mailandnein
Atalanta Bergamonein
Lazio Romnein
FrankreichParis Saint-Germainja
Stade Rennesja
Olympique Marseilleja
RusslandZenit St. Petersburgja
Lokomotive Moskauja
FK Krasnodarja
UkraineSchachtar Donezkja
Dynamo Kiewja
PortugalFC Portonein
NiederlandeAjax Amsterdamja
GriechenlandOlympiakos Piräusnein
BelgienFC Brüggeja
TürkeiBasaksehir Istanbulja
UngarnFerencvaros Budapest ja
DänemarkFC Midtjyllandnein
ÖsterreichSalzburgnein

"Wenn wir am Mittwoch in der Champions League in einem Risikogebiet antreten, was wahrscheinlich bei mehr als der Hälfte der beteiligten Großstädte der Fall sein wird, dann sollten die Grundlagen dafür geschaffen sein, dass wir anschließend samstags in der Bundesliga wieder spielen dürfen", hatte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (Ausgabe 27.09.2020) gefordert. Nach Recherchen der Sportschau kann dies noch ein wenig dauern.

Kompliziert wird es vor allem wegen der föderalistischen Strukturen in Deutschland. "Die Bundesländer regeln die Quarantäne für Reisende in eigener Zuständigkeit", teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Für den BVB, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen aus Nordrhein-Westfalen könnten somit andere Bestimmungen gelten als für den FC Bayern, die TSG Hoffenheim in Baden-Württemburg und RB Leipzig in Sachsen.

Derzeit laufen Anfragen der Sportschau an die verschiedenen Landesministerien, wie sie mit den Reisen von Fußballmannschaften in Risikogebiete und anschließende Quarantänen umgehen wollen.

Ein Vereinsvertreter sagte der Sportschau, dass der Klub im Austausch mit dem lokalen Gesundheitsamt schon positive Signale erhalten habe. So könne es durchaus sein, dass eine geschlossene Gruppe regelmäßig getesteter Personen, die sich auch nur für einen recht kurzen Zeitraum im Risikogebiet aufhalte, nicht in Quarantäne müsse. Dies würde ermöglichen, den eng getakteten Spielplan in Europa und der Bundesliga beizubehalten.

Stand: 30.09.2020, 23:08

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