Regionalliga-Reform - verfahrene Situation

DFB-Zentrale in Frankfurt

DFB-Präsidiumssitzung

Regionalliga-Reform - verfahrene Situation

Am Freitag geht es auf der DFB-Präsidiumssitzung um die Regionalliga-Reform. Mal wieder. Die Situation ist verfahren, die Fronten sind verhärtet.

Als am vergangenen Wochenende die Drittliga-Partien des 17. Spieltages angepfiffen wurden, tat sich jeweils eine Minute erstmal nichts. Aus Protest gegen die geplante Regionalliga-Reform hielten die Spieler die Füße still. DFB-Präsident Reinhard Grindel nannte das hinterher "Firlefanz" und sprach von einem "fragwürdigen Demokratie-Verständnis."

Die Regionalliga-Reform und damit die Einführung einer neuen Aufstiegsregelung sind  ins Stocken geraten und stehen offenbar vor dem Scheitern. Die Drittligisten nannten ihre Protestaktion deshalb auch "Stillstehen gegen den Stillstand". Am Freitag (07.12.2018) wird auf der DFB-Präsidiumssitzung jetzt weiter debattiert.

Arbeitsgruppe laut "Kicker" aufgelöst

Dass reformiert werden muss, darüber sind sich alle einig. Zu ungerecht ist die Lösung, dass von fünf Regionalliga-Meistern nur drei aufsteigen dürfen. Der DFB schuf deshalb eine zweijährige Übergangslösung, bei der wenigstens vier Klubs eine Liga höher gehen. Das bedeutet aber auch, dass seit dieser Saison vier Vereine aus der 3. Liga absteigen. Das haben die Drittligisten so akzeptiert.

Und zwar auch deshalb, weil ja immer nur von einer Übergangslösung die Rede war. Eine Arbeitsgruppe sollte eine Lösung zur Reduzierung der fünf Ligen auf nur vier erarbeiten. Doch die wurde laut Informationen des "Kicker" inzwischen aufgelöst.

Drittligisten sind sauer

Wer zu welcher Liga gehört, sollen jetzt die jeweiligen Regional- und Landesverbände in Zusammenarbeit mit den Drittliga- und Regionalligavereinen entscheiden. Ein Vorschlag sieht vor, dass die Klubs der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern auf zwei Staffeln verteilt werden. Die Regionalligen West und Südwest blieben dann erhalten. Problem aus Sicht der Drittligisten: Es tut sich nichts.

Die fühlen sich jetzt über den Tisch gezogen und gehen auf Konfrontationskurs. "Wir sind vor der Saison in Vorleistung gegangen, in dem wir einfach mal so einen Abstiegsplatz hergegeben haben. In der Hoffnung, dass es dann eine klare Regionalliga-Reform gibt. Dem ist Stand jetzt aber nicht so. Deswegen fordern wir, dass es zur alten Regelung zurückgeht, zu drei Abstiegsplätzen", begründete Malte Metzelder, Geschäftsführer Sport bei Drittligist Preußen Münster, den Protest in der ARD-Sportschau.

Koch denkt an zwei dritte Ligen

Laut den Drittliga-Klubs gebe es "gerade in den Regional- und Landesverbänden Kräfte, die ausschließlich den traditionellen Machterhalt im Auge haben und nicht über eine sachgerechte Lösung für den Fußball nachdenken." Kein vierter Verein der 3. Liga sollte für den offensichtlich fehlenden Willen zur Bildung einer Lösung mit vier Regionalligen mit dem Abstieg bestraft werden, hieß es. Klartext: Die Drittligisten vermuten, dass im Norden, Nordosten und Bayern der Wille fehlt, aus drei nur noch zwei Ligen zu machen.

Nach Ansicht des DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch sind die Drittligisten ihrerseits bisher einen eigenen Vorschlag schuldig geblieben. Koch hatte zuletzt die Einführung von zwei 3. Ligen vorgeschlagen. "Wäre die 3. Liga zweigleisig, hätten wir eine echte pyramidale Ligenstruktur und mit der Bildung der dann fünf oder sogar sechs Regionalligen überhaupt keine Probleme", sagte Koch.

Entscheidung im September 2019

Die 20 betroffenen Klubs können sich das rein gar nicht vorstellen. "Die Drittligisten verlangen, die inzwischen stärkste 3. Liga aller Zeiten in ihrer über zehn Jahren bewährten eingleisigen Form zu erhalten und konsequent weiter zu professionalisieren. Das ist aus Sicht der Vereine der 3. Liga alternativlos", ließen die Klubs mitteilen.

Grindel forderte alle auf, sich an "diesem demokratischen Diskussionsprozess zu beteiligen und dann zu einem Kompromiss zu kommen. Es wird nie so sein, dass sich alle zu 100 Prozent durchsetzen. Dazu sind die Grundsatzpositionen zu unterschiedlich." Geplant ist, dass die Neuregelung des Aufstiegs zur 3. Liga beim DFB-Bundestag 2019 am 26. und 27. September verabschiedet werden soll.

vdv/sid/dpa | Stand: 06.12.2018, 12:30

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