DFB-Präsident Keller befürchtet Insolvenzen

Fritz Keller

Coronakrise

DFB-Präsident Keller befürchtet Insolvenzen

DFB-Präsident Fritz Keller befürchtet dramatische Folgen für den Profifußball durch die Coronavirus-Pandemie. Es könne sogar zu Insolvenzen kommen.

"Ja, das ist nicht ausgeschlossen. Je länger das geht, werden wir dieses Szenario leider erleben müssen - in der 2. Liga sowieso, und in der 3. Liga sieht es noch schlimmer aus", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Interview mit dem TV-Sender Phoenix.

Hilferufe "seriös und glaubhaft"

Die vielen Hilferufe der Profiklubs seien "seriös und glaubhaft", erklärte der 63-Jährige. Er glaube nicht, "dass die Fußball-Landschaft nach der Coronakrise gleich sein wird wie heute. Wir werden einige vermissen."

DFB-Präsident Fritz Keller: "Wissenschaft und Politik bestimmen den Moment" Sportschau 09.04.2020 08:08 Min. Verfügbar bis 09.04.2021 Das Erste

Gefährdet seien aber "nicht nur die Profis, sondern alle Ligen von der Verbandsliga bis zur Kreisklasse und der gesamte Sport. Alle leiden darunter."

"So früh wie möglich wieder Spiele durchführen"

Der Profifußball könne es allerdings schaffen, so Keller, "wenn wir so früh wie möglich, natürlich nur unter den Bedingungen, niemanden zu gefährden, und unter Zuschauerausschluss, wieder Spiele durchführen können."

Politik und Wissenschaft entscheiden

Einen Zeitpunkt für einen Start wollte der DFB-Präsident aber nicht nennen: "Zunächst geht es darum, Leben zu retten. Das ist das Wichtigste. Der entscheidende Moment wird von der Politik und der Wissenschaft bestimmt. Wir bereiten uns darauf vor." Aktuell gelte, sagte Keller, "abwarten und an die Regeln halten".

Keller: Weiter abwarten und sich an die Regeln halten

Sportschau 09.04.2020 02:07 Min. Verfügbar bis 09.04.2021 ARD Von Mathias Merget

Laut "kicker" 13 von 36 Klubs bedroht

Wie sehr unter der Saison-Unterbrechung gelitten wird, zeigen die Sparmaßnahmen der Vereine. Durch Kurzarbeit und Gehaltsverzicht bei den Profis versuchen die Klubs, bis zu einem erhofften Wiederbeginn der Spielzeit über die Runden zu kommen. Dennoch sind laut "kicker" 13 der 36 Erst- und Zweitligisten akut von der Insolvenz bedroht. Falls der Ball im Mai immer noch nicht rollt, könnte das Szenario eintreten, das Christian Seifert schon Mitte März prophezeite. "Dann brauchen wir uns nicht mehr darüber zu streiten, ob es 18 oder 20 Bundesligisten sein sollen", hatte der Boss der Deutschen Fußball Liga (DFL) damals gesagt: "Denn dann wird es keine 20 Profiklubs mehr geben."

Schalker Hilferuf

Wie dramatisch die Lage ist, macht das Beispiel Schalke 04 deutlich. "Der Verein steht aktuell vor einer potenziell existenzbedrohenden wirtschaftlichen Situation", hieß es auf der Internetseite des Klubs. Eine derart drastische Formulierung auf der Homepage eines Klubs, wo sonst fast nur Erfolgsmeldungen auftauchen und Negativ-Berichterstattung kaum stattfindet, lässt das Schlimmste befürchten.

sid/dpa | Stand: 09.04.2020, 12:33

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