Al Araibi in Thailand freigelassen

Hakeem Al Araibi in seiner Zelle in Thailand

Fußballer aus Bahrain

Al Araibi in Thailand freigelassen

Der frühere Fußball-Nationalspieler Hakeem Al Araibi aus Bahrain ist nach zweieinhalb Monaten Haft in Thailand wieder in Freiheit.

Ein Gericht in Bangkok entschied am Montag (11.02.2019), dass das Auslieferungsverfahren gegen den 25-Jährigen eingestellt wird. Damit muss der Fußballer auch keine Abschiebung in seine alte Heimat mehr fürchten und kann nach Australien zurückkehren, wo er inzwischen als politischer Flüchtling anerkannt ist. Al Araibi spielt dort für einen Verein aus Melbourne.

Seit Ende November im Gefängnis

Der Sportler war auf Bitten Bahrains Ende November in Thailand festgenommen worden, wo er zusammen mit seiner Frau Urlaub machen wollte. Das autoritär regierte Königreich im Persischen Golf wirft ihm vor, sich während des "Arabischen Frühlings" 2011 an Ausschreitungen beteiligt zu haben. In Abwesenheit wurde er deshalb zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er bestreitet die Vorwürfe.

Der Fall hatte auch international Schlagzeilen gemacht. Der Weltverband FIFA und das Internationale Olympische Komitee forderten seine Freilassung. Auch mehrere ehemalige und heutige Fußball-Profis wie Gary Lineker oder Italiens Nationalmannschafts-Kapitän Giorgio Chiellini setzten sich für ihn ein.

Gespräche auf höchster Ebene

Bahrains staatliche Nachrichtenagentur BNA hatte am Sonntag (10.02.2019) gemeldet, Ministerpräsident Scheich Chalifa bin Salman Al Chalifa habe ein Telefonat mit Thailands Regierungschef Prayut Chan-o-cha geführt. Zudem schrieb sie, Bahrains Kronprinz sei mit dem thailändischen Außenminister zusammengekommen. Über die Inhalte der Gespräche wurde nichts bekannt. Es liegt aber nahe, dass dabei auch über Al Araibi gesprochen wurde.

Thailands Außenministerium eröffnete dann am Montagmorgen der Staatsanwaltschaft, dass Bahrain von seiner Anfrage nach einer Auslieferung Al-Araibis abgerückt sei, wie der Direktor des internationalen Büros der Generalstaatsanwaltschaft erklärte.

Schuldspruch bleibt aufrecht

Der australische Premierminister Scott Morrison dankte der thailändischen Regierung für diesen Schritt. Al Araibi könne nun endlich nach Hause zurückkehren, sagte er. Das bahrainische Außenministerium gab bekannt, dass der Schuldspruch gegen Al Araibi weiterhin aufrecht bleibe. Er könne gegen diesen selbstverständlich Einspruch beim Berufungsgericht erheben. Aber auch Bahrain behalte sich das Recht vor, alle notwendigen Rechtsmittel gegen ihn auszuschöpfen. Weitere Details wurden nicht genannt.

"Das ist ein großer Sieg für die Menschenrechtsbewegung in Bahrain, Thailand und Australien - und auf der ganzen Welt", sagte Sajed Alwadei vom Institut für Rechte und Demokratie in Bahrain. Der Kapitän des australischen Fußballnationalteams, Craig Foster, der sich für die Freilassung Al-Araibis eingesetzt hatte, dankte allen Beteiligten für die Mithilfe. "Viele wunderbare Menschen haben sich eingesetzt, um Hakeem zu helfen", schrieb er auf Twitter.

red/dpa/sid | Stand: 11.02.2019, 09:44

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