Spannung in der Relegation: Diese Entscheidungen stehen noch an

Die Trainer der Teilnehmer der Relegation (1. und 2. Bundesliga, v. l. n. r.): Florian Kohfeldt, Frank Schmidt, Michael Wiesinger und Thomas Oral

Fußball

Spannung in der Relegation: Diese Entscheidungen stehen noch an

Im deutschen Fußball fallen die letzten beiden Entscheidungen der Saison. Während Heidenheim und Bremen um das letzte Erstliga-Ticket kämpfen, geht es im Süd-Derby zwischen Ingolstadt und Nürnberg darum, wer kommende Saison in der 2. Liga spielt.

Es geht um das letzte Ticket für die kommende Bundesliga-Saison - und der FC Heidenheim könnte gegen Werder Bremen nicht nur eine Sensation schaffen, sondern auch eine dürftige Bilanz aufpolieren.

Erst drei Mal setzte sich der Zweitligist durch

Denn seit der Wiedereinführung der Relegation zur Fußball-Bundesliga 2008/2009 konnte sich erst dreimal der Zweitligist durchsetzen. Heidenheim möchte es Nürnberg (2009 gegen Cottbus), Düsseldorf (2012 gegen Hertha) und Union Berlin (2019 gegen Stuttgart) gleichtun.

Für Werder hingegen geht es am Montag (06.07.2020, ab 20.30 Uhr im Live-Ticker auf sportschau.de) darum, den ersten Abstieg seit 40 Jahren zu vermeiden. Nach dem 0:0 im Hinspiel werden die Bremer auf ein frühes Tor setzen, da in der Relegation die Auswärtstorregel gilt. "0:0 ist ein sehr gutes, aber auch ein gefährliches Ergebnis. Ein Tor kann uns reichen, aber wir brauchen eben zwei, wenn Bremen trifft", rechnete der Heidenheimer Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald vor. Bei einem 1:1 oder 2:2 in Heidenheim wäre Bremen aufgrund der Auswärtstore also weiterhin Erstligist.

Heidenheim mag es zu Hause, Werder auswärts

Aber: Heidenheim ist heimstark. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt hat letztmals am 6. Oktober 2019 in der 2. Fußball-Bundesliga ein Spiel im eigenen Stadion verloren. Es folgten zwölf Partien ohne Niederlage. Zudem stellte der FCH angesichts von 36 Gegentoren hinter Meister Arminia Bielefeld die beste Defensive der 2. Liga.

Bremen hingegen tritt gerne in der Fremde an. Mit Siegen in Freiburg, auf Schalke und in Paderborn legten die Grün-Weißen auswärts erst den Grundstein dafür, überhaupt in der Relegation dabei zu sein. In Kevin Vogt kehrt außerdem ein körperlich und mental starker Spieler nach seiner Gelbsperre zurück. Personell verfügt Trainer Florian Kohfeldt trotz des Ausfalls des gesperrten Kapitäns Niklas Moisander über so viele Alternativen wie die ganze Saison noch nicht.

"Natürlich spüre auch ich den Druck", sagte Kohfeldt am Sonntag. "Aber es ist trotzdem immer noch ein Privileg, bei solchen Spielen dabei zu sein. Das sind auch die Tage, an denen Geschichte geschrieben wird, und davon träumt man doch als Kind", sagte der Bremer Trainer.

Nürnberg hat gegen Ingolstadt zunächst Heimrecht

In der 2. Liga stehen in der kommenden Woche noch Hin- und Rückspiel der Relegation an. Seit diesem Wochenende ist klar, dass es der relegationserfahrene 1. FC Nürnberg mit dem oberbayerischen Nachbarn aus Ingolstadt zu tun bekommt.

Nürnberg hat am Dienstag (07.07.2020, Anpfiff um 18.15 Uhr) zunächst Heimrecht. Im Rückspiel am 11. Juli (18.15 Uhr) ist der Drittligist der Gastgeber.

Oral möchte Vorjahr wiedergutmachen

Ingolstadt bleiben nach dem spannenden letzten Spieltag in der 3. Liga somit nur wenige Tage, um sich auf die entscheidenden Partien vorzubereiten. Ingolstadts Trainer Tomas Oral freut sich trotzdem auf die Möglichkeit: "Wir haben jetzt noch mal eine Riesenchance bekommen, um das wettzumachen, was wir letztes Jahr verbockt haben!"

Denn im Vorjahr verlor der FCI in der Relegation gegen Wehen Wiesbaden - und das, obwohl die Ingolstädter vier Tore schossen. Da Wiesbaden jedoch mehr Auswärtstore erzielte, verpasste Ingolstadt denkbar knapp den Aufstieg in die 2. Liga. 2010 hatten die Oberbayern in der Relegation durch zwei Siege gegen Hansa Rostock einst die Liga gehalten. Nürnberg setzte sich schon zwei Mal in der Relegation durch - 2009 und 2010. Da ging es aber noch um die Relegation zur Bundesliga.

3. Liga - die Aufstiegskonferenz am 38. Spieltag Sportschau 04.07.2020 07:46 Min. Verfügbar bis 04.07.2021 Das Erste

Bilanz spricht klar für die Drittligisten

In der 2. Liga profitieren seit Einführung der eingleisigen 3. Liga hingegen die Drittligisten statistisch gesehen deutlich von der Relegations-Regelung. In bisher elf Duellen setzte sich nur drei Mal der Zweitligist durch.

sid, dpa | Stand: 05.07.2020, 10:54

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