FIFA reformiert Klub-WM - Aufstockung auf 24 Teams

Gianni Infantino

Schreiben an die UEFA

FIFA reformiert Klub-WM - Aufstockung auf 24 Teams

Gegen den Widerstand aus Europa hat der Fußball-Weltverband FIFA die Klub-WM reformiert. Das neue Turnier mit 24 statt sieben Mannschaften wird im Sommer 2021 zunächst als "Pilotprojekt" ausgetragen. Der Confed Cup wird dafür gestrichen.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA), die sich vehement gewehrt hatte, wird acht Spitzenklubs entsenden. Aus Deutschland dürfte Bayern München die besten Chancen auf eine Einladung haben. "Das ist ein Meilenstein in der Geschichte des Fußballs und der FIFA", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino: "Ich bin sehr glücklich, dass das Council diese Entscheidung gefällt hat. Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, den Klubfußball weltweit zu stärken. Wir wollen einen interessanten und prestigeträchtigen Wettbewerb sehen."

Die sieben UEFA-Delegierten waren bei der Entscheidung während der Sitzung in Miami im 31-köpfigen FIFA-Council zahlenmäßig deutlich unterlegen. Auch die scharfe Kritik der in Europa einflussreichen Klub-Vereinigung ECA, die mit dem Boykott der europäischen Spitzenklubs droht, hatte letztendlich keine Auswirkungen.

Ausrichter noch offen

Das Turnier wird vom 17. Juni bis zum 4. Juli 2021 gespielt werden, viel mehr Details stehen aber noch nicht fest. Der Ausrichter muss noch bestimmt werden. Wie bei dem ersetzten Confed-Cup auf den WM-Ausrichter ein Jahr später zu bauen, ist so gut wie unmöglich. Die Endrunde 2022 in Katar wurde extra in den Winter verlegt, weil in den Sommermonaten am Persischen Golf extreme Hitze herrscht.

Laut der Council-Dokumente werden neben den acht Europäern jeweils drei Vereine aus Asien, Afrika sowie der Region Nord- und Mittelamerika/Karibik teilnehmen. Südamerika bekommt sechs Startplätze, die ozeanische Konförderation einen. Außer der UEFA hatten sich alle Kontinentalverbände im Vorfeld für die Reform ausgesprochen.

Offenbar einhellige Ablehnung bei Europas Top-Klubs

Der Zusammenschluss von 232 europäischen Vereinen in der ECA hatte kurz vor der Sitzung des FIFA-Councils laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) angekündigt, dass jedes wie auch immer überarbeitete Format des Turniers angesichts des bis 2024 fixierten Spielkalenders "nicht akzeptabel" sei und kein europäischer Topklub "an so einem Wettbewerb teilnehmen" werde. Das gehe aus einem Brief der ECA an die Europäische Fußball-Union UEFA mit Kopie an Infantino hervor, die der SZ vorliege.

Das Papier sollen alle 15 Vorstandsmitglieder der ECA, darunter auch Bayern München, unterschrieben haben.

dpa | Stand: 15.03.2019, 18:37

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