DFB-Bundestag: Bierhoff stellt Masterplan vor

Oliver Bierhoff hält eine Rede im DFB-Bundestag

Personalrochaden

DFB-Bundestag: Bierhoff stellt Masterplan vor

Der neue DFB-Boss Fritz Keller hatte gerade erst eine schonungslose Generalinventur angekündigt, da legte Oliver Bierhoff mit mahnenden Worten einen Masterplan für die Rückkehr des deutschen Fußballs in die Weltspitze vor.

Nach Jahren der Krisen und Skandale wollen die starken Männer des Deutschen Fußball-Bundes eine neue Ära einläuten. Mit einem riesigen weißen Blumenstrauß in der Hand stand Keller nach seiner Wahl auf dem Präsidiumspodium und suchte erstmal seinen Sitzplatz. "Wo muss ich denn hin?", fragte der neue DFB-Präsident und erntete dafür freundliche Lacher aus dem Plenum.

Überhaupt nicht orientierungslos hatte sich der 62-Jährige in seiner Rede vor den 257 Delegierten des DFB-Bundestages gezeigt, die ihn am Freitag (27.09.2019) in Frankfurt einstimmig zum 13. Präsidenten des seit Jahren kriselnden Verbandes kürten. Als Sofortmaßnahme kündigte Keller eine externe Überprüfung aller DFB-Bereiche an, der sportlichen wie der wirtschaftlichen.

Neuer DFB-Präsident kündigt Generalinventur an Sportschau 27.09.2019 00:44 Min. Verfügbar bis 27.09.2020 Das Erste

Energische Grundsatzrede von Bierhoff

Für den nach der WM-Pleite ersehnten sportlichen Aufschwung zeichnet DFB-Direktor Bierhoff verantwortlich, der als Geschäftsführer der ausgelagerten DFB GmbH einen weiteren Karriereschritt macht. In einer energischen Grundsatzrede stellte Bierhoff seinen Plan für eine dauerhafte Rückkehr der Nationalmannschaft in die Weltspitze vor.

"Der deutsche Fußball ist immer noch konkurrenzfähig, jedoch sind klare warnende Tendenzen nicht erst seit dem Ausscheiden in der Vorrunde bei der WM 2018 von uns erkannt worden", sagte er.

"Für die Ausbildung müssen wir alles tun. Das ist die Zukunft, auf die der deutsche Fußball in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zählen muss", begrüßte Bundestrainer Joachim Löw die Bierhoff-Initiative. Unter dem Titel "Projekt Zukunft - Für die Weltmeister von Morgen", will Bierhoff die Grundlagen für einen Aufschwung legen: "Wir brauchen den nächsten großen beherzten Schritt im deutschen Fußball."

Schonungslose Analyse, konkrete Lösungsansätze – das "Projekt Zukunft" von Bierhoff Sportschau 27.09.2019 12:11 Min. Verfügbar bis 27.09.2020 Das Erste

Präsidium neu geordnet

Neben der Wahl von Fritz Keller zum neuen Chef wurde auch das restliche Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim Bundestag in Frankfurt/Main neu geordnet. Nicht mehr dabei sind Eugen Gehlenborg, Hans-Dieter Drewitz, Reinhard Rauball und Helmut Hack. Neu im Gremium sind Günter Distelrath, Dirk Janotta, Oliver Leki und Steffen Schneekloth.

DFB-Vicepräsident Peter Peters, DFB-Präsident Fritz Keller und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius im DFB-Bundestag

DFB-Vicepräsident Peter Peters, DFB-Präsident Fritz Keller und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius im DFB-Bundestag

Nachfolger von Rauball als einer der beiden 1. Vizepräsidenten ist Peter Peters vom Bundesligisten Schalke 04. Als weiterer 1. Vizepräsident wurde Rainer Koch im Amt bestätigt.

Ebenfalls am Freitag wiedergewählt wurden Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge. Das Gremium besteht künftig aus 20 Mitgliedern. Darunter fünf Angehörige mit beratender Stimme und Ehrenpräsident Egidius Braun. Die Ressortzuständigkeiten fallen weg, das Präsidium soll künftig eher als "Kollegialorgan" auftreten.

Vergütungsausschuss neu gegründet

Gewählt wurde zudem zum ersten Mal ein Vergütungs- und Beratungsausschuss. Das Gremium ist zuständig für die "Einordnung der Tätigkeiten der Mitglieder des DFB-Präsidiums als Haupt-, Neben- oder Ehrenamt sowie die Festsetzung des Entgelts, der Aufwandsentschädigung beziehungsweise der Vergütung, des Verdienstausfalls und weiterer Sachzuwendungen".

Dem vierköpfigen Gremium gehören Heribert Bruchhagen, Claudia Diem, Wolfgang Hotze und Professor Marcel Tyrell an. Neuer Vorsitzender der Ethikkommission ist Thomas Oppermann. Der 65-Jährige ist seit Oktober 2017 Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Zuvor war er von Dezember 2013 bis September 2017 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Oppermann folgt auf den verstorbenen Klaus Kinkel und den zuletzt kommissarisch amtierenden Nikolaus Schneider. 

red/dpa/sid | Stand: 27.09.2019, 14:11

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