Formel 1 – Mercedes' verlorene Monaco-Liebe

Grand Prix in Monte Carlo

Formel 1 – Mercedes' verlorene Monaco-Liebe

Der Grand Prix der Formel 1 in Monaco könnte die Topteams wieder näher aneinander bringen. Mercedes hofft auf eine bessere Monaco-Performance als in den vergangenen Jahren, Ferrari will wieder zur Stabilität vom Beginn der Saison finden, und Red Bull hofft auf den großen Coup.

"Red Bull ist in langsamen Kurven stark - und wenn die Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden weniger entscheidend ist. Ferrari hat unterdessen im vergangenen Jahr dort dominiert", analysiert Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Ausgangsposition vor dem sechsten Saison-Rennen an der Côte d’Azur. Wolff sah nicht zuletzt wegen der WM-Führung auch sein eigenes Team auf einem guten Weg: "Das Auto war schnell, ging gut mit den Reifen um und beide Fahrer waren mit der Balance sowie dem Fahrverhalten zufrieden", sagte der Österreicher.

Mercedes liebt Monaco nicht mehr

Dabei stehen die Zeichen für die Silbernen auch 2018 nicht sonderlich auf Sieg. Von 2013 bis 2016 hatte Mercedes in Monte Carlo dominiert. Doch im Vorjahr düpierte Ferrari mit einem überlegenen Doppel-Sieg die Konkurrenz und fand zu alter Dominanz in den engen Straßen Monte Carlos. 16 Jahre hatte die Scuderia warten müssen, ehe Michael Schumachers letzter Triumph wiederholt werden konnte. Es ist nicht zu erwarten, dass in diesem Jahr Ferraris Performance dort plötzlich einbricht.

Die Mercedes-Boliden sind zu lang für die engen Kurven, für die in die  Autos teilweise andere Lenkungen eingebaut werden. Und: Der Monaco-Grand-Prix dürfte zu warm werden für eine gute Balance zwischen Mercedes und den Reifen. Je kühler, desto besser für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas – am kommenden Wochenende werden Temperaturen im Schatten um 27 Grad erwartet. Eigentlich zu viel für die Autos mit dem Stern.

Neue Reifenmischung soll die Rundenzeiten drücken

Apropos Reifen: Pirelli wird in Monte Carlo eine neue Reifenmischung an den Start bringen – die Hypersoftreifen. An ihnen soll nicht die pink-farbene Markierung das Auffälligste sein, sondern die nie dagewesene Performance, die die Rundenzeiten um eine ganze Sekunde drücken könnte - womöglich noch ein Nachteil für Mercedes.       

Bei Ferrari indes sucht man die Stabilität vom Saisonbeginn. Auch gab es deutliche Kritik an der Taktik. Noch bleibt Sebastian Vettel ruhig – aber innerlich dürfte es in dem ehrgeizigen Siegfahrer brodeln. Doch heimlich spekuliert der viermalige Weltmeister offenbar mit dem Sieg im Fürstentum: "Selbst wenn wir dort großartig unterwegs sein sollten, dürfen wir nicht vergessen, dass wir noch einiges zu tun haben."

Wer triumphiert in Monte Carlo? Vielleicht gelingt Red Bull der Coup – aber wohl nur, wenn in der Qualifikation Daniel Ricciardo oder Max Verstappen die Bestzeit gelingt. Denn das ist fast so etwas wie ein Gesetz: In Monaco, wo überholen fast unmöglich ist, stammt der spätere Sieger aus der ersten Startreihe.   

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Donnerstag, 25.5., 22.50 Uhr

jo | Stand: 24.05.2018, 13:00

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