Formel 1 in Monte Carlo - Kurvige Angelegenheit

Kurve in Monaco

Großer Preis von Monaco

Formel 1 in Monte Carlo - Kurvige Angelegenheit

Das Formel-1-Rennen in Monaco gilt als kurvenreicher und anspruchsvoller Klassiker mit Glamour-Faktor. Überschattet wird der Grand Prix vom Tode Niki Laudas.

Die Ausgangslage

Vor dem sechsten Saisonrennen führt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton die Gesamtwertung mit 112 Punkten an. Dahinter folgt sein Teamgefährte Valtteri Bottas mit 105 Zählern. Dritter ist Max Verstappen im Red Bull (66). Erst dann folgen die beiden Ferrari: Sebastian Vettel ist Vierter (64), Charles Leclerc Fünfter (57).

Die Strecke

Es ist die kürzeste Strecke im Rennkalender. 78 Mal müssen die Piloten den 3,337 Kilometer langen Stadtparcours durchfahren. Überholen ist auf dem Circuit de Monaco so gut wie unmöglich. Es gibt 18 Kurven - ungefähr alle 183 Meter eine. Für die Fahrer bedeutet das höchste Anspannung. Fehler werden sofort bestraft und enden nicht selten in der Leitplanke. Von denen gibt es jede Menge, im Gegensatz zu Auslaufzonen. Die Fahrer lieben es. "Es gibt nichts, das an Monaco rankommt. Es gibt ein paar Straßenkurse im Formel-1-Kalender mit Baku und Singapur, die auch jeder für sich großartig sind. Aber Monaco ist fantastisch und unvergleichlich. Es gibt dir einen mächtigen Adrenalinrausch. Du fühlst den Speed, wenn du so eng zwischen den Mauern die Runde fährst", sagt Renault-Fahrer Nico Hülkenberg.

Die Favoriten

Natürlich die Silberpfeile. In den bisherigen fünf Saisonrennen machten Hamilton und Bottas die Plätze eins und zwei unter sich aus. Sechs Doppelsiege in Folge wären ein Novum in der fast 70-jährigen Geschichte der Formel 1. Chancen haben aber auch Ferrari und Red Bull. Weil im Fürstentum das Überholen noch schwieriger ist als sonstwo, kommt dem Qualifying eine vorentscheidende Bedeutung zu: In den vergangenen 33 Jahren ging der spätere Sieger 26 Mal aus der ersten Startreihe ins Rennen. Allerdings sind Safety-Car-Phasen möglich, die das Rennen auf den Kopf stellen könnten. Auch Regen hat in Monaco schon oft für überraschende Ergebnisse gesorgt.

Niki Lauda - Formel 1 aus Leidenschaft Sportschau 21.05.2019 02:47 Min. Verfügbar bis 21.05.2020 Das Erste

Die Statistik

Im vergangenen Jahr siegte Daniel Ricciardo, als er noch für Red Bull unterwegs war. 2017 fuhr Vettel im Ferrari als Erster über die Ziellinie. Davor war Monaco Mercedes-Land: 2013, 2014 und 2015 siegte Nico Rosberg, 2016 Hamilton. Insgesamt gab es zehn deutsche Siege. Fünf Mal gewann Rekordweltmeister Michael Schumacher (1994, 1995, 1997, 1999 und 2001). Vettel gewann den Klassiker nicht nur 2017, sondern auch 2011 im Red Bull. Rekordsieger ist der Brasilianer Ayrton Senna mit sechs Erfolgen.

Der Zeitplan

Die beiden ersten Trainingseinheiten stehen schon am Donnerstag (23.05.2019) auf dem Programm. Das Qualifying startet am Samstag (15 Uhr) nach dem dritten Training. Das Rennen beginnt am Sonntag um 15.10 Uhr. Der Freitag ist traditionell Formel-1-frei in Monte Carlo.

Viel Glamour im Fürstentum

Monaco gilt als Glamour-Grand-Prix. Während die Fahrer durch die engen Straßenschluchten des Fürstentums hetzen, feiert (sich) der Jetset auf mondänen Yachten oder in den sündhaft teuren Klubs. Auch in diesem Jahr wird jede Menge Prominenz dabei sein - und natürlich auch die Fürstenfamilie.

Formel 1 - Mercedes feiert fünften Sieg im fünften Rennen Morgenmagazin 13.05.2019 01:32 Min. Verfügbar bis 13.05.2020 Das Erste

Trauer um Niki Lauda

Überschattet wird der Grand Prix jedoch vom Tod des dreimaligen Weltmeisters Niki Lauda. Mercedes wird beide Wagen mit der Aufschrift "Danke Niki" versehen. Dazu ist die Unterschrift des Österreichers aufgedruckt, der am Montag im Alter von 70 Jahren gestorben war. Zudem wird ein Stern auf der Motorabdeckung rot sein - in Anlehnung an Laudas berühmte rote Kappe. Die Mercedes-Teammitglieder tragen zudem das komplette Wochenende Trauerflor. Seit 2012 war Lauda Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Rennstalls. Auch Toro Rosso und Laudas frühere Rennställe Ferrari und McLaren wollen ihre Trauer zum Ausdruck bringen. Ob es vor dem Rennen eine Gedenkminute geben wird, liegt in der Hand des Automobil-Weltverbandes beziehungsweise des Formel-1-Managements.

Vettel gelassen und auch nachdenklich

Herausforderer Vettel ist vor dem Rennen gelassen. Der Deutsche betont die eigenen Gesetze auf dem Stadtkurs. "Roulette" sei es, sagt er, und hofft wohl insgeheim auf ein wenig Glück. Vettel weiß aber auch, dass sein Ferrari einfach nicht schnell genug ist. "Auf dem Papier wird Monaco schwierig, wir sind in den Kurven zu langsam", sagt er: "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das zu ändern." Dass er in Leclerc einen Monegassen im Team hat, der sich innig wünscht, bei seinem Heimrennen den ersten Sieg seiner jungen Karriere zu feiern, macht es für Vettel auch nicht einfacher.

Hamilton trauert

Hamilton äußerte sich nicht zum Rennen. Der Titelverteidiger sagte wegen Laudas Tod alle Medientermine ab. Anstatt wie eigentlich vorgesehen Hamilton, stellte sich Teamkollege Bottas den Fragen bei der offiziellen Pressekonferenz. "Lewis hat einen sehr engen Freund verloren", sagte ein Sprecher des Mercedes-Rennstalls und bat um Verständnis. Klar ist aber: Der Brite ist wild entschlossen, für Lauda den Sieg in Monaco einzufahren.

Räikkönen vor 300. Rennen

Für den Finnen Kimi Räikkönen (Alfa Romeo Racing) ist es das 300. Formel-1-Rennen. Er gibt sich gewohnt nüchtern. "Es macht keinen Unterschied zum vergangenen oder zum nächsten Rennen. Es ist nur eine Zahl", sagt der 39-Jährige. 21 Siege und 103 Podestplätze hat er eingefahren. Seit 2001 ist Räikkönen dabei, 2007 wurde er im Ferrari Weltmeister.

vdv/sid/dpa | Stand: 23.05.2019, 09:22

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