Suzuka - Vollgas unterm Riesenrad

Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in Japan

Formel 1 gastiert in Japan

Suzuka - Vollgas unterm Riesenrad

Die Formel 1 macht Station im japanischen Suzuka. Dort ist die Strecke der Star. sportschau.de erklärt, warum die Fahrer den Kurs so sehr mögen.

Die Ausgangslage

Vor dem 17. von 21 Rennen liegt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton mit 306 Punkten auf Platz eins der Gesamtwertung. Sebastian Vettel im Ferrari ist mit 50 Zählern Rückstand Zweiter. Auf Platz drei folgt Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas mit 189 Punkten.

Der WM-Kampf

Der Titelverteidiger aus England hat zuletzt drei Siege in Serie gefeiert und den Abstand auf Vettel kontinuierlich vergrößert. Weltmeister kann er in Japan aber noch nicht werden. Fest steht aber auch, dass Vettel nicht mehr aus eigener Kraft den Titel holen kann. Hamilton würde auch wieder Weltmeister, wenn er in den verbleibenden fünf Rennen stets nur Zweiter hinter Vettel wird.

Die Favoriten

In Japan spricht vieles für den nächsten Mercedes-Sieg. Die Mercedes-Piloten dominierten das erste und das zweite freie Training. Von den jüngsten vier Japan-Rennen hat Hamilton drei gewonnen, den anderen gewann mit Nico Rosberg ebenfalls ein Mercedes-Fahrer. Der 33-Jährige ist in Bestform und hat "seine Leistung seit der Sommerpause auf ein neues Level gehoben", wie Teamchef Toto Wolff es beschreibt. Und er weiß sein Team hinter sich. Kollege Bottas wurde zuletzt in Sotschi per Stallorder zurückgepfiffen, so dass Hamilton den Sieg und die volle Punktzahl einheimsen konnte.

Vettels Hoffnung

Vettel sieht sich im Titelkampf dennoch noch nicht geschlagen. "Wenn alles gut läuft, haben wir noch immer eine gute Chance", sagt der Ferrari-Pilot. Der 31-Jährige verweist auf technische Entwicklungen an seinem Auto. "Wir haben einen Plan. Es kommen noch Teile, und Fortschritte sind geplant", sagt Vettel. Und er hofft auf einen Patzer Hamiltons. "Es braucht nur einen Ausfall, idealerweise zwei, und die Sache sieht wieder ganz anders aus. Ich wünsche Lewis das nicht. Aber man weiß nie, was passiert", sagt Vettel. Bei möglichen Pannen bei Hamilton müsse Ferrari zur Stelle sein. "Wir müssen nur unser Maximum ausschöpfen und alles tun, was wir können", erklärt er: "Die nächsten Strecken spielen uns mehr in die Karten." Problem: Hamilton sah in den vergangenen 41 Rennen 40-mal die Zielflagge.

Hamiltons Ansage

Der will trotz seiner klaren Führung im Titelrennen weiter auf Attacke fahren. "Ich ändere meine Herangehensweise nicht, nur weil ich in Führung liege. Der Fokus ist immer noch derselbe", sagt er: "Ein Ausfall, ein Fehler und das Polster könnte ganz schnell verschwinden", erklärt auch Hamilton. Daher wolle er so bald wie möglich seinen fünften Titel perfekt machen.

Lieblingstrecker vieler Fahrer

Der Suzuka International Racing Course ist eine der größten Herausforderungen im WM-Kalender. Auf kaum einer Strecke wird das Können der Fahrer so sehr über die gesamte Distanz herausgefordert wie dort. Die Piloten müssen auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs 53 Runden absolvieren. Passagen wie die schnelle 130R, die Degner-Kurven oder auch die berühmte Spoon machen Suzuka zu einem Lieblingsort vieler Fahrer. In der Draufsicht wirkt der Kurs wie eine Acht. Er bietet von allem etwas: Sehr schnelle Passagen, spektakuläre Kurven, es geht bergauf und bergab.

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"Einer der Höhepunkte"

"Suzuka ist einer der Höhepunkte. Jeder in der Formel 1 spricht über diese Strecke, vor allem den ersten Sektor mit seinem Höchsttempo, wo man die modernen Formel-1-Autos wirklich ans Limit bringen kann", sagt der Neuseeländer Brendon Hartley im Toro Rosso. Und Red-Bull-Pilot Max Verstappen schwärmt von einer "Strecke alter Schule."  Trotz schlechter WM-Chancen ist die Vorfreude auf Japan selbst bei Vettel groß. "Das ist meine Lieblingsstrecke. Und das will ich mir nicht durch Rechenspiele verderben", sagt er.

Verrückte Fans

Abseits der Piste machen die PS-begeisterten Fans den Grand Prix teilweise zum Tollhaus. Es herrscht Volksfeststimmung. Nicht nur Honda als Motorenlieferant für Toro Rosso wird beim Heimrennen bejubelt. Selbst die Piloten der kleineren Teams haben hier eine eigene, oft bunt kostümierte Fangemeinde. "Die Fans sorgen für eine prickelnde Atmosphäre. Es ist toll, diese Leidenschaft zu sehen und so viele Fans, die ein Team wie unseres anfeuern", sagt Haas-Fahrer Kevin Magnussen.  

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Die Historie

Die Strecke wurde zu Testzwecken für Honda erbaut. Erst 25 Jahre später kam 1987 die Formel 1 erstmals nach Suzuka. Mehrfach fiel dort die Titel-Entscheidung. Legendär ist das Finale 1989, als sich der spätere Champion Alain Prost und Ayrton Senna in ihrem vergifteten Teamduell im McLaren in die Quere kamen. WM-Triumphe wurden zumeist in den Karaoke-Hütten nahe des Fahrerhotels gefeiert. Inzwischen sind sie abgerissen, geblieben ist der Vergnügungspark am Streckenrand mit dem beliebten TV-Motiv Riesenrad. Rekordsieger ist Michael Schumacher. Der Deutsche gewann sechs Mal: 1995, 1997, 2000, 2001, 2002, 2004. Sebastian Vettel siegte 2009, 2010, 2012 und 2013. Ein fünfter Erfolg wäre für ihn wichtiger denn je.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 7. Oktober, 18 Uhr

sid/dpa | Stand: 05.10.2018, 09:36

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