Formel 1 in Brasilien - der Kampf um die letzten Cockpits

Toro-Rosso-Fahrer Brendon Hartley

Rennen in Sao Paulo

Formel 1 in Brasilien - der Kampf um die letzten Cockpits

Die Formel-1-WM ist entschieden. Doch beim Rennen in Brasilien geht es für einige Fahrer um sehr viel, denn noch sind nicht alle Cockpits für die Saison 2019 vergeben. Fest steht jetzt schon: Auf dem Fahrermarkt hat sich viel getan.

Die WM-Entscheidung ist gefallen. Beim Großen Preis von Mexiko hat der Brite Lewis Hamilton seinen fünften Titel in der Formel 1 schon vorzeitig klar gemacht. Dass Sebastian Vettel im Ferrari WM-Zweiter wird, steht auch schon fest. Um Platz drei kämpfen noch Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen und Hamiltons Stallgefährte Valtteri Bottas. Offen ist auch noch die Kontrukteurswertung, doch auch da liegt Mercedes 55 Punkte vor seinem ärgsten Widersacher Ferrari.

Für die meisten anderen Fahrer geht es beim vorletzten Rennen der Saison im brasilianischen Sao Paulo um die Ehre. Für vier Piloten geht es aber um ihre Zukunft und um einen neuen Job. Esteban Ocon (Force India), Sergej Sirotkin, Lance Stroll (beide Williams) und Brendon Hartley (Toro Rosso) sind für die nächste Saison noch ohne Cockpit. Auf der anderen Seite sind nur drei Fahrerplätze noch nicht offiziell vergeben, und zwar bei Williams, Toro Rosso und Force India.

Alles neu bei Williams

Williams hat sich gleich von beiden Fahrern getrennt und Sirotkin und Stroll vor die Tür gesetzt. Im kommenden Jahr wird George Russell für den Rennstall auf Punktejagd geht. Der Brite fuhr bislang in der Formel 2. Das Team würde gerne Esteban Ocon als zweiten Piloten verpflichten, doch der Franzose ist nicht bereit, sich langfristig zu binden. Offenbar spekuliert er darauf, 2020 Nachfolger von Valtteri Bottas bei Mercedes werden zu können. Ein weiterer Kandidat ist der Pole Robert Kubica, der bisherige dritte Fahrer bei Williams.

Hartley hofft noch

Bei Toro Rosso macht sich der Neuseeländer Brendon Hartley trotz mäßiger Leistungen Hoffnungen auf einen Verbleib. Doch dazu müsste er in den beiden letzten Rennen gute Leistungen abliefern. Allerdings wird auch der frühere Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein als Kandidat gehandelt. Im Gespräch ist auch Alexander Albon (Formel 2). Fest steht bei Toro Rosso bisher nur, dass Daniil Kwjat ein Cockpit sicher hat. Der Russe war bisher Testfahrer bei Ferrari. Der bisherige Stammfahrer Pierre Gasly wechselt zu Red Bull.

Force India setzt weiter auf die Dienste von Sergio Perez und trennt sich wohl von Esteban Ocon. Hintergrund ist, dass Milliardär Lawrence Stroll den Rennstall zuletzt vor der Insolvenz rettete, indem er ihn aufkaufte. So gut wie sicher ist, dass Stroll seinen Sohn Lance im Cockpit sehen will.

Die Cockpits für die Saison 2019
TeamBisherige FahrerKünftige Fahrer
MercedesLewis Hamilton (England)
Valtteri Bottas (Finnland)
Lewis Hamilton (England)
Valtteri Bottas (Finnland)
FerrariSebastian Vettel (Heppenheim)
Kimi Räikkönen (Finnland)
Sebastian Vettel (Heppenheim)
Charles Leclerc (Monaco) / neu von Sauber
Red BullMax Verstappen (Niederlande)
Daniel Ricciardo (Australien)
Max Verstappen (Niederlande)
Pierre Gasly (Frankreich) / neu von Toro Rosso
Force IndiaSergio Perez (Mexiko)
Esteban Ocon (Frankreich)
Sergio Perez (Mexiko)
unbekannt
WilliamsLance Stroll (Kanada)
Sergei Sirotkin (Russland)
George Russell (England) / neu aus der Formel 2
unbekannt
RenaultNico Hülkenberg (Emmerich)
Carlos Sainz jr. (Spanien
Nico Hülkenberg (Emmerich)
Daniel Ricciardo (Australien) / neu von Red Bull
Toro RossoBrendon Hartley (Großbritannien)
Pierre Gasly (Frankreich)
Daniil Kwjat (Russland) / neu von Ferrari (Testfahrer)
unbekannt
HaasRomain Grosjean (Frankreich)
Kevin Magnussen (Dänemark)
Romain Grosjean (Frankreich)
Kevin Magnussen (Dänemark)
McLarenFernando Alonso (Spanien)
Stoffel Vandoorne (Belgien)
Carlos Sainz jr. (Spanien) / neu von Renault
Lando Norris (England) / neu aus der Formel 2
SauberMarcus Ericsson (Schweden)
Charles Leclerc (Monaco)
Kimi Räikkönen (Finnland) / neu von Ferrari
Antonio Giovinazzi (Italien) / neu von Ferrari (Testfahrer)

Nur Mercedes und Haas unverändert

Auch ansonsten hat sich jede Menge getan auf dem Fahrermarkt. Nur zwei Teams gehen unverändert in die nächste Saison. Mercedes setzt weiter auf Weltmeister Hamilton und auf Bottas, Haas vertraut erneut auf Romain Grosjean und Kevin Magnussen.

Die Plätze getauscht haben Charles Leclerc und Kimi Räikkönen. Leclerc wechselt von Sauber zu Ferrari und wird Teamkollege von Sebastian Vettel, Räikkönnen geht den umgekehrten Weg und bildet in Zukunft mit Antonio Giovinazzi das Fahrer-Duo bei Sauber. Der Italiener ist ebenfalls neu beim Schweizer Rennstall und war bisher Testfahrer bei Ferrari. Marcus Ericsson geht künftig in der Indycar-Serie an den Start.

Ricciardo zu Hülkenberg

Red Bull begrüßt Pierre Gasly von Toro Rosso als neuen Fahrer an der Seite von Max Verstappen. Der bisherige Stammpilot Daniel Ricciardo wird bei Renault Teamkollege von Nico Hülkenberg.

Dafür verlässt Carlos Sainz junior den Renault-Rennstall und schließt sich McLaren an - genau wie Lando Norris, der aus der Formel 2 kommt. Die bisherigen McLaren-Piloten haben andere Pläne. Fernando Alonso hat seine Karriere beendet,  Stoffel Vandoorne fährt in Zukunft Formel E.

sid/dpa | Stand: 08.11.2018, 11:20

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