Baku - die schnellste Stadtrundfahrt der Welt

Max Verstappen (Red Bull) beim Rennen in Baku 2018

Großer Preis von Aserbaidschan

Baku - die schnellste Stadtrundfahrt der Welt

Der Formel-1-Zirkus gastiert in Aserbaidschan. Die Strecke in Baku gilt als schnellste Stadtrundfahrt der Welt. sportschau.de erklärt, was man sonst noch wissen muss.

Die Ausgangslage

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton liegt vor dem vierten Saisonrennen mit 68 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung. Sein Teamkollege Valtteri Bottas ist mit sechs Punkten Rückstand Zweiter. Auf Platz drei folgt Max Verstappen im Red Bull (39). Ferrrari-Fahrer Sebastian Vettel ist Vierter (37). Damit hat der Deutsche schon 31 Punkte Rückstand auf Hamilton.

Die Favoriten

Mercedes, Red Bull und Ferrari werden den Sieg wohl auch in Baku unter sich ausmachen. Die Strecke mit ihren langen Geraden könnte ein Vorteil für den starken Motor der Italiener sein. Lewis Hamilton reist jedoch mit viel Selbstbewusstsein an. Erstmals seit 27 Jahren fuhr Mercedes in den ersten drei Rennen jeweils auf die Plätze eins und zwei.

Die Statistik

Die Formel 1 macht erst zum vierten Mal in Baku Station. Bei der Premiere 2016 gewann Nico Rosberg im Mercedes. Ein Jahr später fuhr Daniel Ricciardo im Red Bull als Erster über die Linie, in der vergangenen Saison siegte Lewis Hamilton im Mercedes. Ferrari konnte in Baku bislang noch nicht gewinnen.

Vettel mit technischen Updates

Vettel geht mit einem technisch überholten Ferrari an den Start. "Wir bringen ein paar Updates mit nach Baku. Das ist der erste Schritt in der Weiterentwicklung des SF90", sagte Teamchef Mattia Binotto: "Wir haben uns sehr gut vorbereitet." Demnach hätten die Italiener nach einer Datenanalyse Bereiche gefunden, "in denen wir uns verbessern können". Dazu gehört unter anderem das Motoren-Management.

Vettel muss derweil nicht nur den Rückstand auf Hamilton verringern, er muss sich auch den Angriffen seines Teamkollegen Leclerc erwehren. In China sorgte zuletzt eine Stallorder für Aufsehen. Leclerc hatte Vettel in Shanghai vorbeiziehen lassen müssen.

Hamilton stapelt tief

Hamilton gab sich vor dem Rennen gewohnt defensiv. "Noch" sei es "zwischen uns allen richtig eng", sagte der Mercedes-Pilot. "Ferrari hat ein gutes Auto, sie holen einfach noch nicht alles aus ihm raus", sagte der fünfmalige Weltmeister und will die Scuderia deshalb auch noch lange nicht abschreiben: "Die Schlacht bleibt intensiv. Ferrari ist auf Augenhöhe. Vielleicht liegen einige der kommenden Strecken ihnen mehr, wer weiß."

Die Strecke

Konzipiert wurde die rund sechs Kilometer lange Strecke am Kaspischen Meer vom Aachener Formel-1-Baumeister Hermann Tilke. 51 Runden müssen die Fahrer auf dem Baku City Circuit absolvieren. Der Stadtkurs ist eine Mischung aus langsamen Kurven und extrem schnellen und langen Geraden und hat die mit 2,1 Kilometern längste Vollgas-Passage im Rennkalender zu bieten. Was das fahrerische Können angeht, liegt Baku damit zwischen dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza und dem Stadtkurs in Monaco. Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 360 km/h werden erreicht. Im verwinkelten und sehr engen Abschnitt durch die Altstadt ist dagegen Fingerspitzengefühl gefragt.

Das sagen die Fahrer

"Der Anstieg vorbei an den Stadtmauern ist nur sieben Meter breit, das fühlt sich in einem Formel-1-Auto sehr eng an - als würde man eine Nadel einfädeln. Es gibt nicht genug Platz für zwei Autos", sagt Vettel. Und sein Teamkollege Charles Leclerc erklärt: "Aserbaidschan ist eine meiner absoluten Lieblingsstrecken, ich liebe es einfach und bin dort immer sehr gut gefahren. Ich genieße es, dort zu fahren, denn es ist eine einzigartige Strecke." Ähnlich beschreibt es Red-Bull-Pilot Max Verstappen: "Wenn man hoch in die Altstadt und vorbei an der Festung fährt, macht das Spaß und ist knifflig, aber auch toll für die Zuschauer."

Qualifying enorm wichtig

Da das Überholen auf dem Stadtkurs schwierig ist, kommt der Qualifikation große Bedeutung zu. Rosberg gewann 2016 vom Start weg, auch Vettel hatte im Vorjahr als Sieger des Qualifying den Sieg dicht vor Augen, nach einem heftigen Verbremser wurde er am Ende aber nur Vierter.

Viele Sehenswürdigkeiten, wenige Zuschauer

Apropos Zuschauer. Mit 30.000 Plätzen hat der Kurs die geringste Zuschauer-Kapazität aller Formel-1-Rennstrecken. Die Veranstalter verlangten, dass möglichst viele Sehenswürdigkeiten Bakus im Fernsehbild zu sehen sind. Denn die Postkartenmotive sollen bei der Vermarktung der Stadt als Reiseziel helfen.

Immer wieder Kritik

Das Gastspiel in Aserbaidschan ist ein typisches Erbe der Ära von Bernie Ecclestone. Trotz erheblicher Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen schloss der langjährige Geschäftsführer einen Vertrag mit den Machthabern, die sich immer wieder um international beachtete Top-Ereignisse bemühen.

sid/dpa | Stand: 25.04.2019, 08:00

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