Schlammschlacht zwischen Weltmeister und Rentner

Der ehemalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und Lewis Hamilton

Ecclestone und Hamilton im Zwist

Schlammschlacht zwischen Weltmeister und Rentner

Der ehemalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und der sechsmalige Weltmeister Lewis Hamilton teilen über die (sozialen) Medien mächtig gegeneinander aus. Hamilton wirft Ecclestone Rassismus vor - Ecclestone kontert: Ohne ihn wäre Hamilton kein Weltstar.

Bernie Ecclestone hat die verbalen Attacken von Lewis Hamilton in der Rassismus-Debatte der Formel 1 gekontert. Der 89 Jahre alte Brite und ehemalige Formel-1-Chef, sagte der "Daily Mail" am Donnerstag (23.07.2020): "Ich habe das gleiche Schulniveau wie Du." Und er legte nach: "Du kannst glücklich sein, denn wenn ich richtig ausgebildet worden wäre, wäre die Formel 1 vielleicht nicht so wie sie ist und wovon du profitierst." Hamilton hatte Ecclestone zuvor vorgeworfen "ignorant und ungebildet" zu sein.

Ecclestone bringt den Stein selbst ins Rollen

Ecclestone hatte vier Jahrzehnte die kommerzielle Seite der Formel 1 gemanagt und sie zu einem weltweiten Milliardengeschäft gemacht. Er hatte mit einem CNN-Interview allerdings selbst den Eklat ausgelöst. Darin hatte Ecclestone behauptet, in vielen Fällen seien schwarze Menschen rassistischer als weiße Menschen.

Hamilton, aber auch die Formel-1-Führung, die Ecclestone im Januar 2017 als Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse abgelöst hatte, kritisierten die Aussagen danach. Er habe nichts gegen Schwarze, beteuerte Ecclestone, fügte aber hinzu: "Schwarze Menschen sollten sich um sich selbst kümmern."

Hamilton und seine Plattform Instagram

Hamilton, sechsmaliger Weltmeister und der erste Schwarze in einem Renncockpit, hatte via Instagram auf Ecclestones Aussagen reagiert: "Wenn jemand, der den Sport über Jahrzehnte führt, so wenig von den tiefgreifenden Problemen versteht, mit denen schwarze Menschen jeden Tag umgehen müssen, wie können wir dann Verständnis von den Menschen erwarten, die unter ihm arbeiten."

Seit dem Todesfall von George Floyd und der aufkommenden Rassismus-Debatte hatte zunächst Lewis Hamilton immer wieder die "Black-Lives-Matter"-Bewegung unterstützt und die Diskriminierung von Schwarzen im Motorsport beklagt. Die Formel 1 versprach vor dem Neustart in Österreich dann ein stärkeres Engagement für mehr Diversität.

Lewis Hamilton und Sebastian Vettel mit anderen Formel-1-Piloten beim Protest gegen Rassimus

Lewis Hamilton und Sebastian Vettel mit anderen Formel-1-Piloten beim Protest gegen Rassimus

Bei der Startaufstellung des ersten Grand Prix der Saison in Österreich knieten Hamilton sowie ein Großteil der anderen Fahrer als Zeichen des Protests. Hamilton berichtete anschließend, dass er schon früher bei einem Rennen habe protestieren wollen - ihm dann aber davon abgeraten wurde, und er es dann doch nicht tat. Es waren Zeiten, in denen auch Bernie Ecclestone in der Formel 1 noch etwas zu sagen hatte.

Ecclestone hat Grand Prix aus Südafrika verbannt

Ecclestone meinte nun: "Wir sind alle auf die gleiche Weise geboren worden, und so sollen wir auch leben." Ecclestone verwies im Zusammenhang mit seinen Gefühlen für die Gemeinschaft der Schwarzen auch auf ein Erlebnis, das er in Südafrika hatte, als die Formel 1 dort noch gefahren war. Nach dem Mord an einem schwarzen Journalisten durch einen weißen Südafrikaner habe er dafür gesorgt, dass die Formel 1 dort nicht mehr fahre, erzählte er.

dpa | Stand: 23.07.2020, 17:46

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