"Frustrierend" - Vettel vermisst Pionierrolle der Formel-1-Branche

Formel 1-Pilot Sebastian Vettel

Formel 1

"Frustrierend" - Vettel vermisst Pionierrolle der Formel-1-Branche

Sebastian Vettel findet kritische Worte für die Technik und Technologie der Formel-1-Branche. Der vierfache Weltmeister empfindet vor allem den Fortschritt auf dem Gebiet der Umwelt als zu gering und appelliert an die Verantwortlichen der Rennserie.

"Erst von 2022 an wird ein Anteil von zehn Prozent Biosprit der zweiten Generation in der Formel 1 zur Pflicht. Stand heute soll der Anteil erst mit einem neuen Motorenreglement auf nur 30 Prozent steigen. Das wäre dann frühestens ab 2025/2026. Das finde ich sehr, sehr enttäuschend", sagte der viermalige Weltmeister in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von Montag (28.12.20).

"Wir haben keine Traktionskontrolle, kein Antiblockier-, kein Stabilitätssystem, all das steckt heute in jedem neueren Straßenwagen. Dinge, welche auf der Rennstrecke entwickelt wurden und in die Serie fanden", sagte Vettel: "Auf dem Gebiet der Sicherheit haben wir zweifellos große Fortschritte gemacht."

"Wo bleibt die Vorreiterrolle der Formel 1 auf dem Gebiet der Technik?"

Bis zum Jahr 2025 gebe es "sicher schon Tankstellen für jedermann, die Benzin aus einhundert Prozent erneuerbaren Energien verkaufen", sagte Vettel und fragte: "Wo bleibt die Vorreiterrolle der Formel 1 auf dem Gebiet der Technik?"

Auch der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton beschäftigt sich mit der Zukunft seiner Sportart und sieht einen Lösungsansatz in der E-Mobilität. "Wenn die Formel 1 irgendwann einmal zu einer 'FE1' wird (Mischung aus Formel E und Formel 1, Anm. d. Red.), hat sie eine vielversprechende Zukunft vor sich. Wahrscheinlich wird das nicht mehr während meiner aktiven Rennfahrerkarriere passieren, aber sicher darüber hinaus", prophezeite Hamilton in einem Interview mit "e-formel.de". Passend dazu wurde im Herbst dieses Jahres bekannt, dass Hamilton als Chef eines eigenen Rennteams in die Extreme E, eine Schwesternserie der Formel E, einsteigen wird.

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Vettel: "Verschwinden in die Irrelevanz"

Sebastian Vettel begründet den mangelnden Fortschritt auf dem Gebiet neuer Energien mit der Machtpolitk der Branche - niemand wolle seinen Vorteil aufgeben. "Das scheint so zu sein. Die Formel 1 hat schon immer sehr viel Geld gekostet. Und der Wettkampf und Ehrgeiz öffnete bisher immer genügend Geldbörsen", meinte der Formel-1-Pilot. Der Ernst der Lage werde nicht begriffen. "Das finde ich frustrierend", klagte Vettel: "Wir wissen es besser und machen es trotzdem nicht. So besiegeln wir unser Verschwinden in die Irrelevanz."

Mitte Dezember hatte der 33-Jährige nach sechs Jahren sein letztes Rennen für die Scuderia Ferrari absolviert - von der kommenden Saison an fährt der Heppenheimer für das neue Werksteam von Aston Martin, das aus dem Team Racing Point um den kanadischen Milliardär Lawrence Stroll hervorgeht.

dpa, nfw, red | Stand: 28.12.2020, 11:07

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