Hamilton gewinnt das 1000. Formel-1-Rennen

Lewis Hamilton in Shanghai

Großer Preis von China in Shanghai

Hamilton gewinnt das 1000. Formel-1-Rennen

Von Christian Hornung

Dieser Sieg ist für die Ewigkeit: Lewis Hamilton hat mit einer weltmeisterlichen Vorstellung den Grand Prix von China in Shanghai gewonnen - es war das 1000. Formel-1-Rennen. Sebastian Vettel war chancenlos, erreichte aber immerhin das Podium.

Nach 56 Runden in der Mega-Metropole reckte Hamilton in seinem Mercedes-AMG F1 W10 EQ Power+ die Faust Richtung Himmel: Mit einem souveränen und nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg fuhr er im dritten Saisonrennen seinen zweiten Triumph heraus und übernahm auch die Führung in der Gesamtwertung.

Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas folgte mit respektvollem Abstand, Rang drei ging an Vettel im Ferrari, der in der letzten Runde auch noch den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde an den Franzosen Pierre Gasly im Red Bull verlor.

"Einen Riesen-Job gemacht"

Hamilton war unmittelbar nach dem Rennen begeistert: "Es war nicht das einfachste Wochenende. Als wir hierher kamen, wussten wir nicht, wo wir im Vergleich mit Ferrari stehen. Aber das Team hat einen Riesen-Job gemacht, und wir haben hier auch die perfekte Strategie im Rennen gehabt. Genauso müssen wir jetzt weitermachen, es war unglaublich."

Bottas gab zu: "Ich habe das Rennen am Start verloren, da hatte ich durchdrehende Reifen. Aber ich werde zurückkommen." Vettel analysierte: "Ich bin zufrieden mit dem Podium, auch wenn wir gerne näher an den Mercedes drangeblieben wären. Aber die waren einfach zu schnell, sodass ich mich auf das tolle Duell mit Max Verstappen konzentrieren musste - das hat aber auch Spaß gemacht."

Formel 1 in Shanghai - Hamilton siegt und übernimmt die Gesamtführung

Sportschau 14.04.2019 00:55 Min. ARD Von Jens Gideon (NDR)

Vettel patzt beim Start

Schon der Start begann mit einer Fehlentscheidung von Vettel. Auf Platz drei liegend attackierte er den sehr behäbig losfahrenden Bottas auf der Außenbahn, kam aber nicht vorbei und musste dann sogar seinen Teamkollegen Charles Leclerc innen vorbeilassen. In den folgenden Runden wirkte der Deutsche zwar schneller, hing aber hinter dem Monegassen fest.

Weil die beiden Silberpfeile dieses Szenario nutzten, um ihren Vorsprung kontinuierlich auszubauen, entschloss sich die Teamleitung von Ferrari zu einem Eingriff. Leclerc bekam in der neunten Runde per Boxenfunk die Ansage, nun aber mal "richtig zu pushen", ansonsten werde man Vettel an ihm vorbeilassen. Das mit dem "pushen" klappte aber nicht, so dass kurz danach - sehr zum Unwillen des ehrgeizigen Youngsters - die früher mal verbotene Stallorder in die Tat umgesetzt wurde: Leclerc musste Vettel vorbeilassen.

Erneutes Aus für Hülkenberg

Doch auch mit nun freier Fahrt kam Vettel nicht näher an Hamilton und Bottas heran, so dass sich Ferrari zum Undercut entschied und den Ex-Weltmeister schon in der 19. Runde zum Reifenwechsel reinholte. Als er auf die Strecke zurückkam, klebte Max Verstappen im Red Bull hinter ihm. Der immer kampfeslustige Niederländer griff sofort an und zwängte sich mit den wärmeren Reifen und einem extrem späten Bremsmanöver kurz an Vettel vorbei - doch der holte sich mit einem knallharten, aber gerade noch regelgerechten Konter sofort den Platz zurück.

Für Nico Hülkenberg war das Rennen zu diesem Zeitpunkt bereits beendet: Wie schon in Bahrain musste der Emmericher seinen defekten Renault vorzeitig in die Garage bringen, diesmal kam das Aus in Runde 17.

Top-Trio reagiert auf Verstappen

Ohne große Rennaction dümpelte der Grand Prix danach so vor sich hin, erst der zweite Boxenstopp von Verstappen in der 35. Runde brachte mal wieder etwas Aufregung. Vettel reagierte nach einem kurzen Dialog mit seiner Crew sofort und ging ebenfalls zum zweiten Reifenwechsel. Das sahen auch die Mercedes-Strategen, und um erst gar keine Spannung aufkommen zu lassen, statteten sie eine Runde später auch ihr Spitzen-Duo mit frischem Material aus.

Von den Top-Fahrern war nur Leclerc mit einer anderen Strategie unterwegs und blieb länger draußen, wodurch er immerhin ein paar Runden lang Bottas ein wenig einbremsen konnte. Vettel nutzte das, um zumindest etwas in die Nähe des Finnen zu kommen - um ihn aber anzugreifen und ihm noch den zweiten Platz abjagen zu können, reichte es nicht mehr.

28. April: GP von Aserbaidschan

Das vierte Formel-1-Rennen der Saison ist der Große Preis von Aserbaidschan. Sportschau.de berichtet ab 26. April im Live-Ticker von allen Trainingssessions, das Rennen startet am 28. April um 14.10 Uhr (MESZ).

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 14.04.19, 18 Uhr

Stand: 14.04.2019, 09:55

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