Formel 1 - Hamilton siegt dank Technikproblem bei Ferrari

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Formel 1 - Hamilton siegt dank Technikproblem bei Ferrari

Von Jo Herold

So nah dran war Charles Leclerc an seinem ersten Formel-1-Sieg - doch in der Schlussphase des Grand Prix von Bahrain musste der Monegasse den Triumph wegen eines technischen Problems Weltmeister Lewis Hamilton überlassen.

Lewis Hamilton (3.v.l.) auf dem Podium in Bahrain

Lewis Hamilton (3.v.l.) auf dem Podium in Bahrain

An Leclercs Ferrari setzte etwa zehn Runden vor Rennende das Energierückgewinnungssystem aus. Trotz verzweifelter Versuche an der Ferrari-Box ließ sich das Problem nicht mehr lösen, so dass der 21-Jährige, der das Rennen souverän über fast 50 Runden angeführt hatte, bis auf Rang drei durchgereicht wurde.

Hamilton fuhr den Sieg im 999. Grand Prix der Formel-1-Geschichte souverän nach Hause. Teamkollege Valtteri Bottas schob sich auf Rang zwei vor - überraschender Doppelsieg für Mercedes, Bottas bleibt WM-Führender.

"Die Ferrari waren unglaublich an diesem Wochenende - und ich kann mir vorstellen, wie unglaublich enttäuschend das für Charles (Leclerc, Anm.d. Red.) sein muss", sagte Sieger Hamilton nach dem Rennen. "Ich bin mir sicher, dass wir von diesem Jungen noch einige Siege sehen werden", meinte der Brite und nahm dabei den enttäuschten Monegassen in den Arm. "Das ist Motorsport. Das Team arbeitet riesig", sagte Leclerc, der neben Rang drei immerhin noch den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde einfuhr. "Ich bin mir sicher, dass wir stärker zurückkommen."

Formel 1 - Mercedes-Doppelsieg bei Ferrari-Pleite

Sportschau 31.03.2019 01:21 Min. ARD

Start geht an Vettel

Den besten Start erwischte Sebastian Vettel: Bereits auf den ersten Metern zog der routiniertere der beiden Ferraripiloten an Youngster Leclerc vorbei, aber auch Mercedes-Kontrahent Bottas überholte den Monegassen. Doch schnell fing sich Leclerc und nutzte einen Bremsfehler des Finnen aus, um sich wieder auf Rang zwei zu schieben.

Leclerc schnappt sich den "Chef"

Doch es dauerte nicht lange, da tauchte die Nummer zwei im Ferrari-Team formatfüllend im Rückspiegel des viermaligen Weltmeisters auf. Nach einer kurzen Anfrage Leclercs ans Team ("Ich bin schneller, Jungs ...") zog er in Runde sechs cool am "Chef" vorbei. Sofort setzte sich der jüngere der beiden deutlich ab und schraubte den Vorsprung schnell auf mehr als acht Sekunden.

Renault zuerst vielversprechend

Prächtig verlief die Startphase auch für Nico Hülkenberg, der nach einem verkorksten Qualifying von Rang 17 aus ins Rennen gegangen war. Begünstigt von einigen kleineren Startcrashs wurde der Renault weit nach vorne gespült. Schnell war der Emmericher Zwölfter, nach weiteren Überholmanövern Achter. Und auch da war noch nicht Schluss: Hülkenberg arbeitete sich im Verlauf des Rennens bis auf Rang sechs nach vorne.

Ab Runde 13 erfolgten die ersten Boxenstopps: Größter Profiteur war dabei Hamilton, der eine Runde früher als Vettel zum Reifenwechsel abbog und sich so Platz zwei vom Deutschen schnappte. Zehn Runden lang fuhr der Weltmeister nun vor Vettel, musste seinen Platz in Runde 23 aber wegen seiner abbauenden Reifen wieder abgeben.

Vettels großes Malheur

Vorne drehte Leclerc, 21 Jahre alt, in seinem 23. Formel-1-Rennen fehlerlos Runde um Runde. Dahinter setzte Mercedes in der 35 von 57 Runden auf den nächsten "Undercut": Um einen kleinen Zeitvorsprung herauszuholen, wurde Hamilton zum Reifenwechsel zitiert. Mit Erfolg.

In der 39. Runde kam es zum Angriff von Lewis Hamilton. Zuerst konnte sich Vettel verteidigen, drehte sich aber plötzlich auf der Piste. Wenig später flog sogar der Frontflügel von Vettels Ferrari weg. Nach dem notwendigen Boxenstopp fand sich der Deutsche auf Rang neun wieder. Zwar konnte er noch einige Kontrahenten überholen, musste sich am Ende aber mit Rang fünf zufrieden geben.

Renault-Desaster drei Runden vor Schluss

Dann ereilte Renault ein schier unglaubliches Pech: In Runde 55 verabschiedeten sich gleich beide Renaults am Ende der Start-/Zielgeraden - kein Antrieb mehr, Hülkenberg und Daniel Ricciardo schieden aus. Das deswegen auf die Strecke geholte Safety Car blieb bis zum Rennende auf der Strecke.

14. April: GP von China

Das dritte Formel-1-Rennen der Saison ist der Große Preis von China in Schanghai. Sportschau.de berichtet ab 12. April live von allen Trainingssessions, das Rennen startet am 14. April um 8.10 Uhr (MESZ).

Stand: 31.03.2019, 19:38

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