Formel 1 - Ferrari-Youngster Charles Leclerc macht Furore

Charles Leclerc

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Formel 1 - Ferrari-Youngster Charles Leclerc macht Furore

Von Jo Herold

Charles Leclerc absolviert seine zweite Saison als Stammfahrer in der Formel 1. Dass der Youngster an der Seite von Sebastian Vettel so für Furore sorgt und dem "Chef" die Schau stiehlt, ist nur auf den ersten Blick überraschend.

Charles Leclerc benötigte genau zwei Rennen, um alle Augen der Ferrari-Fans weg von Sebastian Vettel zu lenken. Seinem Auftreten nach zu urteilen war dies nicht seine Absicht - aber spätestens seit dem Rennwochenende von Bahrain ist der Fokus der Ferraristi sowie der gesamten Formel-1-Welt auf ihn gerichtet.

Leclerc, 21 Jahre alt, ist schon lange bei der Scuderia: Mit 18 nahmen ihn die Italiener in ihr Förderprogramm auf, nachdem er über den klassischen Weg Kartsport und Formel Renault in der Formel 3 angekommen war. Dort landete er an seinem ersten Rennwochenende den ersten Sieg, am Ende der Saison 2016 war der Monegasse GP3-Champion.

Nach der GP3-Meisterschaft auch Formel-2-Champion

Im Jahr darauf stieg der Spross einer Plastikfabrikantenfamilie in die Formel 2 auf, machte sich auch dort zum Meister und wurde als Testfahrer von Ferrari und Sauber für seine erste Saison als Stammpilot in der Formel 1 ausgebildet.

Im Laufschritt ging Bahrain-Sieger Lewis Hamilton nach der Zieldurchfahrt auf den Ferrari-Youngster zu und tröstete ihn. "Dieser Junge wird noch viele Rennen gewinnen", sagte Hamilton und adelte ihn gleich danach: "Er hat das so gut gemacht, er hätte das Rennen eigentlich gewinnen müssen." Leclerc nahm das Lob zwar an, lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass es ihm nicht um Momentaufnahmen geht. "Ich schaue nicht so sehr auf das Ergebnis", hatte er nach seinem fünften Platz beim Saisonauftakt in Australien gesagt, "mir ist die Entwicklung viel wichtiger!"

Gestärkt durch Schicksalsschläge

Dabei war die Entwicklung bei Leclerc durch Schicksalschläge rasant vonstattengegangen: Nach dem schweren Unfall seines Jugendfreundes Jules Bianchi beim Großen Preis von Japan 2015 und dem frühen Tod seines Vaters, des früheren Rennfahrers Hervé Leclerc 2017, wurde das Talent "noch stärker", wie er selbst sagt. Und auch die Angst fährt bei ihm im Cockpit nie mit: "Ich mag die Gefahr, ich mag das Adrenalin und ich muss Rennen fahren."

Vettel - auf dem Weg ins Abseits?

Nun hat Sebastian Vettel nach all seinen - unterm Strich erfolglosen - Ferrari-Jahren nach den "Wohlfühl"-Teamkollegen Felipe Massa und Kimi Räikkönen nun einen hungrigen und extrem talentierten Jungspund neben sich. War Vettel früher unangefochten die Nummer eins bei den Roten aus Maranello, könnte das 2019 sehr schnell kippen. In der Fahrerwertung hat Leclerc Vettel bereits überholt, einen Extrapunkt für die schnellste Rennrunde in Bahrain hat er dabei auch schon auf der Habenseite. "Er ist mit dem Auto besser zurechtgekommen", kommentierte Vettel die überragende Form Leclercs am Bahrain-Wochenende.

Angesichts der verkorksten Saison 2018, in der der Deutsche ungewohnt viele Fehler machte, und der so starken Einstiegs-Performance bei Ferrari hat der hochtalentierte Leclerc die sehnsüchtigen Träume der Ferraristi von der nächsten Weltmeisterschaft entfacht.

Stand: 31.03.2019, 20:40

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