Niki Lauda - ein Leben für den Motorsport

Niki Lauda - ein Leben für den Motorsport

Ob als dreimaliger Formel-1-Weltmeister, Teamchef oder Mitbesitzer: Niki Lauda hat alles im Motorsport erlebt und auch abseits der Strecke Schlagzeilen gemacht.

Niki Lauda in der Formel 2 im Jahr 1970

Die Karriere des Österreichers beginnt wie bei vielen Rennfahrern damals wie heute. Er durchläuft mehrere Nachwuchsserien des Motorsports inklusive der Formel 2 im Jahr 1970 (Foto). Zuvor übersteht er mehrere Unfälle in der Formel 3. So tastet er sich langsam an die Königsklasse heran.

Die Karriere des Österreichers beginnt wie bei vielen Rennfahrern damals wie heute. Er durchläuft mehrere Nachwuchsserien des Motorsports inklusive der Formel 2 im Jahr 1970 (Foto). Zuvor übersteht er mehrere Unfälle in der Formel 3. So tastet er sich langsam an die Königsklasse heran.

Am 15. August 1971 ist es soweit: Der talentierte Lauda feiert beim Grand Prix von Österreich sein Debüt für das Team Match-Ford (Foto). Ausgerechnet beim Heimrennen fällt er jedoch direkt aus. Um seinen Traum von der Formel 1 zu finanzieren, fährt der Österreicher nebenbei auch noch in anderen Rennserien mit. 1973 gewinnt er beispielsweise das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Mit seinem Wechsel zu Ferrari im Jahr 1974 schlägt er ein neues Kapitel seiner Karriere auf. Zusammen mit dem Leiter der Rennsportabteilung, Luca di Montezemolo, soll er die "Roten" wieder in die Erfolgsspur zurückführen. Zunächst ist sein Teamkollege Clay Regazzoni allerdings erfolgreicher. Der Italiener wird WM-Zweiter, Lauda Vierter. Dennoch kann er zwei Rennen gewinnen. Im Jahr danach krönt sich Lauda zum ersten Mal zum Weltmeister - auch wenn er beim Heimrennen der Ferrari in Monza (Foto) nur Dritter wird.

Es folgt die Saison 1976 und ein folgenschwerer Unfall, der Lauda fast das Leben kostet: Beim Rennen am Nürburgring geht nach einem Unfall sein Auto in Flammen auf. Der schwer verletzte Österreicher wird von seinen Rivalen aus dem brennenden Wrack gezogen. Er erleidet schwerste Verbrennungen und dieser Vorfall zeichnet ihn für sein gesamtes weiteres Wirken. Die Saison Laudas wird 2013 sogar unter dem Titel "Rush - alles für den Sieg" verfilmt. Nur 42 Tage später sitzt Lauda trotz blutender Wunden wieder im Auto und wird beim Rennen in Italien Vierter.

Nur knapp dem Tod entkommen, kann Lauda doch nicht die Finger vom Rennsport lassen. Er kehrt 1977 zurück - und wie! Auf Anhieb wird er zum zweiten Mal Weltmeister (Foto). Doch trotz seines Titels kriselt es intern. Lauda unterschreibt frühzeitig beim Team Brabham für die kommende Saison. Mit Ferrari kommt es zum Zerwürfnis, die letzten zwei Rennen darf der Österreicher nicht mehr bestreiten. Später sagt Lauda über diese Saison bei Ferrari, dass es "die schlimmste gewesen sei." Er erklärt es unter anderem mit der Verpflichtung des neuen Teamkollegen Carlos Reutemann sowie dem Verhalten Ferraris nach seinem Unfall im Jahr zuvor.

Etwa eineinhalb Jahre fährt der zweimalige Weltmeister noch in der Formel 1. Dann folgt beim Grand Prix von Kanada in der Saison 1979 der Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports. Er habe "keine Motivation mehr". Weiter erklärt Lauda, dass er nicht mehr "im Kreis fahren wolle". Der Rennfahrer kehrt dem Motorsport vorerst den Rücken und konzentriert sich auf private Dinge.

So zum Beispiel auf seine neu gegründetet Luftfahrtlinie "Lauda Air". Lauda, der selber Pilot ist (Foto), muss diese 1988 nochmal neu gründen. Dann erhält seine Fluglinie ab 1990 eine weltweite Linienflugkonzession. Ab dem Jahr 1992 kooperiert "Lauda Air" zuerst mit der "Lufthansa", dann mit "Austrian Airlines" (AUA). AUA übernimmt schließlich 2002 "Lauda Air" komplett. Gründer Niki Lauda war allerdings bereits im November 2001 aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Drei Jahre nach seinem Abschied gibt er sein Comeback in der höchsten Klasse des Motorsports. Er startet in der Saison 1982 für das Team McLaren (Foto). Dank neuer Bauweise und dem Fortschritt der Technik sind die Sicherheitsstandards deutlich gestiegen. Der zweimalige Weltmeister braucht keine Eingewöhnungszeit und fährt auf Anhieb wieder vorne mit. Außerdem ist er Antreiber beim Streik der Fahrer gegen die geplante "Super-Lizenz", die Fahrerwechsel und Verhandlungen für die Formel-1-Piloten deutlich erschwert hätte.

Mit einem neuen Motor und seinem neuen Teamkollegen Alain Prost fährt Team McLaren ab 1983 wieder um den WM-Titel mit. Es folgt ein Jahr später die knappste Entscheidung um den Fahrertitel in der Geschichte der Formel 1. Lauda (r.) und Prost (Foto) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches Lauda mit einem halben Punkt Vorsprung für sich entscheiden kann. Im Anschluss macht er seinem Teamkollegen Hoffnung: "Bestimmt wird Alain nächstes Jahr Weltmeister."

Er sollte Recht behalten. Prost holt sich im kommenden Jahr, 1985, überlegen den Titel. Seinem Teamkollegen scheint dagegen das Pech an den Füßen zu kleben. Lauda erleidet viele Ausfälle und kündigt beim Grand Prix von Deutschland am Hockenheimring sein Karriereende an (Foto). Ein letztes Mal steht er ganz oben - im niederländischen Zandvoort. Es ist der letzte seiner 25 Siege in der Motorsport-Königsklasse.

Danach verlässt der Österreicher den Motorsport als Aktiver. Mehrfach ist er aber als Experte bei verschiedenen Sendern dabei. Im Jahr 1993 kehrt er komplett in den Formel-1-Zirkus zurück und wird Berater bei Ferrari. Mit ihm kehrt der Erfolg zu den Rennern aus Maranello zurück. Er ist auch die treibende Kraft beim Wechsel von Michael Schumacher (Foto), der zur Saison 1996 zu Ferrari stößt. Doch da ist Lauda schon weitergezogen.

Er arbeitet vorübergehend in keinem Team mehr, sondern nur noch als TV-Experte u.a. für die deutsche Ausstrahlung der Formel 1 (Foto). 2001 schließt er sich dem britischen Team Jaguar an - zunächst als Rennleiter, dann als Teamchef. Doch sein Engagement hält nur bis Ende 2002. Als TV-Experte bleibt er dem deutschen Zuschauer jedoch bis 2017 erhalten.

Abseits der Strecke hat Lauda ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Nach seinem Ausstieg aus der von ihm gegründeteten Luftfahrtlinie gründet er 2003 einen Leihwagenservice (Foto). Zudem ist er kurzzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der Österreichischen Bundesbahn. Diesen verlässt er 2004 schnell wieder. Es folgt 2012 ein Auftritt als Zeuge im Prozess gegen seinen früheren Kappensponsor Michael Seidl, wo er gegen ihn aussagt.

Im Motorsport steigt Lauda im selben Jahr bei Mercedes ein. Er wird dort zum Aufsichtsratsvorsitzenden berufen - ein Posten, den er bis zu seinem Tod innehat. Einige Monate nach seiner Berufung erwirbt er rund zehn Prozent der Anteile und wird so zum Mitbesitzer des aktuellen Weltmeisterteams.

2016 erhält der dreimalige Formel-1-Weltmeister den Lareus Sports Award für sein Lebenswerk. Mit dem "Oscar des Sports", wie der Laureus gerne genannt wird, wird vor allem Niki Laudas Wirken und Einfluss auf die Motorsportwelt gewürdigt. Er hat nicht nur fahrerisch eine Ära geprägt, sondern trieb auch ein fortschreitendes Sicherheitsdenken für die Fahrer voran. Zudem nahm er Einfluss auf die großen Erfolge des Teams Ferrari in den 1990er-Jahren sowie die aktuellen Erfolge des Teams Mercedes.

Seit dem Sommer 2018 hat Niki Lauda immer wieder gesundheitliche Probleme. Nachdem er wegen der Folgen seines schweren Unfalls bereits 1997 und 2005 neue Nieren transplantiert bekommen hatte, musste im August 2018 eine neue Lunge eingesetzt werden. Ende Oktober begann die Reha für den Österreicher, der dann einen Rückschlag erlitt: Eine schwere Grippe zwang ihn im Januar zu einem erneuten Krankenhausaufenthalt. Lauda verstarb am Montag (20.05.2019) im Alter von 70 Jahren.

Stand: 21.05.2019, 08:30 Uhr

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