Trauer um Formel-1-Legende Niki Lauda

Niki Lauda

Österreicher starb im Alter von 70 Jahren

Trauer um Formel-1-Legende Niki Lauda

Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot. Der dreifache Formel-1-Weltmeister starb am Montag im Alter von 70 Jahren.

"In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019, im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist", zitiert die österreichische Nachrichtenagentur APA aus der Mitteilung der Familie des Rennfahrers und Unternehmers. Lauda verstarb in der Universitätsklinik Zürich, hieß es weiter. "Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich. Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle."

"Das ganze Land und die Motorsportwelt trauert um einen ganz großen Österreicher. Niki, du wirst uns fehlen", schrieb Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz.

"Ein ganz Großer und Schillernder, ein Idol und ehrgeiziger Kämpfer, der nie aufgegeben hat, ist von uns gegangen", schrieb Bundespräsident Alexander van der Bellen bei Twitter. "Wie kein anderer hat Niki Lauda unser Bild vom Rennsport, von der Formel 1 geprägt."

Formel 1: "Für immer in unseren Herzen"

"Für immer in unseren Herzen, für immer unsterblich in unserer Geschichte", twitterte die Motorsport-Königsklasse am Dienstagmorgen. "Die Motorsport-Gemeinschaft betrauert den verheerenden Verlust einer wahren Legende."

"Alle bei McLaren sind tieftraurig zu hören, dass unser Freund, unser Kollege und der Weltmeister von 1984, Niki Lauda, gestorben ist", schrieb das britische Team bei Twitter. Lauda hatte nach seinen beiden WM-Triumphen für Ferrari seinen dritten Titel in einem McLaren gewonnen. "Niki wird für immer in unseren Herzen und verankert sein in unserer Geschichte."

Der Mercedes-Weltmeister von 2016, Nico Rosberg, dankte Lauda, der seit Ende 2012 als Aufsichtsratschef für den Werksrennstall gearbeitet hatte. "Ich habe soviel von Dir gelernt. Deine Leidenschaft, dein Kampfgeist, nie zu aufzugeben, dein Glaube daran, dass man sich immer zweimal im Leben begegnet, und selbst deine Geduld mit uns Youngsters", schrieb Rosberg bei Twitter. Er und mit ihm die 100 Millionen Fans auf der ganzen Welt "denken an dich und an deine Familie und wünschen, dass Du in Frieden ruhst".

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Komplikationen nach Lungentransplantation

Lauda hatte sich im August vergangenen Jahres einer Lungentransplantation unterziehen müssen und lag bis Oktober im Krankenhaus. Im vergangenen Januar musste er dann wegen einer Grippe schon wieder ins Krankenhaus. Nach der Transplantation war das Immunsystem des Österreichers noch so stark angegriffen, dass die Grippe als Risiko eingestuft wurde.

Die Lunge des dreifachen Formel-1-Weltmeisters war bereits durch seinen schweren Unfall 1976 auf dem Nürburgring vorgeschädigt. Damals war Laudas Rennwagen in Brand geraten. Der österreichische Rennfahrer saß fast eine Minute lang in den Flammen und atmete giftige Dämpfe ein, bevor er gerettet wurde. Seit dem Unglück litt Lauda an diversen gesundheitlichen Problemen. So musste er sich 1997 und 2005 bereits zwei Nierentransplantationen unterziehen.

Kurzzeitig tot gewesen

Der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" sagte das Sport-Idol nach der Lungentransplantation, der Eingriff sei für ihn schlimmer gewesen als der Unfall auf dem Nürburgring 1976. In Deutschland habe er damals zwar schwere Brandwunden erlitten, er sei aber nur einen Monat oder etwas länger im Krankenhaus gewesen. "Diesmal war es wirklich lang. Doch ich bin immer noch hier", sagte Lauda dem Blatt.

Um sein Leben habe er nicht gebangt, denn er habe sich in den Händen von Fachleuten befunden. Der Schweizer Zeitung "Blick" sagt er, er sei kurzzeitig tot gewesen, aber wiederauferstanden.

Niki Lauda - Formel 1 aus Leidenschaft Sportschau 21.05.2019 02:47 Min. Verfügbar bis 21.05.2020 Das Erste

Erstes Rennen im Mini Cooper

1968 bestreitet Lauda sein erstes Rennen mit einem Mini Cooper, den er von seinem Großvater bekam. Den Weltmeistertitel in der Motorsport-Königsklasse holte er 1975, 1977 und 1984. Im Jahr 1979 stieg er aus dem Rennzirkus aus und gründete die Fluggesellschaft Lauda Air.

Doch 1982 kehrte er wieder hinter das Lenkrad zurück und wurde mit McLaren zwei Jahre später noch einmal Weltmeister. 2002 verkaufte er seine Fluglinie gewinnbringend an Austria Airlines. Doch war für den flugbegeisterten Unternehmer damit nicht Schluss: 2004 gründete er die Billigfluglinie Niki, die 2011 an Air Berlin ging.

Geboren wurde Andreas Nikolaus Lauda, genannt Niki, am 22. Februar 1949. Großvater und Vater waren wohlhabende Industrielle. Gegen die Widerstände seiner Eltern machte Lauda sein Leidenschaft zum Beruf und wurde Formel-1-Pilot. 1971 startete er zum ersten Mal in der Formel 1. Lauda hat vier Kinder aus zwei Ehen.

"Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen", heißt es in der E-Mail der Familie an die Medien.

dpa | Stand: 21.05.2019, 17:12

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