Formel 1 - die Fakten zum Grand Prix in Montreal

Großer Preis von Kanada

Großer Preis von Kanada

Formel 1 - die Fakten zum Grand Prix in Montreal

Sebastian Vettel und Ferrari warten in der Formel 1 weiterhin auf den ersten Saisonsieg und Mittel gegen die Mercedes-Dominanz. sportschau.de nennt die Fakten zum Großen Preis von Montreal in Kanada.

Die Ausgangslage

Vor dem siebten von 21 Rennen liegt Lewis Hamilton, der in Monaco seinen vierten Saisonsieg einfahren konnte, mit 137 Zählern auf Rang eins der Fahrerwertung. Mit 17 Zählern Rückstand folgt sein Teamkollege Valtteri Bottas auf Platz zwei. Bottas und Hamilton machten in den ersten sechs Rennen die Siege unter sich aus.

Sebastian Vettel hat bereits 55 Punkte Rückstand auf Hamilton und ist Dritter. Der Ferrari-Pilot wartet saisonübergreifend nun schon 14 Rennen auf einen Sieg.

Kleine Hoffnungsschimmer: Beim vergangenen Rennen in Monaco durchbrach er erstmals in dieser Saison die absolute Mercedes-Dominanz und wurde Zweiter. Zudem liegt ihm die Strecke in Montreal: Im Vorjahr feierte er dort seinen 50. Formel-1-Sieg.

Die Strecke

Der Circuit Gilles Villeneuve befindet sich auf einer künstlich aufgeschütteten Insel inmitten des Sankt-Lorenz-Stroms und ist eine klassische Hochgeschwindigkeitsstrecke mit vielen Überholmöglichkeiten. Der Kurs, der über Brücken erreicht werden kann, wird 70-mal umrundet. In jeder Runde müssen die Fahrer 4,361 Kilometer absolvieren.

Der Circuit Gilles Villeneuve in Montréal

Der Circuit Gilles Villeneuve in Montréal

An mehreren Stellen erreichen die Fahrer Geschwindigkeiten von über 300 km/h, der Vollgasanteil liegt dabei bei sehr hohen 65 Prozent. Demzufolge ist der Bremsenverschleiß in Montreal so hoch wie auf keiner anderen Strecke.

Die Schlüsselstelle

Der Knackpunkt des Kurses ist ohne jede Zweifel die "Wall of Champions", die sich am Ausgang der letzten Schikane befindet. In dieser Streckenbegrenzung landeten beim Rennen 1999 die drei Weltmeister Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve. Auch in den Folgejahren machten viele Fahrer mit der "Wall" Bekanntschaft.

Die "Wall of Champions"

Die "Wall of Champions"

Besonders knifflig: In nur 80 Metern müssen die Fahrer von über 300 km/h auf etwa 140 km/h abbremsen, um danach auf der Zielgeraden wieder zu beschleunigen. In den vergangenen Jahren hat dieser Knackpunkt schon oft über Sieg oder Niederlage entschieden.

Ein Klassiker ist das Vier-Stunden-Drama von 2011, als Jenson Button im Dauerregen trotz fünf Reifenwechseln und einer Durchfahrtsstrafe Sebastian Vettel auf der letzten Runde noch den Erfolg wegschnappte. 

Die Favoriten

Vettel ist der Vorjahressieger und sollte somit normalerweise zu dem Favoritenkreis gehören. In dieser Saison ist aber nichts normal bei Ferrari. Der Rennstall konnte bisher keine Lösungen für die vielen Probleme am Auto finden. Dass Vettel auch in diesem Jahr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke ganz vorne landen wird, ist daher nicht nur für viele Experten unwahrscheinlich.

"Wir wissen, dass wir momentan nicht konkurrenzfähig genug sind", sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto vor dem Großen Preis von Kanada und wurde noch deutlicher: "In absehbarer Zeit haben wir keine Möglichkeiten für Änderungen am Auto, die einen entscheidenden Einfluss auf unsere Probleme nehmen könnten."

Dazu kommt, dass die Strecke zu den Lieblingsstrecken von Hamilton zählt, der bereits zum siebten Mal in Kanada triumphieren könnte. Das wäre ein persönlicher Rekord, denn Hamilton konnte bisher keinen Grand Prix öfter als sechsmal gewinnen. Gleichzeitig würde Hamilton mit Michael Schumacher gleichziehen, der bisher die meisten (sieben) Siege auf dem Circuit Gilles Villeneuve feierte.

Stimmen vor dem Rennen

Mercedes, sagt Vettel, sei weiter "das Maß der Dinge". Dennoch gibt sich der Weltmeister von 2010 bis 2013 nicht geschlagen: "Wir wollen in dieser Saison noch einmal alles versuchen, um die Wende herbeizuführen. Ich werde für ein gutes Resultat mein Bestes geben."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff warnt vor allem vor den langen Geraden in Montreal und macht unter anderem Ferrari stark: "Die Streckencharakteristik könnte unseren Gegnern entgegenkommen."

Das freie Training

Vettel schloss den ersten Trainingstag auf Platz zwei ab. Ihm fehlten 0,074 Sekunden auf seinen Teamkollegen Charles Leclerc. In der ersten Einheit war Vettel noch abgeschlagen Fünfter geworden, Leclerc Dritter.

Nach einem Einschlag in die Mauer und einem Platten am rechten Hinterreifen musste Hamilton in der Box bleiben. Der Brite musste sich nach der Topzeit im ersten Training schließlich mit Position sechs begnügen. Dritter wurde sein Teamkollege Valtteri Bottas.

red/dpa/sid | Stand: 06.06.2019, 15:00

Formel 1 | Fahrer-WM

Name P
1. Lewis Hamilton 162
2. Valtteri Bottas 133
3. Sebastian Vettel 100
4. Max Verstappen 88
5. Charles Leclerc 72
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