Formel 1 in Frankreich - Renault kommt mit Mega-Update

Nico Hülkenberg

Großer Preis von Frankreich

Formel 1 in Frankreich - Renault kommt mit Mega-Update

Es ist angerichtet bei Renault. Bevor der eigentliche Hingucker auf der Rennstrecke seine Runden drehen wird, präsentierte das Team des Emmerichers Nico Hülkenberg rechtzeitig zum Formel-1-Heimspiel in Le Castellet ein brandneues Motorhome. Eines, das durchaus auch neben den hochglänzenden Trutzburgen von Ferrari, Mercedes und Red Bull etwas hermacht. Dann aber soll das "Hauptgericht" folgen: ein Mega-Update der gelb-schwarzen Boliden, das Renault mit einem Schlag in den Windschatten der großen Drei befördern soll.

Innovationen an Frontflügel, Nase, Leitblechen und Unterboden werden erwartet, ein kompakteres Kühlsystem soll eine enger anliegende Motorverkleidung und ein schlankeres Heck erlauben, wie das Fachmagazin "auto motor und sport" berichtet. Das Paket soll auf einer Runde etwa eine halbe Sekunde bringen.

Zu wenig, um die Lücke zu Mercedes, Ferrari und Red Bull zu schließen - aber womöglich genug, um sich direkt dahinter zu etablieren und aus dem breiten Mittelfeld abzuheben. "Das Podium ist noch ein bisschen weg, andere Teams verbessern sich auch fortwährend. Aber wir wollen das Leben der drei Teams da vorne schrittweise ein bisschen schwerer machen", erklärte der 31-jährige Hülkenberg.

Renault fährt Erwartungen hinterher

"Endlich ein Werksteam", hatte Hülkenberg nach seinem Wechsel zu Renault 2017 hocherfreut gesagt. Der einstige Weltmeister-Rennstall war 2016 schließlich mit der Ambition in den Formel-1-Zirkus zurückgekehrt, im Jahr 2020 um den Titel zu fahren. Doch gut anderthalb Jahre vor Ablauf dieses Plans wartet Renault nach 69 Anläufen immer noch auf das erste Podium seit der Rückkehr. Bei Hülkenberg sind es sogar 163 vergebliche Versuche - kein Formel-1-Pilot ohne Podestplatz hat mehr Rennen bestritten.

Favorisiert in Le Castellet sind – wie sollte es auch anders sein – die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Hamilton, WM-Führender und Vorjahressieger, nutzte die Zeit vor dem Frankreich-GP zur Teilnahme an der Gedenkfeier für den verstorbenen Couturier Karl Lagerfeld – und verpasste dadurch den Medientag der Formel-1-Piloten.

Kanada-Rennen: Ferrari lässt nicht locker

Sebastian Vettel schaut betrübt

Not amused: Sebastian Vettel

Ganz andere Sorgen hat dagegen Ferrari: Nach dem Beinahe-Crash in Kanada nach dem Fahrfehler Sebastian Vettels mit Hamilton und dem darauffolgenden Eklat soll Ferrari am Freitag (21.06.2019) erneut bei den Rennkommissaren vorsprechen. Dabei will die Scuderia erreichen, dass die Zeitstrafe gegen Vettel zurückgenommen wird - was höchst unwahrscheinlich erscheint.

Gleichzeitig kämpfen die Italiener weiter mit technischen Problemen: "Was wir mitbringen werden, wird nicht die Lösung für unsere Probleme sein", räumte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto ein.

Und vielleicht hat es Ferrari ab Le Castellet nicht mehr nur mit Red Bull als Kontrahent im Kampf um den zweiten Platz hinter Mercedes zu tun, sondern auch noch mit dem zweimaligen Konstrukteurs-Weltmeister Renault.  

dpa/jo | Stand: 21.06.2019, 08:15

Darstellung: