Formel 1 startet in Spa trotz Huberts tödlichem Unfall

Gedenken in Spa an den tödlich verunglückten Anthoine Hubert

Formel 1 in Belgien

Formel 1 startet in Spa trotz Huberts tödlichem Unfall

Bei einem Horror-Unfall in Spa Franchorchams ist der junge französische Formel-2-Pilot Anthoine Hubert tödlich verletzt worden. Die Formel 1 gedenkt ihm mit einer Schweigeminute, lässt den Großen Preis von Belgien aber stattfinden.

Nach dem schrecklichen Unfall-Tod des französischen Motorsport-Talents Anthoine Hubert war im Fahrerlager von Spa-Francorchamps nichts mehr wie zuvor. Für gewöhnlich herrscht um die Unterkünfte der Teams am Samstagabend ausgelassene Stimmung, doch nun gab es am Abend vor dem Großen Preis von Belgien (01.09.2019) nur entsetzte Gesichter zu sehen. Schweigen löste launige Gespräche ab, die Ohnmacht war für jeden spürbar.

Der Horror-Crash des 22-Jährigen hat die gesamte PS-Szene geschockt und allen eindringlich vor Augen geführt, wie gefährlich der Sport ist. "Alle diese Fahrer riskieren ihr Leben, sobald sie auf die Strecke gehen. Das muss mit mehr Ernsthaftigkeit anerkannt werden, denn das wird nicht getan", schrieb Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton in einem emotionalen Story-Post bei Instagram: "Anthoine ist für mich ein Held, weil er dieses Risiko eingegangen ist, um seine Träume zu verwirklichen."

Hubert verliert die Kontrolle über seinen Rennwagen

Hubert, Protege der Renault Drivers Academy und eines der vielversprechendsten Talente des französischen Motorsports, hatte im asphaltierten Auslauf der Eau-Rouge-Senke eingangs der Highspeed-Passage Raidillon die Kontrolle über sein Auto verloren. Bei dem Versuch, seinem langsamer werdenden Landsmann Giuliano Alesi auszuweichen, geriet er ins Schleudern und löste damit eine fatale Kettenreaktion aus.

Der nachfolgende Juan Manuel Correa (USA) hatte keine Chance auszuweichen, mit ca. 270 km/h raste er in das quer zur Fahrbahn stehende Wrack von Huberts Auto, das bei dem fürchterlichen Aufprall in drei Teile gerissen wurde. Die Überlebenszelle des Fahrers wurde an der linken Seite zerfetzt, Hubert mit ungeheurer Wucht in den Trümmern seines Monocoques über die Strecke geschleudert. Eine genaue Untersuchung des Vorfalls soll folgen. Das Hauptrennen der wichtigsten Nachwuchsserie wurde zunächst unter- und kurz darauf abgebrochen.

Correa erleidet mehrere Beinbrüche

Der Motorsport-Weltverband FIA erklärte, dass Hubert seinen Verletzungen um 18.35 Uhr erlag. Er verstarb im medizinischen Zentrum an der Rennstrecke und konnte nicht einmal mehr in ein Krankenhaus gebracht werden.

Correa erlitt schwere Verletzungen. Wie am Sonntag auf der Internetseite des Amerikaners mitgeteilt wurde, erlitt er Brüche an beiden Beinen sowie eine leichtere Verletzung an der Wirbelsäule. Correa war noch am Samstag in einem Krankenhaus im belgischen Lüttich operiert worden und befindet sich aktuell auf der Intensivstation. Sein Zustand sei stabil, hieß es weiter.

Hubert galt als großes Talent

Der in Lyon geborene Hubert galt als großer Hoffnungsträger des französischen Motorsports nach den Formel-1-erfahrenen Fahrern Pierre Gasly und Esteban Ocon. Im Vorjahr krönte sich Hubert zum Meister in der GP3 und war bereits Teil des Nachwuchsprogramms beim Formel-1-Team Renault. Es in die Königsklasse zu schaffen, war sein großer Traum - und durchaus realistisch. Vor seinem letzten Rennen war er als Achter der bestplatzierte Neuling in der Formel 2.

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Formel 1 startet Rennen trotzdem

Während der Sprint der Formel 2 abgesagt wurde, findet der Grand Prix der Formel 1 trotz der Tragödie wie geplant statt. "Heute fahren wir ein Rennen. Wir machen das mit schweren Herzen und tragen die Erinnerung an Anthoine in uns", hieß es am Sonntag wenige Stunden vor dem Start in Spa-Francorchamps auf dem offiziellen Twitter-Account. Schon kurz zuvor hatte die Formel 1 angekündigt, Hubert vor dem Grand Prix mit einer Schweigeminute zu gedenken. Sie ist für 14.53 Uhr geplant, der Große Preis startet planmäßig um 15.10 Uhr.

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Schlimmster FIA-Unfall seit Herbst 2014

Schwere Unfälle gibt es im Motorsport zwar häufiger, der Tod Huberts in Spa-Francorchamps stellte jedoch den schlimmsten Rennunfall bei einer FIA-Veranstaltung seit dem Formel-1-Rennen im Herbst 2014 in Japan dar. In Suzuka hatte der Franzose Jules Bianchi schwerste Kopfverletzungen erlitten und starb nach langer Zeit im Koma im Sommer des folgenden Jahres in Nizza.

red/dpa/sid | Stand: 01.09.2019, 14:21

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