Formel 1 - Matchball für Hamilton, Vettel wird strafversetzt

Die berühmte erste Kurve beim Rennen in Austin

Großer Preis der USA

Formel 1 - Matchball für Hamilton, Vettel wird strafversetzt

Show, Spektakel, eine Strecke, die es in sich hat - und vielleicht auch schon ein Weltmeister: Die Formel 1 gastiert in den USA. Was man vor dem 18. Saisonrennen wissen muss.

Die Ausgangslage

Vor dem 18. von 21 Rennen liegt Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes 67 Punkte vor Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas ist Dritter, Vettels Stallgefährte Kimi Räikkönen folgt auf Rang vier.

Die Rechenspiele

Hamilton kann in Austin seinen fünften Titel nach 2008, 2014, 2015 und 2017 vorzeitig perfekt machen - zum Beispiel, wenn er das Rennen gewinnt und Vettel höchstens Dritter wird. Je nachdem, wo der Deutsche am Ende landet, reicht sogar Platz sechs zum Titelgewinn. Fakt ist: Holt Hamilton acht Zähler mehr als sein Rivale, ist er Weltmeister.

Und das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn Vettel musste schon vor dem Qualifying einen herben Rückschlag einstecken. Der Heppenheimer wird in der Startaufstellung um drei Plätze strafversetzt, weil er im ersten freien Training unter Roter Flagge zu schnell unterwegs war.

Mercedes stapelt tief

Von einer vorgezogenen Party will Hamilton noch nichts wissen. Er werde "nicht nachlassen", sagte er: "Es sind noch 100 Punkte zu vergeben. Ich weiß, dass wir genauso weitermachen werden wie bisher. Und zwar bis zur letzten Zielflagge. Das ist unser Ziel." Er werde weiter "einen Schritt nach dem anderen" machen, sagte Hamilton.

Ferrari hofft weiter

Die Krönung seines übermächtigen Widersachers will Sebastian Vettel noch einmal verhindern. "Wir werden weiterhin alles geben", kündigte der Ferrari-Star an. Er beschwört Teamgeist und Kampf bis zur letzten rechnerischen Möglichkeit. "Der Spirit ist ungebrochen, trotz allem", betonte er. Man wisse, dass es bei der aktuellen Punktezahl schwierig sei: "Aber wir haben nicht mehr viel zu verlieren." Das meint auch Teamchef Maurizio Arrivabene: "Es ist eine Mission Impossible geworden, aber es ist noch nicht vorbei. Wir gehen in Austin nicht schon geschlagen an den Start, das muss man klar sagen."

Die Strecke

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel am Aussichtsturm

Jede Menge Kurven und zwei Highspeed-Geraden - das ist der Circuit of the Americas. Die Besonderheit: Gleich nach dem Start geht es bergauf in die erste Kurve. Die Piloten rasen dabei auf eine 41 Meter hohe "Wand" zu. "Man sieht nur diesen riesigen Hügel vor sich. Beim Anbremsen kann man den Scheitelpunkt gar nicht sehen", sagt Hamilton. Der 5,513 Kilometer lange Kurs ist bei den Fahrern beliebt. "Die Strecke ist schnell, hat einen schönen Fluss und gehört definitiv zu den besten im Kalender für das Überholen", sagt Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Und Renault-Fahrer Nico Hülkenberg sagt: "Von all den modernen Strecken, die in den vergangenen Jahren gebaut wurden, sticht diese heraus. Das Design ist überragend, mit vielen coolen Kurvenkombinationen, die toll ineinander fließen." Hingucker ist der 76 Meter hohe Aussichtsturm mit Rundumblick an der Strecke. Die Fahrer müssen 56 Runden absolvieren.

Die Statistik

Erst seit 2012 steht Austin im Rennkalender, zuvor war der Große Preis der USA in Indianapolis über die Bühne gegangen. Fünf der sechs Grand Prix gewann Hamilton, Vettel siegte 2013. Immerhin gingen vier der fünf Pole Positions an deutsche Fahrer. Zweimal war Vettel Schnellster der Qualifikation, dann zweimal Nico Rosberg. Vettel hält auch den Rundenrekord.

Rekordjäger Hamilton

Mit seinem fünften WM-Titel würde Hamilton weiter Geschichte schreiben. Der 33-Jährige wäre erst der dritte Fahrer, dem ein solcher Coup gelingt. Juan Manuel Fangio (Argentinien/1951, 1954, 1955, 1956, 1957) hat ebenfalls fünf Titel geholt, nur Rekordweltmeister Michael Schumacher mit sieben Triumphen wäre noch erfolgreicher (1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004). Fünf Siege in Serie beim gleichen Grand Prix hat bisher nur Hamiltons großes Idol Ayrton Senna geschafft. Der Brasilianer gewann in Monaco von 1989 bis 1993.

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Show und Spektakel

Rund um den Grand Prix herrscht jede Menge Tam-Tam und Spektakel. Die Amerikaner setzen ganz auf den Show-Effekt, so treten die Superstars Bruno Mars und Britney Spears am Pistenrand auf.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 18.10., 22.50 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 18.10.2018, 13:40

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