Schicksalsrennen für Vettel in Singapur

Sebastian Vettel

Formel 1

Schicksalsrennen für Vettel in Singapur

Nach dem Desaster in Monza schwinden die WM-Chancen für Sebastian Vettel. In Singapur ist am Sonntag (16.09.2018) ein Sieg Pflicht. Vier Mal konnte der Heppenheimer das Nachtrennen schon gewinnen - zuletzt aber siegte zwei Mal Mercedes.

Vor der Reise nach Singapur hatte Vettel in einem Punkt Klarheit für die Zukunft. In der nächsten Formel-1-Saison wird nicht mehr Kumpel Kimi Räikkönen, sondern Talent Charles Leclerc neben dem Ferrari-Star fahren. Doch vor dem Nacht-Grand-Prix in der Millionen-Metropole beschäftigte den Heppenheimer die Gegenwart mehr als die Personalien der Zukunft.

"Klar ist da eine kleine Lücke", sagte der Deutsche über den Rückstand von 30 Punkten in der Gesamtwertung auf seinen WM-Rivalen und Mercedes-Piloten Lewis Hamilton. Mit dem Monza-Fiasko und dem Unfall in der ersten Runde mit seinem britischen Konkurrenten wollte sich Vettel nicht mehr lange aufhalten. "Ich denke, ich weiß, was zu tun ist. Ich konzentriere mich jetzt auf Singapur. Ich mag den Ort."

Hamilton siegt im Ferrariland - Vettel nur Vierter

Sportschau | 02.09.2018 | 00:54 Min.

Vettel ist Rekordsieger in Singapur

Kein Wunder: Vettel ist dort Rekordsieger. Vier Mal gewann der 31-Jährige seit der Premiere 2008 auf der Strecke, drei Mal im Red Bull, 2015 im Ferrari.

In diesem Jahr könnte Singapur das Schlüsselrennen für Vettels Kampf um seinen fünften Titel werden. Hier kann er die WM zwar nicht gewinnen, aber er kann sie verlieren.

Auf keinem der restlichen Kurse gelten er und Ferrari als so klar favorisiert wie auf dem Marina Bay Street Circuit. Konkurrent Mercedes sieht sich als Außenseiter. Zudem könnte in Singapur auch noch Red Bull in den Zweikampf Rot gegen Silber eingreifen und womöglich Hamilton Punkte wegnehmen.

Schmach beim Rennen im vorigen Jahr

Gewinnt Vettel am Sonntag nicht, wird es eng im Duell mit dem ebenfalls viermaligen Weltmeister aus England. Deshalb darf sich eine Schmach wie im vergangenen Jahr nicht wiederholen. Damals waren Vettel und Räikkönen noch in der ersten Runde mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen kollidiert und ausgeschieden. Hamilton nutzte die Chance, gewann - und wurde später Weltmeister.

Fehler darf sich Vettel in dieser Saison ohnehin kaum noch erlauben. Davon hatte er bereits genug: der Verbremser in Baku, eine Kollision mit Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas in Frankreich, die Qualifikations-Strafe in Österreich, der Ausrutscher ins Kiesbett in Hockenheim und nun zuletzt der Dreher nach dem Unfall mit Hamilton. Seine Fauxpas kosteten ihn schon bis zu 70 Punkte.

Was macht Räikkönen?

Nur noch ein paar Rennen Teamkollegen: Kimi Räikkönen (l.) und Sebastian Vettel

Nur noch ein paar Rennen Teamkollegen: Kimi Räikkönen (l.) und Sebastian Vettel

Anders als bei Ferrari ist im Mercedes-Team alles auf Hamilton ausgerichtet. Selbst Teamkollege Bottas ordnet sich dem unter. Vettel würde sich das auch wünschen: "Ich erwarte mir nichts", hatte er in Monza gesagt und klang leicht genervt. "Ich fahre mein Rennen. Ich glaube, ich habe noch nie etwas geschenkt bekommen in der Vergangenheit und auch heute nicht." Ob er von Räikkönen nach dessen feststehender Abschiebung zu Sauber noch irgendwelche Geschenke erwarten kann, ist da fraglich.

red/dpa | Stand: 12.09.2018, 12:10

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