Die Fakten zu Silverstone II - Hülkenberg wieder dabei

Nico Hülkenberg vor dem letzten Training in Großbritannien

Jubiläums-Grand-Prix

Die Fakten zu Silverstone II - Hülkenberg wieder dabei

Vollgas und rasante Kurven, eine abgespeckte Jubiläumsfeier, hoffentlich nicht wieder Reifenplatzer und erneut mit Nico Hülkenberg: Die Sportschau hat die Fakten zum Rennen in Silverstone.

Die Ausgangslage

Vor dem fünften Saisonrennen - dem zweiten binnen einer Woche im britischen Silverstone - führt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton nach drei Siegen in Serie die Gesamtwertung mit 88 Punkten an. Der Weltmeister aus Großbritannien liegt 30 Zähler vor seinem Mercedes-Stallgefährten Valtteri Bottas aus Finnland. Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) ist Dritter. Sebastian Vettel liegt mit seinem Ferrari derzeit nur auf Platz 13.

Die Favoriten

Natürlich Mercedes: Erst am vergangenen Wochenende hat Hamilton sein Heimrennen in Silverstone gewonnen - und das auf nur drei Rädern bei der Zieleinfahrt. Auch mit Bottas ist zu rechnen, obwohl der Finne nach einem Reifenschaden nur auf Platz elf landete. Vorne mitmischen will auch wieder Verstappen, der sich mit seinem Red Bull beim ersten England-Rennen deutlich verbessert zeigte und Zweiter wurde. Die Ferraris haben allenfalls Außenseiterchancen, wobei man Charles Leclerc mehr zutrauen darf als Vettel.

Formel 1 - Hamilton siegreich, Hülkenberg startet nicht

Sportschau 02.08.2020 01:06 Min. Verfügbar bis 02.08.2021 ARD Von Jens Wolters

Wird es wieder zu Reifenplatzern kommen?

Das will Exklusivhersteller Pirelli verhindern. Neben Hamilton und Bottas hatten auch Carlos Sainz (McLaren) und Nicholas Latifi (Williams) Plattfüße links vorne. Pirelli sprach in der Analyse von maximal beanspruchten Reifen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs. Die Pneus werden diesmal sogar noch eine Stufe weicher sein, im Gegenzug wird eine Erhöhung des Reifendrucks vorgeschrieben. Dadurch sollen die Reifen weniger belastet werden. Außerdem empfiehlt Pirelli den Teams und Fahrern für das Rennen, mindestens zweimal die Gummis zu wechseln.

Die Strecke

Der Hochgeschwindigkeitskurs bietet rasante Kurvenkombinationen, in denen die Fahrer teilweise Vollgas fahren können und auch eine ordentliche Portion Mut beweisen müssen. Passagen wie "Copse", "Maggotts" oder "Becketts" faszinieren die Piloten. Der hohe Abrieb verlangt den Reifen jedoch eine Menge ab, das war auch am vergangenen Wochenende mit zahlreichen Reifenschäden zu begutachten. Wetterkapriolen gehören auf dem 5,891 Kilometer langen Kurs dazu. 52 Runden müssen die Fahrer zurücklegen.

Zweite Chance für Hülkenberg

Nachdem er am vergangenen Wochenende wegen Kupplungsschadens nicht dabei sein konnte, bekommt Nico Hülkenberg jetzt erneut eine Chance auf sein Formel-1-Comeback. Der Emmericher wird Racing-Point-Pilot Sergio Perez ersetzen, wie der Rennstall am Freitagvormittag mitteilte. Perez war in der vergangenen Woche positiv auf Covid-19 getestet worden, nach siebentägiger Quarantäne fiel auch der zweite Test bei Perez positiv aus. Hülkenberg war am vergangenen Rennwochenende bereits kurzfristig eingesprungen. Das Rennen fand dann dennoch ohne ihn statt, kurz vor dem Start bremste ihn ein Schaden im Getriebe aus.

Die Formel 1 feiert

Giuseppe Farina 1950 in Silverstone

Giuseppe Farina 1950 in Silverstone

Vor 70 Jahren trug die Formel 1 ihren ersten Grand Prix aus - genauer gesagt am 13. Mai 1950. Damals veranstaltete die Königsklasse des Motorsports auf dem ehemaligen Militärflugplatz im Nordwesten von London, also dort wo heute der Silverstone Circuit steht, ihren ersten WM-Lauf. Der Italiener Giuseppe Farina trug sich damals im Alfa Romeo als Premierensieger in die Geschichtsbücher ein. Seither wurde die Strecke immer wieder verändert. Nun macht die Formel 1 schon zum 55. Mal Station. Angesichts der Corona-Pandemie wird die Formel 1 in Silverstone nur gedämpft an ihr 70-jähriges Bestehen erinnern.

Vettel frustiert und ratlos

Chancenlos trudelte der Heppenheimer in der Vorwoche als Zehnter ins Ziel. "Es geht ja nicht, dass alles über Nacht rückwärts läuft", klagte der 33-Jährige, der sich beim Wandern und Radfahren von der Tristesse ablenken wollte: "Irgendwas muss sein." Vettel fühlt sich nach eigenen Angaben in seinem Wagen "überhaupt nicht wohl". Man müsse nun ein "bisschen aufarbeiten und hoffen", dass es wieder "besser wird". Echte Hoffnung dürfte aber auch Vettel nicht mehr haben.

Denn Fakt ist: Der SF1000 passt nicht zum Fahrstil des Hessen, dazu hat die Power Unit der Scuderia Leistungsdefizite. Für Vettel wird es wieder einmal zunächst darum gehen, das Stallduell mit Leclerc zu gewinnen. Beim ersten Silverstone-Rennen hatte er aber auch wegen technischer Probleme klar das Nachsehen.

Die Statistik

Silverstone - das war zuletzt das Rennen von Lewis Hamilton. Von den jüngsten sieben Grand Prix gewann der Brite sechs. Mit insgesamt sieben Erfolgen ist er Rekordsieger. Vettel gewann 2009 und 2018, Nico Rosberg siegte 2013. Deutscher Rekordsieger auf dem Kurs ist Michael Schumacher mit drei Siegen (1998, 2002, 2004).

sid/dpa | Stand: 07.08.2020, 10:07

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