Mexiko - mit Highspeed durchs Baseball-Stadion

Lewis Hamilton

Formel 1

Mexiko - mit Highspeed durchs Baseball-Stadion

Ein Hochgeschwindigkeits-Spektakel, eine Fahrt durch ein Baseball-Stadion und vielleicht schon die Kür des Weltmeisters: Die Formel 1 macht in Mexiko Station. sportschau.de erklärt, was man wissen muss.

Die Ausgangslage

Vor dem 18. Saisonrennen liegt der Brite Lewis Hamilton im Mercedes mit 338 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung. Dahinter rangiert sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas mit 274 Zählern auf Platz zwei. Charles Leclerc (223) ist im Ferrari Dritter, Max Verstappen (212) liegt im Red Bull auf Platz vier - punktgleich mit Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

Hamilton kann Weltmeister werden

Schon im viertletzten Saisonrennen kann Hamilton seinen sechsten Weltmeistertitel in der Formel 1 perfekt machen. Bei derzeit 64 WM-Punkten Vorsprung auf Bottas muss er dafür in Mexiko mindestens 14 Punkte mehr einfahren als der Finne. Das schafft er zum Beispiel, wenn er gewinnt und Bottas höchstens Fünfter wird. Zu nehmen ist ihm der Titel wohl nicht mehr. Mit Erfolg Nummer sechs wird er die Formel-1-Ikone Juan Manuel Fangio (5) hinter sich lassen. Im nächsten Jahr könnte er dann zu Rekordmann Michael Schumacher (7) aufschließen.

Gewohnt defensiv

Vor dem Rennen gibt sich Hamilton gewohnt defensiv. Nicht ohne Grund. In Mexiko hat er zwar in den vergangenen beiden Jahren jeweils vorzeitig den Titelgewinn gefeiert, dabei aber jeweils die Pole Position und den Rennsieg klar verpasst. "Mexiko ist unsere Achillesferse, wahrscheinlich unser schwächstes Rennen des Jahres", sagte Hamilton.

F1: Mercedes ist vorzeitig Weltmeister Morgenmagazin 14.10.2019 01:37 Min. Verfügbar bis 14.10.2020 Das Erste

Ferrari Favorit - aber mit sich selbst beschäftigt

Ferrari ist in Sachen WM-Titel aus dem Rennen und hat ohnehin weiterhin vor allem mit sich selbst zu tun. In Mexiko geht der Kampf um die Vormachtstellung zwischen Vettel und Leclerc in die nächste Runde. Der Monegasse hat als Dritter elf Punkte Vorsprung auf den fünftplatzierten Vettel. Damit werden die verbleibenden Rennen zu einem Duell um die teaminterne Pole Position für das kommende Jahr. Dabei sind die "Roten" in Mexiko die Favoriten. Sie sind nach der Sommerpause in fünf Qualifyings unbesiegt, das Auto funktioniert mittlerweile auf jedem Streckentyp. Drei Siege sprangen heraus, von den Kräfteverhältnissen her hätten es fünf sein können. Die dünne Höhenluft von Mexiko-Stadt sollte dem vor Kraft strotzenden und auf Effizienz getrimmten SF90H liegen.

Vettel nicht mehr von Sperre bedroht

Immerhin kann Vettel im Endspurt der Saison wieder etwas mehr auf Risiko gehen. Der Ferrari-Pilot ist nicht mehr akut von einer Rennsperre bedroht. Im Sündenregister des Weltverbandes wurden beim Hessen zuletzt zwei Strafpunkte gestrichen. Damit steht er in dieser Wertung nun bei sieben Zählern. Erst bei zwölf Strafpunkten erfolgt eine automatische Sperre für ein Rennen. Verhängt werden diese Strafzähler für Regelverstöße. Für schwere Vergehen sind bis zu drei Strafpunkte möglich. Vettel stand seit Monza bei neun Punkten und musste bei einer weiteren Regelwidrigkeit in den vergangenen drei Grand Prix eine Sperre fürchten.

Die Strecke

Keine Formel-1-Strecke liegt so hoch wie das Autódromo Hermanos Rodríguez - rund 2250 Meter über Meeresniveau. Die Fahrer erwartet ein Hochgeschwindigkeits-Spektakel. Besonderes Highlight: Der 4,304 Kilometer lange Kurs führt unter anderen durch das Baseball-Stadion Foro Sol, wo auch die Siegerehrung stattfindet. Hinter dem Stadion geht es für die Fahrer auf die langgezogene, 1,314 Kilometer lange Start-Ziel-Gerade. 71 Runden sind zu fahren. "Mit den enormen Zuschauermengen und dem ganzen Drumherum, das die Veranstalter organisieren, ist das Rennen ziemlich cool", sagt Red-Bull-Pilot Max Verstappen, und Lando Norris von McLaren erklärt: "Mexiko sorgt für tolle Rennen. Der Kurs mit der einzigartigen Passage im Stadion ist wirklich interessant."

Die Statistik

Nach 23 Jahren Abstinenz feierte Mexiko 2015 die Rückkehr in den Formel-1-Kalender. Nico Rosberg ist der bislang einzige deutsche Sieger. 2015 gewann er im Mercedes das Comeback-Rennen auf der Strecke. 2016 siegte Hamilton, danach gewann Verstappen zweimal in Serie. Er ist gemeinsam mit Alain Prost, Nigel Mansell und Jim Clark mit seinen zwei Erfolgen auch Rekordsieger. Für Michael Schumacher war das Mexiko-Rennen ebenfalls etwas ganz Besonderes. 1992 fuhr er dort in seinem erst achten Grand Prix erstmals auf das Podest. Der spätere Rekordweltmeister belegte damals im Benetton den dritten Rang.

red/sid/dpa | Stand: 23.10.2019, 11:30

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