Formel 1 - Hamiltons zweiter Anlauf in Mexiko

Lewis Hamilton nach seinem WM-Triumph 2017

Großer Preis von Mexiko

Formel 1 - Hamiltons zweiter Anlauf in Mexiko

Von Marco Schyns

Der WM-Titel ist nur noch Formsache. Und doch musste Lewis Hamilton die große Party verschieben. Nun hat der Brite einen zweiten Versuch - an der Stelle, wo er schon im vergangenen Jahr feiern durfte.

70 Punkte Vorsprung hat Lewis Hamilton auf Sebastian Vettel. 75 Punkte kann ein Fahrer bei drei ausstehenden Rennen maximal noch holen. Das alleine zeigt: Der Weltmeisterschaftstitel von Lewis Hamilton ist nur noch Formsache. Dass der Brite seinen fünften WM-Titel nicht schon vor einigen Tagen in Austin feiern durfte, lag an schnell abbauenden Reifen an seinem Mercedes und einem starken Kimi Räikkönen.

Noch einmal aber will Hamilton die Titelverteidigung nicht vertagen. Zumal die Strecke in Mexiko-Stadt eine besondere Atmosphäre bietet. Schon im vergangenen Jahr holte Hamilton hier den Titel - und ließ sich im umgebauten ehemaligen Baseball-Stadion, das Teil der Zuschauertribüne ist, feiern.

Hamilton reichen sechs Punkte

Theoretisch reichen Hamilton sechs Punkte zum Titel. Dann würde auch ein Sieg von Herausforderer Vettel dessen letzte Hoffnungen begraben. Das wäre ein siebter Platz. Betrachtet man die Dominanz der Top-Teams in der Formel 1 heißt das übersetzt: Wenn Hamilton nicht ausscheidet, wird er mit 99-prozentiger Sicherheit Weltmeister. Das kam in den letzten 48 Rennen genau einmal vor.

Aber Hamilton würde nicht zu den erfolgreichsten Formel-1-Piloten aller Zeiten gehören, würde er nicht immer auf Sieg fahren. Das dürfte auch für das Rennen in Mexiko gelten. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff stapelt allerdings tief. "Das Autodromo Hermanos Rodríguez stellt angesichts seiner Höhenlage einen Sonderfall im Rennkalender dar. Die Strecke gehörte in den vergangenen Jahren zu unseren schwächeren Wochenenden und wir erwarten dort einen harten Kampf gegen Ferrari und Red Bull", sagt Wolff mit Blick auf das Rennen am Sonntag (28.10.18)

Was machen Ferrari und Red Bull?

Für die beiden Mercedes-Kontrahenten geht es, neben Geldprämien, auch um Prestige und darum, der Konkurrenz aufzuzeigen, dass die Lücke nicht so groß ist, wie sie oftmals erscheint. Vor allem Ferrari rief - oftmals aufgrund von Fehlern im Team oder bei den Fahrern - in dieser Saison nicht sein volles Potenzial ab.

Red Bull präsentierte sich oftmals unangenehm und steht gewissermaßen vor einer Zäsur. Mit dem Abschied von Daniel Ricciardo zum Saisonende - der Australier wechselt zu Renault - gibt es beim österreichischen Rennstall nämlich eine klare Nummer eins, Max Verstappen. Und der Niederländer will so schnell wie möglich in Richtung WM-Titel greifen. Ein Erfolg in den letzten drei Rennen dieser Saison würde diese Ambitionen noch einmal eindrucksvoll unterstreichen.

Und die Strecke liegt Verstappen: Im vergangenen Jahr siegte der 21-Jährige dort, die Pole Position hatte sich zuvor Vettel geschnappt. Das alleine sollte den Verfolgern doch Mut machen für das drittletzte Rennen der Saison.

Stand: 25.10.2018, 14:32

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