Melbourne - viel Neues und ein altbekanntes Duell

Der Albert Park in Melbourne

Formel 1

Melbourne - viel Neues und ein altbekanntes Duell

Neue Fahrer, neue Regeln, veränderte Boliden - so startet die Formel 1 in Melbourne in die neue Saison. Auf der "Vollgas-Strecke" im Albert Park steht gleich wieder das Duell zwischen Weltmeister Lewis Hamilton und Herausforderer Sebastian Vettel im Mittelpunkt.

Die Ausgangslage

Die ist vor dem ersten Saisonrennen schwer einzuschätzen. Als Favoriten gehen die üblichen Verdächtigen an den Start: Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari). Max Verstappen (Red Bull) hat Außenseiterchancen. Ferrari hat starke Wintertests in Barcelona hingelegt, war extrem schnell unterwegs. Es scheint, als sei Ferrari endlich in der Lage, die Titelserie von Mercedes um Hamilton zu beenden.

Alle Prognosen könnten sich aber schon am Wochenende als falsch erweisen. Niemand weiß wirklich, welche Überraschungen die einzelnen Teams noch parat haben. Zudem ist Melbourne eine völlig andere Strecke als Barcelona. In Australien kann es zudem auch im Herbst noch bis zu 30 Grad heiß werden. Das erste Freie Training am Freitag (15.03.2019) könnte erste Aufschlüsse darüber geben, wie Autos und Fahrer in Form sind.

Das sagen die Fahrer

Hamilton sieht Ferrari und Vettel zum Start der neuen Saison in der Rolle des Favoriten. "Wenn wir sagen, wir haben noch Arbeit vor uns, dann meinen wir das ernst", sagte der Brite: "Das wird der bisher härteste Kampf." Und Mercedes-Teamchef Toto Wolff ahnt, dass der nächste Angriff von Ferrari seine Mannschaft "an unsere Grenzen treiben" wird.

Vettel will dies und seine guten Testergebnisse nicht überbewerten. "Zu diesem Zeitpunkt sind wir alle Jäger und alle Gejagte. Es ist so ein langer Weg", sagte der Deutsche. Doch dann schiebt er doch eine Kampfansage hinterher: "Wir wollen ein neues Kapitel aufschlagen. Die Moral ist hoch, das Team ist auf dem richtigen Weg."

Die Strecke

Die  5,303 Kilometer lange Strecke im Albert Park wird mit hohem Vollgas-Anteil gefahren. 58 Runden müssen die Fahrer absolvieren. Teile der Piste führen über normale Verkehrswege. Für einen Stadtkurs ist die Runde erstaunlich schnell. "Die Runde ist wirklich ein Genuss mit einer Mischung aus Vollgas-Passagen und mittelschnellen Abschnitten", sagt der Australier Daniel Ricciardo vom Renault-Team.

Gute deutsche Statistik

Die Bilanz der deutschen Fahrer kann sich sehen lassen. Drei Piloten trugen sich im Albert Park schon in die Siegerlisten ein. Michael Schumacher gewann das Rennen in Melbourne viermal (2000, 2001, 2002 und 2004), Nico Rosberg zweimal (2014 und 2016), Vettel dreimal (2011, 2017 und 2018). Das macht neun deutsche Siege.

Nur wenig Vorfreude

Überschattet wird der Saisonauftakt vom plötzlichen Tod von Charlie Whiting. Der Renndirektor erlag in Melbourne im Alter von 66 Jahren einer Lungenembolie. Bestürzung und Trauer sind auch im Fahrerlager groß.

Was ist neu?

Drei Piloten werden am Sonntag in Melbourne ihr erstes Rennen in der Formel 1 bestreiten. Lando Norris steuert einen McLaren, sein britischer Landsmann George Russell sitzt im Williams. Für Toro Rosso geht der Thailänder Alexander Albon an den Start.

Die Autos haben sich verändert. So wurden die Boliden an Front- und Heckflügel etwas breiter und höher gebaut. Vor allem der höhere Heckflügel fällt auf. Durch die Veränderungen soll das Überholen einfacher werden. Zudem wurde die erlaubte Benzinmenge um fünf auf 110 Kilogramm erhöht. Jeder Bolide darf nun 743 Kilogramm wiegen (vorher 733). Damit die Fans die Strategien der Teams leichter verstehen können, werden die Trockenreifen künftig bei jedem Rennen nur noch mit drei Farben gekennzeichnet: weiß (hart), gelb (medium) und rot (soft).

Kurz vor dem Auftakt wurde noch das Punktesystem geändert. Künftig gibt es für den Fahrer und das Team mit der schnellsten Rennrunde einen Extra-Zähler für die WM. Bedingung: Der Pilot muss unter den ersten Zehn ins Ziel kommen. So soll zum Ende der Rennen für mehr Action gesorgt werden.

Australische Fans hoffen

Einen Podiumsplatz beim Heimrennen zu holen, das hat noch kein Australier geschafft. Die australischen Fans drücken Renault-Pilot Ricciardo deshalb besonders die Daumen, und der ist natürlich ganz besonders motiviert. Ricciardo war 2014 nah dran am Podesplatz, doch damals wurde sein zweiter Rang aberkannt.

red/sid/dpa | Stand: 14.03.2019, 10:15

Darstellung: