Formel 1 - anspruchsvolles Jubiläum in China

Sebastian Vettel in China

Grand Prix in Shanghai

Formel 1 - anspruchsvolles Jubiläum in China

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel will beim Großen Preis von China den ersten Saisonsieg einfahren. Es wäre ein ganz besonderer, denn es ist das 1000. Rennen der Formel 1. Die Strecke in Shanghai gilt als schwierig und anspruchsvoll.

Die Ausgangslage

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas aus Finnland führt vor dem dritten Saisonrennen die Gesamtwertung mit 44 Punkten an. Einen Zähler dahinter liegt sein Teamkollege und Titelverteidiger Lewis Hamilton. Max Verstappen folgt im Red Bull auf Platz drei. Vettel ist im Ferrari nur Fünfter und liegt noch hinter seinem Stallgefährten Charles Leclerc.

Die Favoriten

Die beiden Mercedes und die beiden Ferrari-Piloten haben die größten Chancen, das Rennen zu gewinnen. Das liegt vor allem an den zwei langen Geraden, auf denen die Fahrer die starken Motoren voll ausfahren können.

Wie wichtig ist die Pole Position auf dem Kurs?

Die Strecke bietet zwar reichlich Möglichkeiten zum Überholen, ein Blick auf die Statistik der bisherigen 15 Rennen auf dem Shanghai International Circuit zeigt aber: Neun Mal gewann der Fahrer auf der Pole Position auch das Rennen.

Die Statistik

Rekordsieger ist Hamilton, der Brite gewann fünf Mal - 2008, 2011, 2014, 2015 und 2017. Vettel konnte dagegen nur 2009 gewinnen - damals noch im Red Bull. Deutsche Siege gab es zudem durch Michael Schumacher (2006) und Nico Rosberg (2012 und 2016). Titelverteidiger ist Daniel Ricciardo, der im vergangenen Jahr überraschend im Red Bull triumphierte.

Erster Saisonsieg für Titelverteidiger Hamilton Morgenmagazin 01.04.2019 01:29 Min. Verfügbar bis 01.04.2020 Das Erste

Die Strecke

Der 5,451 Kilometer lange Kurs gilt als anspruchsvoll und schwierig. Das Streckenlayout orientiert sich am chinesischen Schriftzeichen "Shang". Es bedeutet in etwa "hoch" oder "über". Nach der schnellen Kurve 13 geht es auf eine der längsten Geraden im Rennkalender, rund 1,2 Kilometer ist sie lang. Noch zwei weitere Kurven, und die Start- und Zielgerade als zweite lange Vollgas-Passage ist erreicht. Sieben Links- und neun Rechtskurven müssen pro Runde gefahren werden. Die Fahrer müssen 56 Runden absolvieren.

"Zwei Kurven sind besonders wichtig: Die erste und die vor der langen Gerade. Bei beiden ist es nicht einfach, die beste Linie zu finden, denn die Strecke ist dort jeweils sehr breit", sagt Vettel. Und Ricciardo (Renault) erklärt: "Das Streckenlayout ist ziemlich einzigartig. Es gibt lange Geraden, eine wirklich verzwickte Kurve 1 und viele Überholmöglichkeiten. Es gibt auch ein paar coole Stellen, an denen du die Konkurrenten ausbremsen kannst."

Rundes Jubiläum

Es ist ein ganz besonderes Rennen, denn in China startet der 1000. Grand Prix. Dazu wurde der Shanghai International Circuit aufgehübscht. Ein großes Bild von Rekordweltmeister Michael Schumacher, eines vom dreimaligen Champion Niki Lauda und noch einige Erinnerungsstücke mehr werden zu sehen sein. Dazu gibt es Rennwagen aus vergangenen Zeiten und weitere Erinnerungsstücke - und das alles auf einem roten Teppich, der fast so lang wie das Fahrerlager ist. Passend zum "Meilenstein" in der Formel 1 wird Geschäftsführer Chase Carey eine Münze zum 1000. Rennen vorstellen sowie das offizielle Poster enthüllen.

Vettel unter Druck

Ferrari-Pilot Vettel braucht dringend einen Sieg, um nicht frühzeitig den Anschluss auf die Mercedes-Fahrer zu verlieren. Doch er hat auch stallinterne Konkurrenz. Kollege Leclerc hat schon bewiesen, dass er mehr als mithalten kann, nur die technischen Probleme an seinem Wagen verhinderten in Bahrain seinen ersten Sieg. Für Vettel eine brisante Situation: Er muss um seinen Status kämpfen. Ferrari wird Leclerc erstmal nicht einbremsen, solange er selbst auch um die WM mitfahren kann. Erst recht, weil der 21-Jährige auch für die Zukunft der Scuderia steht. "Ich hatte in der Vergangenheit hier ein paar gute Rennen mit Ferrari. Vielleicht haben wir diesmal auch das Quäntchen Glück, so dass wir das 1000. Rennen wirklich feiern können", sagte Vettel.

Mercedes stapelt tief

Mercedes sieht sich trotz der beiden Auftaktsiege in der Defensive. "An die Power, die sie haben, kommt keiner ran", meinte Teamchef Toto Wolff mit Blick auf die langen Geraden. Das Problem aus Mercedes-Sicht: Das Motoren-Kräfteverhältnis hat sich gedreht. Auf der Qualifikationsrunde sei Ferrari auf der Geraden in Bahrain fünf Zehntelsekunden schneller gewesen, erklärte Wolff. Den Sieg sicherte sich Hamilton vor Bottas und Leclerc nur dank der besseren Zuverlässigkeit des Silberpfeils. Und weil Vettel patzte.

red/dpa/sid | Stand: 11.04.2019, 07:52

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