Abu Dhabi - die Fakten vor dem Großen Preis

Sebastian Vettel (vorn) und Charles Leclerc

Formel 1

Abu Dhabi - die Fakten vor dem Großen Preis

Der WM-Titel in der Formel 1 ist vergeben, gesprächswertige Themen gibt es dennoch - allen voran mal wieder bei Ferrari. Alle Fakten zum Großen Preis von Abu Dhabi.

Die Ausgangslage

Der WM-Titel ist vergeben. Vor dem letzten Saisonrennen führt der alte und neue Weltmeister Lewis Hamilton die Gesamtwertung mit 387 Punkten vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas (314) an. Max Verstappen ist im Red Bull Dritter (260), erst dann folgen die beiden Ferrari-Fahrer Charles Leclerc (249) und Sebastian Vettel (230).  

Die Strecke

Der 5,554 Kilometer lange Yas Marina Circuit ist fahrerisch nicht die ganz große Herausforderung. Die Piloten müssen 21 in erster Linie langsame und mittelschnelle Kurven absolvieren. Hitze und Wüstenstaub erschweren die Abstimmung. Weil die Strecke im Verlauf des Rennens deutlich abkühlt, muss das Auto besonders gut eingestellt werden, damit die Reifentemperatur nicht zu stark absinkt. 55 Runden müssen die Fahrer absolvieren.

Die Besonderheit

Der an einem Jachthafen gelegene Kurs wirkt wie eine Oase. Die Fahrt in die Dunkelheit, unter einem Teil des Yas-Hotels hindurch, sorgt für besondere TV-Bilder. Auch die Boxen-Ausfahrt durch einen Tunnel ist speziell. Das Rennen startet um 17.10 Uhr Ortszeit rund eine halbe Stunde vor dem Sonnenuntergang, dann bricht die Nacht über den Kurs herein. 4.700 Lichter erhellen die Strecke.

Das sagen die Fahrer

"Yas Marina ist ein interessanter Kurs. Es ist eine lange Runde mit drei unterschiedlichen Sektoren, welche es schwierig machen, einen Rhythmus zu finden", sagte Renault-Pilot Nico Hülkenberg. Und Max Verstappen (Red Bull) erklärte: "Die Herausforderung in Abu Dhabi ist immer die Wagenabstimmung, weil wir uns zwischen Einheiten bei Tag und bei Nacht bewegen. Das zweite Freie Training ist die wichtigste Einheit, weil es in Sachen Qualifikations- und Rennbedingungen am aussagekräftigsten ist."

Die Statistik

Seit der Premiere im Jahr 2009 ging der Titel in Abu Dhabi sechsmal an Mercedes. Lewis Hamilton gewann 2011, 2014, 2016 und 2018 und ist damit auch Rekordsieger. Sebastian Vettel gewann immerhin dreimal (2009, 2010, 2013) - allerdings immer im Red Bull und noch nie im Ferrari. In die Siegerliste trugen such auch schon Kimi Räikkönen (2012), Nico Rosberg (2015) und Valtteri Bottas (2017) ein.

Abschied für Hülkenberg

Nico Hülkenberg hat sein Formel-1-Aus für 2020 bestätigt. "Ob sich danach was ergibt, weiß keiner", sagte der Rheinländer. 2010 feierte er sein Debüt im Williams, nach drei Jahren bei Renault muss er nun Esteban Ocon weichen. Sein erster Podestplatz hätte Hülkenbergs Chancen auf ein Cockpit im nächsten Jahr sicher erhöht. Aber in bisher 176 Rennen schaffte er es noch nie aufs Treppchen.  

Hamilton trotz Titel motiviert

Bei seinem Jubiläumsauftritt in den Vereinigten Arabischen Emiraten will sich der Engländer Hamilton wie ein Champion in die Winterpause verabschieden. "Ich liebe es einfach, Rennen zu fahren", sagte Hamilton zu seiner andauernden Motivation. In Abu Dhabi feiert er seinen 250. Grand Prix - und davon hat der 34-Jährige beeindruckende 83 gewonnen.

Bei Ferrari brodelt es weiter

Ferrari hat den Crash von Sebastian Vettel und Stallrivale Charles Leclerc in Brasilien aufgearbeitet. Auf die Frage, ob er mit seinen beiden Fahrern reinen Tisch gemacht habe, antwortete Teamchef Mattia Binotto: "Ja, das haben wir getan. Wir haben zusammen diskutiert, alle drei zusammen." Vettel und Leclerc hätten verstanden, dass die Kollision in der Schlussphase von Interlagos "nicht akzeptabel" sei. Die Fahrer werden sich jedoch auch in Abu Dhabi nichts schenken, beide wollen mit einem guten Ergebnis in den Winter. Vettel kann zudem bei 19 Punkten Rückstand in der Gesamtwertung noch an Leclerc vorbeiziehen. Der Heppenheimer reist auf jeden Fall mit guter Laune an. Er ist zum dritten Mal Vater geworden.

Williams vergibt Cockpit

Williams hat das letzte verfügbare Formel-1-Cockpit 2020 an den Kanadier Nicholas Latifi vergeben. Der 24-Jährige wird im kommenden Jahr an der Seite des Briten George Russell Stammfahrer. Latifi war seit dieser Saison Ersatzfahrer bei Williams und nahm auch an sechs Trainingseinheiten teil. Latifi löst den Polen Robert Kubica ab.

red/sid/dpa | Stand: 28.11.2019, 12:00

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