Formel 1 verschiebt Rennen - Monaco fällt aus

Corona-Krise zwingt Königsklasse zum Umdenken

Formel 1 verschiebt Rennen - Monaco fällt aus

Das Coronavirus zwingt die Formel 1 weiter zur Improvisation. Aufgrund der in Europa immer dramatischeren Situation haben die Verantwortlichen den Saisonstart erneut verschoben, die Saison 2020 wird historisch spät beginnen.

Doch nicht nur die laufende Saison steht unter dem Einfluss der Coronakrise. Auch der lang erwartete Neustart der Königsklasse muss warten. Die ersten vier Saisonrennen waren bereits verschoben worden, am Donnerstag (19.03.2020) erwischte es auch den ersten Teil der Europa-Tournee. Auch die Rennen in den Niederlanden (3. Mai), Spanien (10. Mai) und Monaco (24. Mai) sind nun betroffen.

"Verschiebung unter keinen Umständen möglich"

Und das hat Folgen. Die Veranstalter des Grand Prix in Monte Carlo teilten am Donnerstagabend mit, wegen des großen Aufwands für das Rennen sei eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt des Jahres "unter keinen Umständen möglich".

Noch vor wenigen Tagen hatten die Organisatoren versichert, an diesem Termin für das Stadtrennen festhalten zu wollen. Zuletzt hatte es im Jahr 1954 kein Formel-1-Gastspiel in Monaco gegeben. 2021 will die Königsklasse des Motorsports nach Monte Carlo zurückkehren, wie es in einem Tweet der Rennserie am Abend hieß.

Erstes Rennen frühstens am 7. Juni

"Die Formel 1, die FIA und die drei Promoter haben diese Entscheidung getroffen, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, WM-Teilnehmer und Fans sicherzustellen", hatten die Formel-1-Bosse zuvor mitgeteilt. Eigentlich hätte die Saison bereits in der Vorwoche in Australien starten sollen, zwei Stunden vor dem ersten Training erfolgte die Absage.

Die Rennen in Bahrain (22. März), das Debüt in Vietnam (5. April) sowie der China-GP (19. April) folgten später. Damit wird das erste Rennen frühestens am 7. Juni in Aserbaidschan über die Bühne gehen - nie zuvor begann eine Formel-1-Saison später. Zuletzt hatte der Automobil-Weltverband FIA die Sommerpause nach vorne verlegt und dadurch die Möglichkeit geschaffen, den Kalender neu zu sortieren. Demnach wird die ursprünglich für Juli und August geplante Sommerpause auf März und April vorverlegt und zudem von 14 auf 21 Tage erweitert.

Technische Änderungen erst ab 2022

Doch nicht nur der Kalender der laufenden Saison ist beeinträchtigt. Auch die lang erwartete Regelnovelle im kommenden Jahr muss warten. Wie die FIA mitteilte, wird die Einführung des neuen Reglements auf 2022 verschoben. Die Entscheidung sei laut Medienberichten in einer Telefonkonferenz mit den Teams, den Formel-1-Oberen Chase Carey und Ross Brawn sowie FIA-Präsident Jean Todt einstimmig gefallen. Eigentlich hatte die Formel 1 für 2021 bereits ein umfassendes neues Reglement beschlossen. Dieses sollte die Chancengleichheit erhöhen und zu mehr Spannung auf der Strecke führen.

Grundsätzlich sollten die Boliden technisch deutlich vereinfacht werden. Der neue Plan sieht vor, das aktuelle Regelwerk für 2021 einzufrieren. Die Entwicklung der neuen Boliden für 2022 soll aber bereits unter der Kostengrenze in Höhe von 175 Millionen Dollar (rund 157 Millionen Euro) erfolgen.

red/sid/dpa | Stand: 19.03.2020, 20:19

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