Schlaglichter zum 1000. Formel-1-Rennen

Schlaglichter zum 1000. Formel-1-Rennen

In China findet am Sonntag zum tausendsten Mal ein Rennen in der Formel 1 statt. Ein Rückblick auf Schlaglichter, Duelle und deutsche Höhepunkte.

Giuseppe Farina (Italien / Alfa Romeo) in seinem Boliden

STARTSCHUSS: Am 13. Mai 1950 startet im englischen Silverstone das erste Formel-1-Rennen. Weil die Sonntagsruhe unter König George VI. heilig ist, wird an einem Samstag gefahren. 21 Fahrer sind gemeldet. Zwölf Fahrer erreichen das Ziel. Der Sieg geht an Giuseppe Farina, der Alfa-Pilot aus Italien krönt sich am Jahresende auch zum ersten Weltmeister. Die Saison 1950 besteht aus sieben Rennen.

STARTSCHUSS: Am 13. Mai 1950 startet im englischen Silverstone das erste Formel-1-Rennen. Weil die Sonntagsruhe unter König George VI. heilig ist, wird an einem Samstag gefahren. 21 Fahrer sind gemeldet. Zwölf Fahrer erreichen das Ziel. Der Sieg geht an Giuseppe Farina, der Alfa-Pilot aus Italien krönt sich am Jahresende auch zum ersten Weltmeister. Die Saison 1950 besteht aus sieben Rennen.

DEUTSCHLAND-PREMIERE: In ihrer zweiten Saison macht die Formel 1 zum ersten Mal in der Bundesrepublik Station. Am 29. Juli 1951 heizen die Piloten über die Nürburgring-Nordschleife, der Sieger heißt Alberto Ascari und fährt einen Ferrari. Seither fehlte Deutschland nur viermal im Rennkalender. Weitere deutsche Rennorte sind der Hockenheimring und die Berliner Avus.

DER ERSTE DEUTSCHE RENNSIEGER: Am 22. Mai 1961 gewinnt Wolfgang Graf Berghe von Trips den Großen Preis der Niederlande in Zandvoort und ist damit der erste Sieger aus Deutschland. In jener Saison ist der WM-Titel für den Ferrari-Piloten zum Greifen nah, doch beim vorletzten Saisonrennen in Monza verunglückt von Trips bei der Anfahrt zur Parabolica tödlich.

FLAMMENHÖLLE UND COMEBACK: Am 1. August 1976 schießt Niki Lauda mit seinem Ferrari über die Nürburgring-Nordschleife, er verliert die Kontrolle, kracht in eine Felswand, sein Wagen geht in Flammen auf. Der aktuelle Weltmeister aus Österreich erleidet schwere Verbrennungen und Verätzungen in der Lunge. Nur 42 Tage nach seinem Crash kehrt er ins Cockpit zurück.

ÄRA SCHUMACHER: Beim 511. Grand Prix, dem Großen Preis von Belgien 1991 in Spa, schlägt ein Rheinländer wie ein Blitz in der Formel 1 ein. Michael Schumacher gelingt 1992 in Spa sein erster Grand-Prix-Sieg, 1994 holt er seinen ersten von sieben WM-Titeln (Rekord), damit wird er auch zum ersten deutschen Weltmeister. Der Kerpener gewinnt 91 Rennen (auch ein Rekord), fährt mehr schnellste Rennrunden und steht häufiger auf dem Podium als jeder andere. 2006 tritt "Schumi" zurück, nur knapp verfehlt er seinen achten Titel. Doch er kann es nicht lassen: 2010 das Comeback bei Mercedes. 2012 geht Schumacher endgültig in Formel-1-Rente.

DAS SCHWARZE WOCHENENDE: Insgesamt 33 Piloten starben in einem Formel-1-Auto, am schwarzen Wochenende von Imola 1994 gleich zwei. Im Abschlusstraining am 30. April verunglückt der Österreicher Roland Ratzenberger. Tags darauf stirbt im Rennen der dreimalige Weltmeister Ayrton Senna, Brasiliens Nationalheld und das Idol einer ganzen Generation, bei einem schweren Unfall in der Tamburello-Kurve. In der Folge werden die Sicherheitsmaßnahmen massiv verschärft.

CRASHGATE: Die Formel 1 ist reich an Skandalen, beim 800. Grand Prix wird ein Millionenpublikum am TV Augenzeuge eines der wohl größten Eklats. Beim Großen Preis von Singapur 2008 baut Renault-Pilot Nelson Piquet jr. wie aus dem Nichts einen Unfall. Profiteur der anschließenden Safety-Car-Phase: Teamkollege Fernando Alonso. Vielen kommt dieser augenscheinliche "Zufall" damals schon spanisch vor. 2009, kurz nach seinem Rauswurf bei Renault, lässt Piquet die Bombe platzen: Alles war fingiert. Der Drahtzieher, Teamchef Flavio Briatore, wird lebenslang gesperrt.

VETTEL: Nach dem Ende der großen Ära Schumacher nimmt die Popularität der Formel 1 in Deutschland allmählich ab. Bis 2008 beim Großen Preis von Italien Sebastian Vettel den unterlegenen Toro Rosso sensationell auf die Pole Position stellt. Genauso sensationell kürt er sich tags darauf im Alter von 21 Jahren zum bis dato jüngsten Rennsieger der Formel 1. Es ist der Beginn goldener Jahre: Von 2010 bis 2013 wird Vettel auf Red Bull in jedem Jahr Weltmeister. Auf Titel Nummer fünf wartet er aber seither.

FAMILIENBANDE: 2016 wird Nico Rosberg im Mercedes der dritte deutsche Formel-1-Weltmeister. Das Besondere: Sein Vater Keke hatte sich den Titel 34 Jahre zuvor schon geholt. Die Rosbergs sind das zweite weltmeisterliche Vater-Sohn-Duo der Formel 1 nach den Briten Graham und Damon Hill.

GROßE FEHDEN - Teil 1: Es ist die Mutter aller Hassduelle: Alain Prost gegen Ayrton Senna, die Ende der 1980er beide für McLaren fuhren. Sie bekämpfen sich mit allen Mitteln. 1989 schießen sie sich in Japan von der Strecke. Prost wird zum vierten Mal Weltmeister, Senna nach dem Rennen disqualifiziert.

GROßE FEHDEN - Teil 2: Acht Jahre später rammt Michael Schumacher in Jerez den Kanadier Jacques Villeneuve von der Strecke. Alle Saisonpunkte werden ihm aberkannt, der erste WM Triumph im Ferrari ist dahin. Unvergessen sind auch die Duelle zwischen Schumacher und Damon Hill.

GROßE FEHDEN - Teil 3: Lewis Hamilton lässt sich 2007 bei McLaren als Formel-1-Debütant auf einen heftigen Stallkrieg mit dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso ein. Bei Mercedes endet die einst so gepriesene Freundschaft von Nico Rosberg und Hamilton mit diversen Eskapaden und auch mal einem Total-Aus der beiden Silberpfeile in Spanien vor drei Jahren.

DIE ÄRA ECCLESTONE: Einer, der fast all das miterlebt, ist Bernie Ecclestone. In den 1970er Jahren erwirbt der ehemalige Gebrauchtwagenhändler die TV- und Vermarktungsrechte an der Formel 1, eine neue Zeitrechnung beginnt. Die Königsklasse des Motorsports entwickelt sich unter Ecclestone zum Milliarden-Unternehmen, das immer neue Märkte erschließt. Von China bis Abu Dhabi, von Russland bis Texas. Moralische Bedenken liegen Ecclestone dabei bisweilen ziemlich fern. Im Januar 2017 endet nach Jahrzehnten die Ära Ecclestone, er wird von den neuen US-Besitzern Liberty Media als Geschäftsführer abgesetzt.

TECHNIK: Die Autos sind es, die vor allem über Sieg und Niederlage entscheiden. "Früher konnte ein hervorragender Fahrer auch mit einem nicht ganz so guten Auto gewinnen. Das ist heute nicht mehr möglich", meint der ehemalige Formel-1-Pilot Hans Herrmann. Technisch seien die Autos mittlerweile das Beste, was es gebe, sagt der viermalige Weltmeister Alain Prost. Sie seien aber steril, das Gefühl sei verlorengegangen, betont der Franzose.

BEISPIEL LENKRAD: Mit den High-Tech-Lenkrädern der heutigen Rennwagen wird auch geschaltet. Das Lenkrad ist "auch eine zentrale Anlaufstelle für Informationen und die Kommunikation", heißt es in einem Beitrag von Mercedes. 25 LED-Lampen halten den Fahrer auf dem Laufenden - seien sie für Schaltpunkte oder zur Anzeige der Flaggensignale der Streckenposten. Nebenbei können mit den Lenkrädern auch noch Einstellungen am Wagen vorgenommen werden. "Früher ist man normal Auto gefahren", erinnert sich Herrmann.

Stand: 12.04.2019, 08:33 Uhr

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