Spa - Achterbahnfahrt durch die Ardennen

Sebastian Vettel

Großer Preis von Belgien

Spa - Achterbahnfahrt durch die Ardennen

Mit dem Rennen in Spa-Francorchamps kommt die Formel 1 aus der Sommerpause. Der Kurs gilt als Achterbahnfahrt durch die Ardennen. Vom Papier her gibt es einen klaren Favoriten. sportschau.de mit den Fakten.

Die Ausgangslage

Vor dem 13. von 21 Rennen führt der Brite Lewis Hamilton im Mercedes mit 213 Punkten  die Gesamtwertung an. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel liegt mit 189 Zählern auf Rang zwei. Sein finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen ist mit 146 Punkten Dritter. Nach einer vierwöchigen Sommerpause beginnt in den Ardennen die zweite Hälfte der WM.

Der Kurs

Max Verstappen  in der Eau Rouge

Max Verstappen in der Eau Rouge

Die Strecke in Spa-Francorchamps durch die Wälder der Ardennen ist ein klassischer Hochgeschwindigkeitskurs. Gefahren werden 44 Runden über eine Gesamtdistanz von 308,052 Kilometer. Mit 7,004 Kilometern ist der Kurs der längste im Rennkalender. Spa stellt mit seinen langen Geraden, schnellen Kurven und erheblichen Höhenunterschieden enorme Anforderungen an Fahrer, Autos und Boxencrews. In Fahrerkreisen gilt Spa deshalb auch als Achterbahnfahrt, die Kurve Eau Rouge mit einer Steigung von 18 Prozent ist Legende. Es gibt 19 Kurven, genau so viele wie in Monte Carlo. Zudem sind die Ardennen immer für Regen gut, obwohl der Wetterbericht in diesem Jahr bislang ein trockenes Rennen verheißt.

"Die Strecke liegt im Wald, daher ist sie anders zu fahren als andere Kurse. Eau Rouge ist natürlich besonders, aber mein Favorit ist Pouhon, die schnellen Linkskurven fühlen sich wirklich toll an", sagt der niederländische Red-Bull-Pilot Max Verstappen.

Die Favoriten

Auf dem Papier hat Sebastian Vettel im Ferrari die besten Chancen. Die Italiener stellen das schnellste Auto im Feld, dem kommt ein Highspeed-Kurs wie Spa sehr entgegen. Allerdings brachten die "Roten" sich zuletzt immer wieder selbst um den Lohn ihrer Arbeit. Fehler am Kommandostand, schlecht getimte Boxenstopps und auch der ein oder andere Lapsus von Topstar Vettel verhinderten bessere Ergebnisse.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Mercedes sind die ärgsten Konkurrenten im Kampf um den Sieg. Die Silbernen sind zwar nicht mehr ganz so dominant wie in den vergangenen Jahren, nutzten aber jede Ferrari-Schwäche aus. Red Bull ist wegen des schwachen Renault-Motors in Spa im Normalfall kein Anwärter für ganz vorne.

Die Historie

Michael Schumacher bejubelt 2002 den Sieg in Spa

Michael Schumacher bejubelt 2002 den Sieg in Spa

Der Kurs in den Ardennen hat eine lange Motorsport-Tradition, schon 1950 gab es dort den ersten Grand Prix. Spa ist aus deutscher Sicht untrennbar mit dem Namen Michael Schumacher verbunden. 1991 fuhr der Rekord-Weltmeister in Spa in einem Jordan sein erstes Formel-1-Rennen, 1992 holte er an selber Stelle in einem Benetton seinen ersten von letztlich 91 Grand-Prix-Siegen, den letzten seiner sieben Weltmeistertitel machte er 2004 in Belgien perfekt.  Insgesamt sechsmal gewann Schumacher in Spa, unter anderem 1995 vom 16. Startplatz aus. Der Deutsche ist in Belgien bis heute Rekordsieger. Weitere deutsche Sieger sind Sebastian Vettel (2011 und 2013) und Nico Rosberg (2016)

Der WM-Kampf

Lewis Hamilton und Mercedes haben das Momentum auf ihrer Seite. Gewinnt der Weltmeister auch in Spa, könnte das im Kampf um den Titel schon ein deutlicher Fingerzeig sein. Der Brite geht mit einem Vorsprung von 24 Punkten auf Verfolger Vettel in die zweite Saisonhälfte. Der muss in Spa im WM-Duell die Wende einleiten. Mercedes-Sportchef Toto Wolff erwartet allerdings bis zum Saisonfinale im November in Abu Dhabi ein enges Duell um den Titel. "Das Jahr 2018 scheint sich zu einer Saison zu entwickeln, an die wir uns noch viele Jahre lang erinnern werden", sagte der Österreicher: "Und wir können es kaum erwarten, dass es endlich weitergeht."

Das sagen die Fahrer

Hamilton hat sein Mercedes-Team vor einem Fehlstart nach der Sommerpause gewarnt. "Ich hoffe, sie geben weiter Gas. Wir müssen stark in die zweite Hälfte kommen", sagte er: "Wir wissen alle, dass Ferrari in Sachen Geschwindigkeit die Oberhand hat. Also haben wir Arbeit vor uns, müssen Dinge verbessern und unsere Leistung erhöhen."

Vettel hat indes nicht nur das Rennen in Spa, sondern die zweite Saisonhälfte im Blick. "Ich denke, wir können noch zulegen", sagte er: "Dieses Jahr haben wir schon gezeigt, dass unser Auto viel effizienter und stärker ist und immer noch viel Potenzial hat", so Vettel.  

dpa/sid/red | Stand: 22.08.2018, 12:30

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