Sotschi - mit Vollgas vorbei am Eispalast

Lewis Hamilton in Sotschi

Großer Preis von Russland

Sotschi - mit Vollgas vorbei am Eispalast

Das Sotschi-Autodrom hat seine Reize: So geht es unter anderem am Olympia-Eispalast und am Vergnügungspark vorbei. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat aber andere Sorgen. sportschau.de mit den Fakten zum Großen Preis von Russland.

Die Ausgangslage

Vor dem 16. von 21 Rennen liegt Mercedes-Pilot Lewis Hamilton mit 281 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung. Sebastian Vettel hat im Ferrari schon 40 Punkte Rückstand. Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen ist mit 174 Zählern Dritter und liegt damit nur einen Punkt vor Valtteri Bottas im Mercedes.

Der WM-Kampf

Im WM-Kampf stehen Vettel und Ferrari mit dem Rücken zur Wand. Der Große Preis von Russland am Sonntag (30.09.2018) wird für die "Roten" zum nächsten Schicksalsrennen. Der Sieg ist Vettels einzige Option. Ein neuerlicher Rückschlag würde den ohnehin prekären Rückstand auf Weltmeister Hamilton nochmals vergrößern. Den ersten WM-Titel mit der Scuderia müsste der Deutsche wohl endgültig abschreiben. Hamilton reist dagegen mit einem komfortablen Polster nach Sotschi. Der fünfte WM-Titel für den Briten scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Er gewann vier der vergangenen fünf Grand Prix.

Fakt ist: Verlässt Vettel Sotschi mit mehr als 35 Punkten Rückstand auf Hamilton, liegt die WM-Entscheidung nicht mehr in seinen Händen. In diesem Fall würde es Hamilton reichen, immer als Zweiter ins Ziel zu kommen - selbst wenn Vettel dann immer gewinnt.

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Das sagen die Fahrer

Vettel gibt sich vor dem Russland-Rennen weiter unbeirrt selbstbewusst und kämpferisch. "Ich glaube noch immer daran", sagt er zu seinen Titelchancen: "Ich kann immer noch aus eigener Kraft Weltmeister werden und werde weiterkämpfen. Immer noch gilt, dass wir uns nur selbst schlagen können." Schließlich habe er ein Auto, "das auf Augenhöhe mit Mercedes ist."

Hamilton gibt sich derweil gewohnt gelassen. "Ich will jedes Rennen gewinnen, das ist das Ziel. Ich schaue gerade nicht auf die Punkte und denke mir: Ich brauche dieses hier und jenes dort", sagte er und verbot sich irgendwelche Rechenspiele.

Die Statistik

Gegen Vettel spricht, dass er im Olympia-Park von Sotschi noch nicht gewinnen konnte. 2015 und 2017 wurde er jeweils Zweiter. Anders die Mercedes-Piloten. In vier Rennen gab es vier Siege. 2014 und 2015 gewann Hamilton, danach standen Nico Rosberg und Valtteri Bottas ganz oben auf dem Treppchen. Damit ist Hamilton Rekordsieger des noch jungen Grand Prix.

Die Strecke

Die Fahrer müssen im Sotschi-Autodrom 53 Runden zu je 5,848 Kilometer bewältigen. Es gibt 18 Kurven und 61 Prozent Vollgasanteil. Besonders hohe Fliehkräfte herrschen rund um die Brunnenanlage Poyushchiye in Kurve drei, die wie ein Omega geformt ist. Die Reifen werden nicht so stark beeinflusst, da der Asphalt eher glatt ist und es kaum schnelle Kurven gibt. "Die Runde mit den vielen Kurven gehört zu den längeren der Saison. Die Herausforderung besteht darin, diese Kombinationen zusammenzubekommen und die Sektoren perfekt hinzukriegen, vor allem in der Qualifikation", sagt Nico Hülkenberg (Renault). "Die Strecke kommt einem wie ein Straßenkurs vor, obwohl die Runde ziemlich schnell und flüssig ist. Man kann nur schwer überholen, und die Qualifikation ist sehr wichtig", erklärt auch Sergio Pérez (Force India).

Die Besonderheit

Der Olympia-Park der Winterspiele 2014 liefert die sehenswerte Kulisse für den vom deutschen Formel-1-Architekten Hermann Tilke entworfenen Kurs. Bolschoi-Eispalast, Fischt-Stadion und im Hintergrund die Bergkuppen des Kaukasus - der bei Russen so beliebte Kurort am Schwarzen Meer bietet die von den Organisatoren gewünschten PR-Bilder.

dpa/sid/red | Stand: 27.09.2018, 10:07

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