Die Formel 1 in Singapur - nachts in der Sauna

Blick auf den Kurs in Singapur

Nachtrennen

Die Formel 1 in Singapur - nachts in der Sauna

Das Rennen in Singapur ist etwas Besonderes: Nacht, Lichtspektakel und Hitze. Sebastian Vettel steht dabei mächtig unter Druck.

Die Ausgangslage

Vor dem 15. von 21 Rennen führt Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes die Gesamtwertung mit 256 Punkten an. Mit 30 Zählern Rückstand ist Ferrari-Pilot Vettel Zweiter. Dessen Teamkollege Kimi Räikönnen folgt mit 164 Punkten auf Rang drei.

Der WM-Kampf

Nachdem Vettel nach der Sommerpause mit einem Sieg in Spa wieder nah dran war an Hamilton, hat der Brite zuletzt zurückgeschlagen und ausgerechnet im "Ferrari-Land" Monza den Sieg eingefahren. Dem Deutschen läuft im WM-Rennen die Zeit davon.

In Singapur ist er schon fast zum Siegen verdammt. Gewinnt er dort nicht, wird es eng im Duell mit dem Weltmeister Hamilton. Der Brite könnte seinerseits mit einem Sieg schon für eine Vorentscheidung sorgen. Selbst wenn er ausfiele und Vettel gewinnen würde, bliebe Hamilton vorn.

Die Favoriten

Vettel und Ferrari sind klar favorisiert, die Strecke im Stadtstaat ist wie gemacht für die Scuderia. Läuft alles nach Plan, wird Vettel das Qualifying gewinnen und dann wird er nur schwer von Platz eins zu vertreiben sein. Konkurrent Mercedes sieht sich als Außenseiter, der Stadtkurs liegt den Mercedes nicht. Teamchef Toto Wolff spricht von einer "der kniffligsten Strecken" für seinen Rennstall. Red Bull mit Max Verstappen und Daniel Ricciardo könnte allerdings in den Zweikampf Rot gegen Silber eingreifen.

Der Kurs

Auf dem 5,056 Kilometer langen Marina Bay Street Circuit müssen die Fahrer 61 Runden bewältigen. Auf dem engen Stadtkurs mit seinen 23 Kurven und nur wenigen Geraden werden wie auch in Monaco Fehler sofort bestraft. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen. Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer war bei den Rennen in den vergangenen Jahren stets schwer beschäftigt.

Das Besondere

Singapur ist das einzige Nachtrennen im Rennkalender und das stimmungsvollste der Saison. "Home of Nightrace", so nennen die Veranstalter den Kurs selbstbewusst. Der Grand Prix durch die gleißend hell erleuchteten Straßenschluchten wird in der Tat wieder für spektakuläre Bilder sorgen. Mehr als 1.600 Projektoren strahlen die Strecke an. "Es ist das Original-Nachtrennen und der Zeitplan ist immer ziemlich hektisch, aber es hat etwas Romantisches, nachts auf die Strecke zu fahren und dann um vier oder fünf Uhr morgens ins Bett zu gehen", sagt Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo.

Die Herausforderung

Selbst am Abend, wenn das Rennen um 20.10 Uhr Ortszeit (in Deutschland um 14.10 Uhr) beginnt, herrschen Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit - Sauna-Bedingungen für die Fahrer. "Es ist ein bisschen eine Qual, wenn man da drin sitzt und vor sich hinkocht", sagte Vettel im Vorjahr. Erholungsphasen auf der Strecke gibt es für die Fahrer nicht.

Die Statistik

Vettel ist in Singapur mit vier Triumphen Rekordsieger, er gewann 2011, 2012, 2013 und 2015. Im vergangenen Jahr war Vettel im Pech. Er hatte die Pole Position inne, doch ein Unfall mit Teamkollege Räikkönen und Red-Bull-Pilot Verstappen beendete sein Rennen gleich nach dem Start. Es war der Anfang vom Ende seiner Titelhoffnungen. Hamilton nutzte seine Chance und gewann.

Das Pikante

In Singapur wird sich zeigen, ob Vettel noch einen Helfer hat. Der Weggang von Räikkönen zum Saisonende ist beschlossene Sache, und es wäre nicht verwunderlich, wenn der Finne nun vor allem an sich selbst denkt. Schließlich muss Räikkönen seinen Platz für das 20 Jahre alte Talent Charles Leclerc frei machen und übernimmt dessen Cockpit beim Team Sauber. Noch sieben Rennen bleiben ihm, um doch noch seinen ersten Erfolg seit 2013 zu feiern. "Ich mache meinen Job, und ich bin bereit, gegen alle zu fahren", sagt Vettel.

dpa/sid/red | Stand: 14.09.2018, 08:30

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