Lewis Hamilton - der Dominator der Formel 1

Lewis Hamilton vor dem GP von Frankreich

Großer Preis von Frankreich

Lewis Hamilton - der Dominator der Formel 1

Von Marco Schyns

Gerade einmal acht Saisonrennen sind absolviert, aber alles andere als der nächste WM-Titel für Lewis Hamilton wäre eine Überraschung. Der Mercedes-Pilot sitzt nicht nur im besten Auto, er dominiert die Konkurrenz.

Wenige Runden vor Schluss des Großen Preises von Frankreich läuft eine Statusmeldung zur Formel 1 über die Nachrichtenagenturen. Die Überschrift: "Hamilton fast unantastbar". Betrachtet man die Leistung des Briten auf dem Kurs in Le Castellet am Sonntag (23.06.2019) muss man das Wort "fast" streichen. Hamilton war unantastbar, sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Über 18 Sekunden Vorsprung fuhr der Brite auf Teamkollege Valtteri Bottas heraus - eine Machtdemonstration.

Überhaupt scheint Hamilton der Konkurrenz längst einteilt zu sein. Seit 2014 wurde der 34-Jährige nur in einer Saison nicht Weltmeister - 2016 besiegte ihn sein damaliger Teamkollege Nico Rosberg. Der WM-Titel 2019 scheint schon nach acht von 21 Rennen nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Zu gut ist sein Auto, zu dominierend sein Auftreten, zu abgeklärt seine Performance.

Hamilton kann immer noch zulegen

Als Bottas gut in die Saison gestartet war, glaubten Formel-1-Fans zumindest an einen spannenden Kampf bei Mercedes - wenn schon die Konkurrenz keine Chance hat. Aber spätestens jetzt, Ende Juni, hat sich herausgestellt: Hamilton war zu Saisonbeginn noch nicht bei 100 Prozent. Die Vergangenheit zeigt: Manchmal braucht er ein paar Wochen, sogar Monate, um den vollen Fokus zu bekommen, seinen Blick nur auf Rennsiege zu richten.

In der vergangenen Saison gewann er von den ersten zehn Rennen "nur" drei, triumphierte dann aber acht Mal in elf Rennen. 2014, beim ersten Titel im Mercedes, waren es sieben der letzten zehn. 2015 und 2017 jeweils fünf. Angestachelt von (vermeintlich) starker Konkurrenz, legt Hamilton genau dann zu, wenn es sein muss.

Hamilton macht (fast) keine Fehler

Das Rennen in Frankreich war exemplarisch für seine größte Stärke: Kontrolle. Der Brite kontrolliert sein Auto, die Gegner, seine Reifen und - sollte es nötig sein - sogar die Entscheidungen seines Teams. Er ist der Dominator im Silberpfeil - und steht zurecht an der Spitze des Klassements.

Immer wieder betont er die Wichtigkeit seines Teams - auch direkt nach Rennende in Le Castellet: "Wir haben das als Team geschafft. Ich bin wirklich stolz, Teil davon zu sein." Keine Frage: Hamilton sitzt im besten Auto der Formel 1, aber er weiß eben auch, perfekt damit umzugehen. Man muss schon in den Archiven kramen, um einen wirklich bedeutenden Fahrfehler Hamiltons in einem Rennen zu finden.

2017 in China zum Beispiel, als er erst zu spät bremste und anschließend seinen Mercedes im Kiesbett bei der Boxeneinfahrt versenkte. Es sind Ausnahmen wie diese, die die Regel bestätigen.

Noch zwei WM-Titel bis Schumacher

36 Punkte Vorsprung hat Hamilton vor dem Großen Preis von Österreich auf Teamkollege Bottas. Und das, obwohl der Finne phänomenal in die Saison gestartet war und eine Kampfansage an den Briten sendete. Dauerrivale Vettel scheint angesichts von 76 Punkten Rückstand schon aus dem WM-Kampf ausgeschieden zu sein.

Nach jetzigem Stand wäre alles andere als der sechste WM-Titel Hamiltons eine große Überraschung. Sollte es so kommen, könnte er schon im nächsten Jahr gleichziehen mit Rekordweltmeister Michael Schumacher (7 Titel). Auch der galt in seiner besten Zeit als "fast unantastbar". Vergleiche mit Schumacher mag Hamilton allerdings nicht. "Ich sage das immer wieder", betonte er vor dieser Saison: "Schumacher wird immer der Größte aller Zeiten bleiben."

Stand: 23.06.2019, 18:31

Formel 1 | Fahrer-WM

Name P
1. Lewis Hamilton 296
2. Valtteri Bottas 231
3. Charles Leclerc 200
4. Max Verstappen 200
5. Sebastian Vettel 194
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