Formel 1 - Hamilton siegt bei Mercedes-Doppelerfolg

Lewis Hamilton in Spanien

Großer Preis von Spanien

Formel 1 - Hamilton siegt bei Mercedes-Doppelerfolg

Sebastian Vettel hat trotz eines Super-Starts in Barcelona beim Großen Preis von Spanien eine empfindliche Klatsche eingesteckt.

Der Ferrari-Star hatte auch wegen eines möglicherweise neuerlichen taktischen Patzers seiner Scuderia nicht den Hauch einer Chance und musste sich beim Großen Preis von Spanien nicht nur seinem Titelrivalen Lewis Hamilton geschlagen geben. Bei der fehlerlosen One-Man-Show des Weltmeisters am Sonntag (13.05.2018) blieb Vettel nur Rang vier. Durch seinen zweiten Sieg in Serie baute Mercedes-Star Hamilton seine WM-Führung gegenüber Vettel auf 17 Punkte aus. "Wir waren im Winter richtig gut", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff bei "RTL", "die Strecke liegt uns, der Asphalt liegt uns. Und wenn es kühl ist, kommt uns das entgegen." Und mit einem Augenzwinkern sagte der Österreicher über die Freude in der Box: "Niki Lauda war sehr euphorisch, ich hab schon Angst gehabt, dass ich ein Küsschen krieg'."

Taktikfehler bei Ferrari?

Der Heppenheimer, für den Platz zwei möglich gewesen wäre, musste durch ungünstige Boxenstopps aber auch Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil und zudem Red-Bull-Pilot Max Verstappen ziehen lassen. Kimi Räikkönens Aus wegen technischer Probleme machte den schwarzen Sonntag für Ferrari perfekt - während Mercedes seinen ersten Doppelsieg 2018 feierte.

Dabei hatte sich Vettel schon am Start zunächst am Finnen Bottas vorbeigequetscht und war danach auf die Jagd nach seinem Rivalen Hamilton gegangen. Doch der Pole-Setter aus England präsentierte sich ähnlich stark wie am Samstag im Qualifying und konnte schnell einen beruhigenden Vorsprung auf Vettel herausfahren, der wiederum Bottas auf Distanz halten konnte.

Hamilton siegt souverän

Sportschau | 13.05.2018 | 00:35 Min.

Weil Vettel auf der Strecke keine Chance gegen Hamilton hatte, entschied sich Ferrari zu einem frühen Boxenstopp und schickte ihn mit Medium-Reifen wieder raus. Fast sah es so aus, als hätte sich die Scuderia da schon verzockt, aber Mercedes legte bei Bottas anschließend keinen sauberen Reifenwechsel hin und Vettel blieb knapp vor dem Finnen. Hamilton, der an der Spitze bequem Reifenmanagement betreiben konnte, blieb deutlich länger draußen als Vettel und Bottas, seine Führung war nie in Gefahr. Dahinter reihte sich das Red-Bull-Duo Max Verstappen und Daniel Ricciardo ein.

Überholvorgänge fast nur in der Box

Eigentlich wurde in Barcelona wieder einmal nur in der Box überholt, Vettel wurde nach zwei Dritteln des Rennens während einer Virtual-Safety-Car-Phase dann erneut an die Box geholt. Bottas fuhr aber ebenso wie Verstappen - trotz eines kaputten Frontflügels - weiter, beide zogen an Vettel vorbei. Da machten die Ferrari-Strategen vermutlich eine ganz schlechte Figur. Einige Zeit zuvor war Kimi Räikkönen im Schwester-Auto mit technischem Defekt ausgeschieden. Der Finne hatte auf der Piste plötzlich keinen Vortrieb mehr. "Es war die bessere Strategie, für uns wäre die Ein-Stopp-Strategie keine Option gewesen", sagte Sebastian Vettel nach dem Rennen bei "RTL", "wir haben uns das gesamte Wochenende schwer getan mit den neuen Reifen."

Insgesamt schien Reifenflüsterer Hamilton am besten die empfindlichen Walzen zu beherrschen. Nach den Problemen (Blasenbildung) von den Tests in Barcelona vor der Saison hatte Pirelli für das Rennen einen neuen Reifen produziert, der außer in Spanien noch in Frankreich und England zum Einsatz kommen wird - die Gummis sind 0,4 Millimeter dünner und dadurch ein Kilo leichter pro Stück.

Kräfteverhältnis hat sich wieder geändert

Weil die Gummis Mercedes in die Karten zu spielen schienen, witterte die Konkurrenz von Ferrari und Red Bull bereits eine Verschwörung zugunsten des Sterneteams. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wies die Spekulationen aber umgehend als "Unsinn" zurück. Doch das Kräfteverhältnis scheint sich nach dem fünften Rennen der Saison geändert zu haben. Hamilton hatte Vettel in Barcelona stets im Griff. Und Spanien gilt als Gradmesser schlechthin für den weiteren Verlauf des Jahres. In der Formel 1 heißt es: Wer in Barcelona schnell ist, ist auch im Rest der Welt schnell. In zwei Wochen steigt erst einmal der Klassiker in Monte Carlo.

Für Nico Hülkenberg war das Rennen schon nach wenigen Minuten beendet. Der Emmericher war mit seinem Renault Opfer des von Romain Grosjean (Haas) ausgelösten Startcrashs und wetterte hinterher gegen den Franzosen. "Einmal wieder sehr gut gemacht, der alte Fliegenfänger", sagte Hülkenberg bei "RTL", "jedes Wochenende aufs Neue ist es eine Show mit ihm." In der Folge kam das Safety Car zum Einsatz.

red/sid/dpa | Stand: 13.05.2018, 17:17

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