Formel 1 - Hamilton nimmt Vettel die WM-Führung ab

Lewis Hamilton beim Grand Prix von Kanada

Großer Preis von Frankreich

Formel 1 - Hamilton nimmt Vettel die WM-Führung ab

Sebastian Vettel hat im Formel-1-Titelkampf mit Lewis Hamilton Nerven gezeigt und nach einer selbstverschuldeten Kollision in Kurve eins die WM-Führung verloren. Der Brite siegte mühelos.

Beim turbulenten Großen Preis von Frankreich kam der Ferrari-Star am Sonntag (24.06.2018) nicht über den fünften Platz hinaus und fiel in der Gesamtwertung wieder hinter seinen Rivalen zurück. Vettels Rückstand auf Hamilton beträgt nun 14 Punkte.

"Da, wo ich hinwollte"

Hamilton feierte mit seinem Motoren-Upgrade einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und startete mit seinem dritten Saisonerfolg in die Vollgas-Wochen der Motorsport-Königsklasse.

"Jetzt bin ich da, wo ich hinwollte", jubelte Hamilton nach dem Rennen: "Ich bin dankbar für dieses Wochenende. Ich arbeite jetzt sechs Jahre mit meinem Team zusammen, aber die Jungs verschieben die Grenzen immer weiter nach oben. Sie machen einfach eine tolle Arbeit."

Verstappen und Räikkönen auf dem Podium

Das Podium komplettierten Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland).

Der Deutsche kam noch hinter dem viertplatzierten Daniel Ricciardo (Australien) ins Ziel. Vettel ärgerte sich: "Mein Start war vielleicht zu gut. Ich habe zwar versucht, noch rechtzeitig zu bremsen, aber ich hatte einfach keinen Platz mehr zum Ausweichen. Am Ende haben wir nur noch geschaut, was Valtteri Bottas macht, um auf jeden Fall den Platz vor ihm zu halten. Gegen Ricciardo hatte ich mit den nachlassenden Reifen leider keine Chance."

Hülkenberg auf Platz neun

Nico Hülkenberg (Emmerich) fuhr beim Heimspiel seines Renault-Rennstalls als Neunter in die Punkte.

Der achte Saisonlauf auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet begann chaotisch: Vettel stieß nach einem ganz starken Start von Rang drei in der ersten Kurve mit dem vor ihm platzierten Valtteri Bottas im Mercedes zusammen und beschädigte seinen Frontflügel.

Der viermalige Weltmeister, der dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte, musste am Ende der ersten Runde an die Box. Dort holte er sich eine neue Nase und die härteste verfügbare Reifenmischung. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff freute sich zwar für Hamilton, haderte auch mit dem Startunfall: "Sebastian hat sich da verschätzt und das Rennen von Valtteri und auch sein eigenes ruiniert."

Enttäuschung bei den Franzosen

Vettels Taktik nach dem Unfall: Das Rennen ohne weiteren Stopp beenden - und den Schaden begrenzen. Das gelang zwar nicht, aber auch Bottas musste einen Stopp einlegen, um seinen zerstörten linken Hinterreifen zu wechseln.

Große Enttäuschung herrschte derweil auch bei den Franzosen. In Pierre Gasly (Toro Rosso) und Esteban Ocon (Force India) schossen sich zwei der drei Fahrer der Grande Nation beim Heimrennen schon in der hektischen ersten Runde ab. Romain Grosjean (Haas) schaffte es als Elfter nicht in die Punkte.

GP von Frankreich: Vettel zu ungestüm, Hamilton ungefährdet

Sportschau | 24.06.2018 | 00:26 Min.

Aufholjagd von Vettel

Vettel begann nach den vielen Unfällen und der erneuten Freigabe des Rennens seine Aufholjagd. Während Hamilton an der Spitze seinen Vorsprung auf die Red Bulls langsam, aber stetig ausbaute, verbesserte sich der Heppenheimer vom Ende des Feldes zwischenzeitlich auf den vierten Platz.

Allerdings verlor Vettels Ferrari auf dem alten Reifensatz an Geschwindigkeit. Erst überholte Ricciardo, dann musste Vettel auch noch Räikkönen passieren lassen. Vettel wechselte anschließend auf die weichere Ultrasoft-Mischung.

Der Regen blieb aus

Keinen entscheidenden Einfluss nahm wie befürchtet das Wetter. Wie bereits beim dritten Training war Regen angekündigt, der anders als am Samstag auf sich warten ließ.

Hamilton spielten die stabilen äußeren Bedingungen in die Karten. Er verdankte das hervorragende Ergebnis zum Teil auch den technischen Verbesserungen, mit denen Mercedes seinen Motor in Frankreich ausgestattet hatte.

Neue Ausbaustufe noch besser als erwartet

Die Silbernen verwendeten das eigentlich bereits vor zwei Wochen in Kanada geplante Upgrade. Mehr noch: Nach eigenen Angaben soll die neue Ausbaustufe sogar noch besser funktionieren als das ursprünglich angedachte Upgrade. Der Große Preis von Frankreich war der Auftakt des ersten "Triple-Headers" der Formel-1-Geschichte.

Mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg (1. Juli) und dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone (8. Juli) bieten sich Vettel in den kommenden zwei Wochen gleich zwei Chancen zur Wiedergutmachung.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 24.06.18, 22.50 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 24.06.2018, 18:10

Darstellung: