Formel-1-Finale: Hamilton siegt bei neuerlichem Ferrari-Debakel

Lewis Hamilton feiert seinen Sieg in Abu Dhabi

Formel 1

Formel-1-Finale: Hamilton siegt bei neuerlichem Ferrari-Debakel

Von Jo Herold

Lewis Hamilton hat auch das letzte Formel-1-Rennen der Saison mit dem "Grand Slam" für sich entschieden. Ferrari hatte noch wenigstens auf Rang drei in der Fahrerwertung gehofft, erlebte aber ein neuerliches Debakel.

Hamilton siegte in der Nacht von Abu Dhabi mit einem souveränen Start-Ziel-Erfolg. Mit der Pole Position, Rennsieg und schnellster Rennrunde triumphierte der Brite sogar mit dem "Grand Slam" der Formel 1. Auf Rang zwei landete am Sonntag (01.12.2019) der starke Max Verstappen im Red Bull, Dritter wurde der Monegasse Charles Leclerc im Ferrari. Allerdings könnte Leclerc noch nachträglich disqualifiziert werden, weil an seinem Auto technische Unregelmäßigkeiten bemerkt worden waren. Somit könnte Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas noch Platz drei erben. Der Finne war als Letzter gestartet und zeigte eine grandiose Aufholjagd.

"Ich bin stolz und extrem dankbar für dieses unglaubliche Team", sagte Hamilton: "Dieses wunderschöne Auto ist ein Kunstwerk."

Den Start hatte Hamilton ohne Probleme für sich entschieden. Ferrari-Pilot Leclerc schnappte sich schnell den Zweitplatzierten Verstappen, Sebastian Vettel allerdings kam nicht am Niederländer im Red Bull vorbei.

Technische Probleme noch und nöcher

Die nächste Ferrari-Panne nach der blamablen Taktik in der Qualifikation, als Leclerc auf der Rennstrecke regelrecht vergessen wurde, ereignete sich in Runde 13: Beim Doppel-Boxenstopp konnte Leclerc schnell und ordnungsgemäß abgefertigt werden. Bei Vettel jedoch klemmte etwas am hinteren linken Rad, der viermalige Champion verlor vier wertvolle Sekunden. Nachdem es in der Folge auch technische Probleme bei der Elektronik der Rennleitung gab, die die Klappfunktion an den Heckflügeln der Boliden freigibt, konnte sich Vettel auf frischen Reifen nicht zügig weiter nach vorne arbeiten.

Verstappen lacht über Ferrari-Taktik

In Runde 39 musste Ferrari den nächste Doppelstopp absolvieren, beide Rennwagen bekamen frische Reifen aufgezogen. Während Vettel mittelharte Reifen bekam, versuchten die Italiener Leclerc mit der weicheren, schnelleren, aber nicht so haltbaren Reifenmischung auf die Jagd nach Platz zwei zu schicken. Als Verstappen davon erfuhr, quittierte er die Ferrari-Taktik im Bordfunk mit einem hämischen Lachen, Vettel konnte das Rennen nur auf dem mageren fünften Rang beenden - dem Platz, den er am Ende auch in der Fahrerwertung belegte.

Unterdessen zeigte Valtteri Bottas einmal mehr ein gutes Rennen: Wegen Umbauten an seinem Fahrzeug auf den letzten Startplatz strafversetzt, arbeitete sich der Finne im Verlauf des Rennens locker auf Rang vier vor.

Hülkenberg im letzten Rennen nur Zwölfter

Kein Trostpflaster erhielt Nico Hülkenberg bei seinem vorerst letzten Formel-1-Rennen: Im internen Duell mit Teamkollege Daniel Ricciardo kam "Hulk" nur auf Rang zwölf hinter dem Australier ins Ziel.

Hamilton 2021 zu Ferrari?

Aufregung beim letzten Rennen der Saison 2019 hatte es bereits mehrfach vor dem Start abseits der Strecke gegeben: Angeblich "flirtet" Flirt Lewis Hamilton mit Ferrari. Für 2020 ist der Mercedes-Einsatz des sechsmaligen Weltmeisters gesichert, 2021 wären sowohl Hamilton als auch der Ex-Champion Fernando Alonso wieder für den Markt verfügbar. Kenner halten einen Wechsel des Briten zur Scuderia für realistisch: Mercedes-Teamchef Toto Wolff wird von "motorsport-total.com zitiert", Hamilton habe ihm schon länger vom Traum eines jeden Rennfahrers berichtet, eines Tages für Ferrari zu fahren.

Leclerc vor Disqualifikation?

Weitaus unangenehmer fielen die Gerüchte aus, die Ferrari umrankten. Jo Bauer, der technische Delegierte der Rennsportbehörde FIA bei Formel-1-Rennen, soll vor dem Start eine Unregelmäßigkeit am Auto von Charles Leclerc festgestellt haben. Angeblich soll es deutliche Abweichungen bei der Angabe der Spritmenge gegeben haben, die Ferrari vor dem Start angegeben hat, gegenüber der tatsächlichen Benzinmenge im Tank des Rennwagen mit der Startnummer 16. Leclerc fuhr den Grand Prix "auf Bewährung", eine Disqualifikation nach dem Saisonfinale ist möglich.

Warm-Up - Hülkenberg ist noch nicht fertig Sportschau 29.11.2019 02:55 Min. Verfügbar bis 29.11.2020 Das Erste

Die neue Formel-1-Saison startet am 15. März 2020 im australischen Melbourne und wird mit 22 Rennen die Rekordzahl an Grand Prixs in einem Jahr erzielen.

Stand: 01.12.2019, 16:07

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