Formel 1 - Vettel im Pech, Leclerc holt die Pole in Spielberg

Formel 1-Fahrer Charles Leclerc in seinem Ferrari

Großer Preis von Österreich

Formel 1 - Vettel im Pech, Leclerc holt die Pole in Spielberg

Sebastian Vettel stieg knapp fünf Minuten vor Ende der Qualifikation aus seinem Ferrari und klopfte seinen Mechanikern auf die Schultern. Der viermalige Formel-1-Weltmeister hatte auf dem Red Bull Ring in Spielberg am Samstag (29.06.2019) den nächsten Nackenschlag hinnehmen müssen.

Vettel konnte in der K.o.-Ausscheidung im entscheidenden Durchgang nicht mal einen Meter mit seinem Ferrari fahren. Ein Defekt stoppte den 31-Jährigen, Rang zehn. Weil Kevin Magnussen von Haas aber zurückversetzt wird, startet Vettel am Sonntag als Neunter in den Großen Preis von Österreich (15.10/Live-Ticker bei sportschau.de). Die Pole Position sicherte sich sein Teamkollege Charles Leclerc.

"Fühlt sich toll an"

"Es fühlt sich toll an, klasse", sagte der 21 Jahre alte Monegasse, fügte aber auch noch hinzu: "Es ist sehr schade für Sebastian." Leclerc verwies keinen Geringeren als Mercedes-Superstar Lewis Hamilton auf den zweiten Platz - von dem er allerdings wegen einer Strafe nicht starten wird. Dritter wurde Max Verstappen beim Heimspiel von Red Bull vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes - beide profitieren aber von der Strafversetzung Hamiltons und rücken je einen Rang vor.

Formel 1: Ferrari gewinnt das Qualifying - aber nicht Vettel

Sportschau 29.06.2019 01:06 Min. Das Erste

Vettel sagte: "Das Tempo ist auf jeden Fall da. Ich habe gehofft, dass Charles es schafft und die Mercedes wegwischt, das ist ihm ja auch gelungen." Mit Blick auf das Rennen fügte er gar nicht so schlecht gelaunt hinzu: "Wir sind schneller als die Autos vor uns, es wird sicher ein Spaß."

Strafe gegen Hamilton

WM-Spitzenreiter Hamilton muss in der Startaufstellung um drei Plätze zurück und wird das Rennen nun vom fünften Platz in Angriff nehmen. Er war in der Qualifikation zwar Zweiter hinter Leclerc geworden, wegen eines Manövers zu Beginn der K.o.-Ausscheidung, als Hamilton Kimi Räikkönen von Alfa Romeo in Kurve drei behindert hatte, wurde der fünfmalige Formel-1-Weltmeister von den Rennkommissaren in Spielberg strafversetzt. Auf Startrang zwei rückt dadurch Vorjahressieger Verstappen vor. Neuer Dritter ist Bottas vor Lando Norris im McLaren. "Das war nicht ideal", räumte Hamilton nach der Qualifikation ein.

Vettel im Q2 vor Hamilton

Vettel mühte sich, war aber von Beginn an langsamer als Leclerc. An die Spitze setzte sich zunächst Verstappen, elf Tausendstelsekunden war der Niederländer vor zahlreichen Fans aus seiner Heimat aber nur schneller als Hamilton.

Es folgten Bottas, Leclerc und Vettel und eine kurze Pause zur Abkühlung, bevor das sogenannte Q2 bei 51 Grad Asphalttemperatur gestartet wurde. Zehn Kurven - so wenig wie auf keinem anderen Kurs - auf gerade mal 4,318 Kilometern. So schnell wie auf dem Red Bull Ring ist keine Runde im Rennkalender schon wieder beendet. Am besten bewältigte Leclerc im zweiten Durchgang bereits die Strecke.

Dahinter reihte sich Vettel ein, danach kamen Hamilton, Verstappen und Bottas - die drei fuhren ihre Runde auf dem Medium-Reifen, das Ferrari-Duo auf soft. Heißt: Hamilton, Bottas und Verstappen werden auch auf den haltbareren Gummis in das Hitzerennen starten. Denn die Reifen, mit denen die schnellste Runde im sogenannten Q2 erzielt wurde, müssen auch zum Rennstart aufgezogen werden.

Nächster Rückschlag für Hülkenberg

Für Nico Hülkenberg war im Renault nach Q2 schon Schluss. "Wir müssen das so hinnehmen. Das Auto ist nervös auf der Hinterachse, das ist bei so langgezogenen Kurven wie hier in Spielberg Gift", meinte er. Rang zwölf, dazu fünf Startplätze zurück, weil in seinem Renault neue Antriebsteile eingebaut werden mussten.

Die genaue Ursache für Vettels Defekt blieb zunächst unklar. In der Box wurde vor der finalen Entscheidung um die besten zehn Startplätze emsig am Wagen geschraubt. Vettel blieb erst noch sitzen, dann hievte sich der Hesse aus dem Ferrari. Er sagt: "Wir wissen es noch nicht ganz genau. Im zweiten Qualifying war auf einmal ein Problem mit der Pneumatik. Die Jungs haben nochmal alles probiert." Das muss Vettel im Rennen auch.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Sport am Samstag, 29.06.2019, ab 19.10 Uhr

red/dpa | Stand: 29.06.2019, 18:14

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