Hamilton demütigt Ferrari in Monza

Lewis Hamilton bejubelt seinen Sieg in Monza

Großer Preis von Italien

Hamilton demütigt Ferrari in Monza

Debakel statt Triumph beim Heimspiel, Platz vier statt Siegerlorbeer: Ferrari-Star Sebastian Vettel hat nach einem frühen Crash mit seinem Rivalen Lewis Hamilton schon nach wenigen Metern beim Großen Preis von Italien einen herben Dämpfer im WM-Kampf kassiert.

Der Heppenheimer landete am Sonntag (02.09.2018) in Monza am Ende nur auf Platz vier, nachdem er Hamilton kurz nach dem Start ins Auto gefahren war. "Ich danke allen, die das heute möglich gemacht haben", sagte Hamilton gewohnt pathetisch: "Ich denke, wir können jetzt positiv in die Zukunft schauen." Bei der Siegerehrung wurde Hamilton von den enttäuschten Ferraristi ausgepfiffen, es ließ ihn äußerlich vollkommen unbeeindruckt. 

Besonders bitter: Mercedes-Pilot Hamilton holte sich im Ferrari-Land den Sieg und baute seine Führung im Kampf um den Titel auf 30 Punkte aus. Polesetter Kimi Räikkönen wurde im Ferrari Zweiter vor Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas. Hamilton zog nach seinem fünften Triumph in Monza nach Siegen auf dieser legendären Strecke mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleich.

Hamilton stellt früh Weichen Richtung Sieg

Die Szene des Rennens spielte sich bereits in der zweiten Schikane des Vollgas-Kurses ab. Hamilton machte Druck auf Vettel und versuchte, sich an dem 31-Jährigen vorbeizuquetschen. Vettel ging die Straße aus, er kollidierte mit dem Mercedes-Piloten. Und während Hamilton weiter Tempo machen konnte, fiel Vettel ans Ende des Feldes zurück und musste sich einen neuen Frontflügel an der Box holen. "Das war dumm. Wo wollte er da hin?", schimpfte Vettel nach dem Crash. Er sah die Schuld offenbar bei Hamilton. Nach dem Rennen meinte Vettel bei RTL: "Ich wusste nicht, wo Lewis Hamilton hinwollte. Ich hatte das Pech, dass ich mich gedreht habe und bei mir alles kaputt war." Die Rennkommissare untersuchten den Vorfall, werteten ihn aber als normalen Rennunfall und sprachen weder gegen Vettel noch Hamilton eine Strafe aus.

Eine Strafe erhielt allerdings der Sechstplatzierte Romain Grosjean im Haas, der nachträglich wegen nicht ergriffener Maßnahmen am Unterboden seines Boliden disqualifiziert wurde.

Fehler kosten Vettel viele Punkte

Vettel büßte damit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ziemlich unnötig Punkte im Duell mit Hamilton ein: In Hockenheim unterlief ihm in Führung liegend auf nasser Strecke ein Fahrfehler - null statt 25 Punkte. Und während sich Vettel nach dem Unfall mühsam durch das Feld quälen musste und über die Balance an seinem Auto klagte ("Irgendwas ist kaputt"), jagte vorne Hamilton den zweiten Mann in Rot: Räikkönen. Doch der "Iceman" blieb auch cool, als ihn sein Landsmann Bottas zur Mitte des Rennens etwas aufhielt. Mercedes hatte Bottas für dieses taktische Manöver extra spät zum Reifenwechsel geholt.

Hamilton siegt im Ferrariland - Vettel nur Vierter

Sportschau 02.09.2018 00:54 Min. Verfügbar bis 02.09.2019 ARD

Auch als Räikkönen wieder freie Fahrt hatte, ließ sich Hamilton nicht abschütteln - und das, obwohl der Ferrari derzeit die meiste Power im Feld entwickelt. Doch Hamilton gilt als wahrer Monza-Experte, niemand bremst im Königlichen Park später als der 33-Jährige, der schon 2012, 2014, 2015 und 2017 hier gewann. In der 45. Runde hatte sich Hamilton Räikkönen dann zurechtgelegt. Am Ende der Start- und Zielgeraden setzte er sich neben den Finnen und zog unwiderstehlich vorbei. Danach cruiste Hamilton leicht und locker dem Sieg entgegen. Nico Hülkenberg (Emmerich) fuhr im Renault auf Platz 14, nachdem er vom letzten Startplatz ins Rennen gehen musste.

Am Rande des Großen Preises von Italien berichteten verschiedene Medien, dass Räikkönen ab der neuen Saison durch Charles Leclerc bei Ferrari ersetzt werden soll. Leclerc steht aktuell bei Sauber unter Vertrag. Räikkönen ist 38 Jahre alt.

Der nächste Grand Prix startet am 16. September um 14.10 Uhr, Schauplatz ist Singapur. Sportschau.de ist auch dann wieder im Live-Ticker dabei.

Über dieses Thema berichtet die Sportschau, 02.09.2018, ab 18 Uhr

dpa/sid/red | Stand: 02.09.2018, 22:08

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