Analyse - Trostpflaster für Vettel, mehr nicht

Sebastian Vettel

Großer Preis von Mexiko

Analyse - Trostpflaster für Vettel, mehr nicht

Von Christian Hornung

Über die gesamte Saison hinweg gesehen hatte Sebastian Vettel das beste Formel-1-Auto - und trotzdem musste er in Mexiko vorzeitig seinem Erzrivalen zum WM-Titel gratulieren. Immerhin gab es das ein oder andere Trostpflaster.

Die nackten Zahlen tun weh, vor allem, wenn man so ehrgeizig ist wie Vettel. Noch sind zwei Rennen in diesem Jahr zu fahren, es geht am 11. November nach Brasilien und am 25. November nach Abu Dhabi. Aber selbst wenn der Deutsche beide Läufe für sich entscheidet und Lewis Hamilton punktlos bleibt, kann er den Rückstand in der Gesamtwertung nur noch auf 14 Zähler verkleinern.

Kaum zählbare Pannen

Wie unnötig das ist, weiß Ferrari und das weiß auch Vettel: Kaum noch zählbare Pannen bei der Renntaktik, der Reifenwahl, Peinlichkeiten im Qualifying oder unnötige Crashs in den Rennen haben diesen Rückstand verursacht. Sonst wäre Vettel jetzt Fünffach-Weltmeister, und nicht Hamilton.

Doch der Mexiko-Grand-Prix hatte auch ein paar tröstliche Momente für den ersten Gratulanten des neuen Weltmeisters. So wie die 35. Runde, als Vettel endlich mal wieder zeigte, was er eigentlich für ein grandioser Rennfahrer ist. Als der vor ihm liegende Daniel Ricciardo im Red Bull beim Überrunden einen Moment zu lange zögerte, griff der Deutsche an, schnappte sich die Innenbahn und vermied nach dem Überholmanöver auch so gerade noch die Berührung. Gleich danach setzte er sich mit mehreren schnellsten Rennrunden klar vom Australier ab, der am Vortag noch das Qualifying dominiert hatte.

Bloß kein Lob für Platz zwei

Auch die Runde 39 wird Vettel richtig gut getan haben. Mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuss rauschte er da an Hamilton heran, schoss geradezu vorbei und konnte danach sogar noch ein wenig Druck auf den führenden und am Ende siegreichen Max Verstappen ausüben. Vettel hatte in diesem Duell mit Hamilton zwar klar die stärkeren Reifen, aber das bedeutete im Saisonverlauf eben nicht immer zwangsläufig, dass er die Überlegenheit auch in Punkte umwandelte.

Als Sebastian Vettel am späten Abend nochmal Stellung zu diesem Rennen in Mexiko City bezog, klang durch, dass er sich davon nicht über den Saisonverlauf hinwegtrösten lassen wollte. "Mit Sicherheit gibt es heute nichts zu meckern", sagte er, schob aber sogleich hinterher: "Insgesamt ist es der Tag von Max und von Lewis. Das Licht sollte auf diesen beiden liegen - und nicht auf mir."

Lob für einen zweiten Platz, in Mexiko oder gar in der WM-Wertung, das ist absolut nichts für Vettel. Und das ist ein gutes Zeichen für die nächste Saison.

Lewis Hamilton erneut Weltmeister

Sportschau | 28.10.2018 | 00:35 Min.

Stand: 28.10.2018, 23:12

Formel 1 | Fahrer-WM

Name P
1. Lewis Hamilton 408
2. Sebastian Vettel 320
3. Kimi Räikkönen 251
4. Max Verstappen 249
5. Valtteri Bottas 247
Darstellung: