Der Formel 1 droht die nächste einseitige Saison

Der Formel-1-Start in Melbourne

Großer Preis von Australien

Der Formel 1 droht die nächste einseitige Saison

Von Marco Schyns

Mercedes dominiert das Auftakt-Rennen der Formel 1 in Melbourne so deutlich, dass die Konkurrenz Angst haben muss, gar nicht mehr hinterherzukommen. Vor allem bei Ferrari herrscht Ratlosigkeit.

Es gab eine Szene im Auftaktrennen der Formel 1 in Melbourne, die sinnbildlich für das spätere Ergebnis stand: "Warum sind wir so langsam?", funkte Sebastian Vettel an die Ferrari-Box. Bei seinem Team herrschte Ratlosigkeit: "Wir wissen es momentan nicht." Zu jenem Zeitpunkt lagen Vettel und sein Teamkollege Charles Leclerc, der den Heppenheimer einige Male unter Druck setzte, weit zurück hinter dem Drittplatzierten Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot, der hinter Vettel gestartet war, hatte keine Probleme mit seinem Überholmanöver - am Ende des Tages kam er mit 25 Sekunden Vorsprung vor den Ferrari ins Ziel.

Verstappen lässt die Fans hoffen

Jener Verstappen ist es, der die Formel-1-Fans, sofern sie nicht dem Mercedes-Lager angehören, auf eine spannende Saison hoffen lässt. Immerhin kam er am Sonntag (17.03.19) nur gut zwei Sekunden hinter Hamilton ins Ziel. Aber der Schein trügt: Laut Mercedes hatte Hamilton einen beschädigten Unterboden im Bereich des hinteren linken Reifens. Das würde den enormen Rückstand (mehr als 20 Sekunden) auf Bottas erklären. Der Finne, der nach eigenen Angaben das "beste Rennen" seiner Karriere fuhr, schöpfte also als einziger das volle Potenzial des Silberpfeils aus, der bei den Testfahrten noch Probleme mit dem Reifenverschleiß hatte.

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Spätestens seit dem Qualifying ist der Konkurrenz aber klar: Mercedes ist erneut meilenweit enteilt. Die Lücke zu Platz drei war mit sieben Zehnteln so groß, dass sie nicht nur die Konkurrenz schockte, sondern sogar den ehrgeizigen Hamilton störte. "Es war eigentlich schon zu viel Abstand", hatte dieser vor dem Rennen gesagt.

Eine Minute Rückstand für Ferrari

Der Brite liebt Herausforderungen, er muss angestachelt werden, um Höchstleistungen zu erbringen. Als zur Halbzeit der letzten Saison viele Experten Vettel zum WM-Favoriten machten, lief Hamilton anschließend zur Höchstform auf und gewann acht der letzten elf Rennen. Eine Machtdemonstration zum richtigen Zeitpunkt.

Mercedes dominiert in Australien

Sportschau 17.03.2019 01:17 Min. Verfügbar bis 17.03.2020 ARD

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Damit ist auch in dieser Saison zu rechnen, allerdings macht es aktuell den Eindruck, als müsse sich der fünffache Weltmeister dabei gegen seinen Teamkollegen behaupten und nicht etwa gegen die Konkurrenz von Ferrari. Angesichts von fast einer Minute Rückstand über eine Renndistanz müssen bei Ferrari nun alle Alarmglocken schrillen. Dass man insgesamt 22 WM-Punkte holte mit Platz vier und fünf war so gesehen nicht der eigene Verdienst, sondern vielmehr die Tatsache, dass der Rest der Formel 1 ohnehin meilenweit zurückliegt. Magnussen im Haas (+33 Sekunden zu Ferrari) und Hülkenberg im Renault (+38 Sekunden) sind mit ihren Teams nicht in der Lage, vorne anzugreifen.

Vettel: "Es war nicht unser Tag"

Vettel bilanzierte den Auftakt in der Formel 1 mit den Worten "Es war nicht unser Tag." Aus Sicht des Heppenheimers, seinem Team, vielen Tausend Motorsport-Fans und sogar Hamilton, kann man eigentlich nur hoffen, dass er recht hat. Denn nach den Eindrücken vom Großen Preis von Australien könnte man auch zu dem Schluss kommen: Es ist nicht unsere Saison.

Und dann droht der Formel 1 das nächste einseitige Jahr mit einem dominanten Mercedes-Team. In diesem Fall bliebe nur die Hoffnung, dass Bottas, der angekündigt hatte, um die WM fahren zu wollen, seine Melbourne-Form bestätigt und selbst zum Herausforderer von Hamilton wird.

Stand: 17.03.2019, 12:52

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