Leclerc soll Vettels neuer Teamkollege werden

Charles Leclerc (l.) und Kimi Räikkönen

Formel 1

Leclerc soll Vettels neuer Teamkollege werden

Von Marco Schyns

Sebastian Vettel wird zur neuen Saison wohl einen neuen Teamkollegen bekommen. Charles Leclerc soll Kimi Räikkönen ersetzen. Grund ist eine Abmachung des inzwischen verstorbenen Ex-Präsidenten von Ferrari mit Leclerc.

Es war nicht Räikkönens Tag: Beim Ferrari-Heim-Grand-Prix in Monza am Sonntag (02.09.2018) lag der Finne lange in Führung, musste sich aber schließlich Lewis Hamilton im Mercedes geschlagen geben. Viel dramatischer aber aus Sicht Räikkönens: Es könnte sein letztes Rennen für Ferrari in Italien gewesen sein. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass ihn Leclerc zur kommenden Saison bei Ferrari ersetzen wird.

Räikkönens Vertrag läuft Ende dieser Saison aus, die Verantwortlichen der Scuderia wollen mit dem 38-Jährigen, der in diesem Jahr in Topform ist, verlängern. Ganz so einfach ist die Situation aber nicht. "Es ist noch nichts entschieden. Es gibt auch kein Zeitfenster dafür. Kimi ist seit langer Zeit ein treuer Freund", sagt Ferrari-Präsident Louis Camillieri über die Situation.

Leclerc soll schon einen Vertrag haben

Das Problem: Der Ende Juli verstorbene Ex-Ferrari-Präsident Sergio Marchionne soll Leclerc ein Ferrari-Cockpit für die Saison 2019 zugesichert haben. Die "Auto Motor & Sport" berichtet sogar von einem Vertrag. Dazu kommt, dass Leclerc von Nicolas Todt betreut wird, dem Sohn von FIA-Präsident Jean Todt, der selbst jahrelang für die Scuderia gearbeitet hat.

Alles deutet also darauf hin, dass die insgesamt achte Ferrari-Saison die letzte für Räikkönen ist. Ein Karriereende erscheint angesichts der Situationen in den anderen Teams am wahrscheinlichsten, wenn Ferrari - wie erwartet - Leclerc verpflichtet. Angesprochen auf seine Zukunft, sagte Räikkönen in Monza nur: "Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich kannst du alles erwarten. Das habe ich im Verlauf der letzten Jahre gelernt."

Leclerc: "Hoffentlich kann ich bald etwas sagen"

Leclerc, der in dieser Saison für das meist hoffnungslos unterlegene Sauber-Team immerhin schon 13 WM-Punkte gesammelt hat, klang dagegen fast euphorisch. "Im Moment warte ich noch auf eine Information und hoffentlich bin ich bald in der Lage, etwas zu sagen", so der Monegasse.

Der 20-Jährige gilt als vielversprechendes Motorsport-Talent und holte im vergangenen Jahr den Titel in der Formel 2. Seit 2016 ist er im Förderprogramm von Ferrari und absolvierte regelmäßig Testfahrten beim Werksteam und im Haas. Seine bislang meistbeachtete Leistung in der Formel 1: der sechste Platz auf dem Stadtkurs in Aserbaidschan.

Vettel würde einen guten Freund verlieren

Sollte er im nächsten Jahr an der Seite von Sebastian Vettel im Ferrari sitzen, wäre deutlich mehr drin. Gut möglich sogar, dass sich Leclerc von Beginn an beweisen will gegen den vierfachen Weltmeister. Fest steht: Wenn Räikkönen geht, verliert Vettel einen guten Freund im Team, der ihn gleichzeitig herausforderte und ihm zur Seite stand.

Noch aber steht die endgültige Entscheidung aus - oder zumindest der Zeitpunkt, an dem sie verkündet wird. Beim Rennen in Singapur Mitte September heißen die Ferrari-Piloten jedenfalls Vettel und Räikkönen.

Stand: 03.09.2018, 10:55

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