Formel 1 - Renault verzichtet nach Disqualifikation auf Widerspruch

Nico Hülkenberg im Renault

Großer Preis von Japan

Formel 1 - Renault verzichtet nach Disqualifikation auf Widerspruch

Der deutsche Fomel-1-Pilot Nico Hülkenberg und sein australischer Renault-Teamkollege Daniel Ricciardo sind nachträglich aus den Ergebnislisten des Großen Preises von Japan gestrichen worden. Renault teilte umgehend mit, dass es auf einen Widerspruch verzichte.

Wie der Automobil-Weltverband FIA am Mittwoch (23.10.2019) bekanntgab, verwendeten beide Boliden beim Rennen in Suzuka ein illegales System, das automatisch die Bremskraft einstellt. Vorausgegangen war ein Protest des Kontrahenten Racing Point.

Ricciardo hatte das Rennen als Sechster beendet, Hülkenberg wurde Zehnter. Ihre insgesamt neun WM-Punkte wurden auch dem französischen Hersteller Renault in der Konstrukteurswertung aberkannt.

Renault verzichtet auf Widerspruch

Renault sieht von einem Einspruch ab. "Wir haben beschlossen, die Entscheidung der Stewards nicht anzufechten", erklärte der französische Formel-1-Rennstall am Rande des Großen Preises von Mexiko (Sonntag, 20.10 Uhr, Live-Ticker bei sportschau.de). Allerdings bekundete Renault sein Unverständnis über die Sanktionierung eines unter technologischen Gesichtspunkten legalen Bremssystems.

Protest gegen Bremssystem

Die Entscheidung, bedeutet, dass Lance Stroll (Racing Point) und Daniil Kwjat von Toro Rosso nun auf den neunten und zehnten Platz aufrücken. Ferrari-Pilot Charles Leclerc, Pierre Gasly (Toro Rosso) und Sergio Perez (Racing Point) werden nun auf den Rängen sechs bis acht geführt.

Der Protest von Racing Point bezog sich auf einen mutmaßlichen Verstoß von Renault gegen das sportliche und technische Reglement und den internationalen FIA-Sportkodex in Bezug auf ein "voreingestelltes, automatisiertes Bremssystem".

Kommissare bestätigen Teile der Vorwürfe

Die Funktionsweise des Systems, so behauptete Racing Point, ließe sich an der Bordkamera ablesen: Die Anzeige der Bremsbalance an den Lenkrädern der Renault-Fahrer habe sich geändert, ohne dass die Fahrer etwas unternehmen mussten. Renault bestritt die Behauptung.

Nachdem sowohl die elektronischen Standardsteuergeräte der FIA als auch die Lenkräder nach dem Rennen versiegelt, beschlagnahmt und untersucht worden waren, stellten die FIA-Sportkommissare fest, dass das beschriebene Steuerungssystem zumindest in Teilen als illegal zu betrachten und Renault deswegen vom 17. Saisonlauf zu disqualifizieren sei.

Renault: System ist legal und innovativ

"Unserer Meinung nach steht die Strafe in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den die Fahrer daraus ziehen", teilte Renault nach der Verkündung der Strafe mit, "insbesondere wenn sie im Rahmen eines Systems eingesetzt werden, das als vollständig legal und innovativ bestätigt wurde." Da man keine anderen als die bereits vorgelegten Beweise erbringen könne, um die Rechtmäßigkeit des Bremssystems zu belegen, "möchten wir keine weitere Zeit und Mühe in eine sterile Debatte investieren."

red; sid | Stand: 24.10.2019, 17:20

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