Formel 1 - Wohin zeigt Hamiltons Trend?

Lewis Hamilton beim Grand Prix von Kanada

Großer Preis von Frankreich

Formel 1 - Wohin zeigt Hamiltons Trend?

Vor dem Großen Preis von Frankreich in der Formel 1 heißt der Gesamtführende in der Fahrerwertung wieder Sebastian Vettel. Auch, weil Lewis Hamilton in den letzten beiden Rennen Federn ließ und anschließend unzufrieden wirkte.

In Kanada wurde der Brite Fünfter, zuvor in Monaco Dritter. Gerade die Platzierung zuletzt in Montreal, als Sebastian Vettel souverän gewann, warf Fragen auf. Schließlich war Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas durchaus fix unterwegs, das Auto also nicht das primäre Problem - auch wenn der Weltmeister seinen Unmut über seinen Boliden äußerte und sich beschwerte, weil sein Team noch nicht auf die modifizierten Aggregate zugegriffen hatte.

Hamilton unzufrieden

Überhaupt beschwerte sich Hamilton, der auch mit der Strategie unzufrieden war, im Funkverkehr relativ häufig. Dabei war sein Rückstand auf Vettel, der das Rennen sicher kontrollierte und in der Gesamtwertung damit wieder einen Punkt Vorsprung auf seinen Rivalen herausarbeitete, mit 21 Sekunden durchaus beachtlich.

Dass er eventuell auch eine Mitschuld gehabt haben könnte, wollte ihm nicht über die Lippen kommen. Auch wenn er nachher auf seinem Instagram-Profil gewohnt von "wir" sprach und betonte "wir gewinnen und verlieren zusammen".

Niki Lauda: Ferrari hat uns überholt

Befinden sich Hamilton und sein Team nun in einer echten "Schwächephase" (zumindest gemessen an den jeweiligen Ansprüchen) oder lief es in Kanada eben - auch wegen der fehlenden technischen Neuerung - schlichtweg nur nicht so gut? Niki Lauda sah jedenfalls genau wie auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zuletzt eher ein generelles und durchaus schwerwiegendes Problem: "Das Gesamtbild ist so, dass uns Ferrari einfach überholt hat."

Durch das Upgrade, das in Frankreich jetzt erstmals bei Mercedes zum Einsatz kommen soll, soll dieser vermeintlich entstandene Vorsprung nun wieder kleiner werden. Gemessen am Bottas-Resultat aus Montreal war dieser ja auch gar nicht so groß, gemessen an Hamiltons Rückstand jedoch schon eher.

Suche nach dem Grund

Wo liegt nun der Grund für den schlechtesten Silber-Saisonstart seit 2013? Ist Mercedes einfach im Rückstand? Legt Hamilton persönlich vielleicht nicht ganz so sehr den Fokus auf den Sport - wie es ihm auch in der Vergangenheit immer wieder mal vorgeworfen wurde? Oder erübrigt sich die ganze Diskussion schon am Wochenende wieder, weil der Brite wieder um den Sieg fährt?

Das Rennwochenende in Le Castellet wird diesbezüglich jedenfalls einen klaren Indikator für die verbleibenden vier Rennen bis zur Sommerpause liefern. Der Kurs sollte den Silberpfeilen eigentlich eher liegen, doch das galt auch für Montreal. "Wir hatten offene Gespräche, die Leute waren auch sehr selbstkritisch. Zu erkennen, dass wir es besser können, war sehr wichtig für uns", erklärte ein optimistischer Hamilton am Donnerstag (21.06.2018).

Auch im vergangenen Jahr zunächst in Rückstand

Grund zur Beruhigung für die Verantwortlichen bei Mercedes könnte ein Blick auf das letzte Jahr geben. Damals lag Hamilton in der Fahrerwertung nach dem Kanada-Grand-Prix sogar zwölf Punkte hinter seinem deutschen Rivalen und verlor in der Folge noch weiter an Boden, ehe er im Saisonendspurt noch vorbeizog.

Damals profitierte er aber auch von zwei Ausfällen seines Heppenheimer Konkurrenten. Auf so etwas will man sich bei den Silberpfeilen jedoch nicht noch einmal verlassen. Bringt Le Castellet die Wende?

Stand: 21.06.2018, 17:19

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