Viele Fragen vor Formel-1-Rückkehr nach Le Castellet

Circuit Paul Ricard: Nach 28 Jahren kehrt die Formel 1 zurück

Großer Preis von Frankreich

Viele Fragen vor Formel-1-Rückkehr nach Le Castellet

Die Formel 1 kehrt nach Frankreich zurück. Gefahren wird auf dem Circuit Paul Ricard, für viele Teams ist das ein Kurs mit vielen Fragezeichen.

Wenn man so will, wartet auf die Formel 1, ihre Teams und Fahrer am Wochenende eine doppelte Rückkehr. Zehn Jahre ist es her, dass zuletzt ein Grand Prix in Frankreich ausgetragen wurde. Im Mai 2008 siegte der Brasilianer Felipe Massa vor Kimi Räikkönen auf dem Magny-Cours im Département Nièvre, knapp drei Autostunden nordwestlich von Lyon.

Jetzt kehrt die Formel 1 zurück nach Frankreich, gefahren wird aber auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich. Und das stellt die Beteiligten vor ein Rätsel, das im Vorfeld kaum zu lösen ist. Denn der Kurs ist die große Unbekannte in dieser Rennsaison.

Viele offene Fragen

"Das Rennen dürfte interessant werden. Wir fahren nicht oft auf einer Strecke, zu der wir wenige bis gar keine Daten vorliegen haben", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Vorbereitung auf den Grand Prix gestalte sich deshalb "etwas kniffliger als normal und sorgt mit einer Unbekannten für eine noch größere Herausforderung".

Zwischen 1971 und 1990 fanden auf dem Circuit Paul Ricard 14 Rennen statt. Der bisher letzte Sieger hieß Alain Prost. Dann zog die Formel 1 weiter nach Magny. Nach fast 28 Jahren taucht die Strecke vor den Toren der Gemeinde Le Castellet nun erstmals wieder auf der Liste der Strecken auf. Nach dem Tod des Namensgebers Paul Ricard ist die Strecke mittlerweile im Besitz des ehemaligen Formel-1-Chefs Bernie Ecclestone.

Zuletzt wurde der im April 1970 eröffnete Kurs viele Jahre als Austragungsort für Motorrad-Rennen und auch als Teststrecke für Reifenhersteller wie Pirelli genutzt.

Motorrad-Rennen auf dem Circuit Paul Ricard

Motorrad-Rennen auf dem Circuit Paul Ricard

Rückkehr nach Le Castellet

Das änderte sich erst, als im Dezember 2016 bekanntgeben wurde, dass die Formel 1 nach Le Castellet zurückkehrt. In seiner heutigen Form bietet der Kurs eine Vielzahl von möglichen Streckenverläufen.

Wenn am Sonntag Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Co. um Punkte in der Gesamtwertung kämpfen, warten auf sie 53 Runden a 5,842 Kilometer. Insgesamt sind es in dem modernisierten Kurs 310,633 Kilometer Strecke. Damit ist der Grand Prix von Frankreich einer der längeren im diesjährigen Rennkalender.

Auf die Techniker wartet viel Arbeit

Mit drei Geraden und 15 teils schnellen Kurven erwartet die Fahrer ein Hochgeschwindigkeitskurs. Kurve zehn wird mit bis zu 300 Stundenkilometern durchfahren und ist damit eine der schnellsten dieser Saison.

Circuit Paul Ricard

Circuit Paul Ricard

Der anspruchsvollste Punkt des Kurses dürfte aber die 1,8 Kilometer lange Mistral-Gerade sein. Allerdings wurde die Vollgaspassage für das Formel-1-Comeback in zwei Hälften unterteilt, sie dürfte damit etwas entschärft werden. Es ist gut möglich, dass sich deshalb die Anzahl der Überhol-Möglichkeiten für die Fahrer reduziert.

Der Circuit Paul Ricard ist das große Fragezeichen unter den Rennstrecken dieser Saison. Im ersten Training am Freitag (22.06.2018) dürften sich die Team-Ingenieure vor allem der Fahrzeugbalance widmen, und das wiederum dürfte eine echte Herausforderung werden. Die Strecke, so heißt es aus Frankreich, sei sehr wechselhaft und kürzlich erst neu asphaltiert worden. Es wartet eine Menge Arbeit auf die Techniker.

Umstellung auch für die Zuschauer

Umstellen müssen sich nicht nur die Teams, sondern auch die Zuschauer. Das Qualifiying und das Rennen beginnen jeweils eine gute Stunde später, als man das von anderen europäischen Rennen gewohnt ist. Die Formel-1-Verantwortlichen versuchen so, den frühen Spielen bei der Fußball-WM in Russland zeitlich auszuweichen.

red/sid/dpa | Stand: 20.06.2018, 12:59

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